Update +++ Nach dem großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins beginnt am Mittwochvormittag die schrittweise Wiederversorgung. Die Reparaturarbeiten konnten früher als geplant abgeschlossen werden. Behörden geben wichtige Hinweise für die sichere Wiederinbetriebnahme elektrischer Geräte.
Berlin: Stromversorgung nach Sabotage früher als geplant wiederhergestellt
Nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal konnte die Stromversorgung im Südwesten Berlins deutlich früher als ursprünglich erwartet wiederhergestellt werden. Ausschlaggebend waren aufwendige, aber erfolgreich koordinierte Reparaturarbeiten direkt an der beschädigten Energieinfrastruktur.
Lagebesprechung des Krisen-Teams mit Bürgermeister Kai Wegener. (Bildquelle: Senatskanzlei Berlin)
Warum die Reparatur schneller gelang
Ursprünglich war mit einer vollständigen Wiederversorgung erst am Donnerstag gerechnet worden. Durch die Ausrufung der Großschadenslage konnten jedoch Personal, Technik und Entscheidungswege gebündelt werden. Spezialisten arbeiteten parallel an mehreren Punkten der beschädigten Kabeltrasse in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks Lichterfelde.
In einer eigens angelegten Baugrube mussten mehrere beschädigte Hoch- und Mittelspannungskabel freigelegt und neu verbunden werden. Dabei installierten die Techniker drei sogenannte Muffenverbindungen, mit denen die Stromkabel fachgerecht gekoppelt werden.
Unterstützt wurden die Berliner Netzexperten durch Fachkräfte aus Hamburg, der Schweiz und Österreich, die über spezielle Erfahrung bei der Reparatur kritischer Strominfrastruktur verfügen.
Ein entscheidender Vorteil: Es mussten lediglich zwei Kunststoffkabel miteinander verbunden werden, was den Reparaturprozess beschleunigte. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Kabel mit Sand abgedeckt, um die Entstehung gefährlicher Lichtbögen zu verhindern.
Erste technische Belastungstests in den frühen Morgenstunden verliefen erfolgreich, sodass ab 11 Uhr die schrittweise Wiederversorgung beginnen kann.
Einsatzfahrzeuge in Warteposition für Notfälle. (Bildquelle: Feuerwehr Berlin)
Behörden warnen vor Fehlern bei der Wiederinbetriebnahme
Trotz der erfolgreichen Reparatur bitten die Behörden um Vorsicht:
Private und gewerbliche Notstromaggregate müssen vor der Rückschaltung vollständig vom Netz getrennt sein. Elektrische Geräte sollten nicht gleichzeitig wieder eingeschaltet werden.
Besonders leistungsstarke Verbraucher wie Heizlüfter, Waschmaschinen, Wasserkocher oder Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge sollten zeitversetzt genutzt werden, um das Stromnetz nicht zu überlasten.
Auch Heizungen und Wärmepumpen sollten kontrolliert wieder in Betrieb genommen werden, da es nach dem längeren Stromausfall zu Fehlfunktionen oder Frostschäden gekommen sein kann.
Die S-Bahnen fahren wieder im betroffenen Gebiet. (Bildquelle: Feuerwehr Berlin)
Ermittlungen laufen weiter
Parallel zur technischen Wiederherstellung dauern die strafrechtlichen Ermittlungen an. Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren übernommen. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.
Ziel ist es, die Verantwortlichen für den gezielten Angriff auf die Energieinfrastruktur zu identifizieren.
Polizei bittet weiter um Hinweise
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Beobachtungen zu verdächtigen Personen, Fahrzeugen oder möglichen Tat- und Vorbereitungshandlungen im Bereich der Bremer Straße und der Kabelbrücke über den Teltowkanal.
Zeugenaufruf
Hinweise nimmt der Polizeiliche Staatsschutz in 12101 Berlin-Tempelhof, Tempelhofer Damm 12, unter der Telefonnummer 030 4664-952101, über die Internetwache der Polizei Berlin oder bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Berlin Landeskriminalamt Berlin / Berliner Feuerwehr / Stromnetz Berlin / Senatskanzlei Berlin / Senatsverwaltung für Inneres und Sport / Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf