1,5 Mio. Vermögen bei Razzia gegen Sozialkriminalität sichergestellt
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Rund 600 Einsatzkräfte und Behördenmitarbeiter sind in Hessen gegen Sozialleistungsmissbrauch, illegales Glücksspiel und Finanzkriminalität vorgegangen. 18 Personen wurden vorläufig festgenommen und Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 1,55 Millionen Euro gesichert.
Rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Polizei, des Zolls, der Financial Intelligence Unit (FIU), kommunaler Gewerbe- und Ordnungsämter, von Jobcentern, der Steuerfahndung sowie der Familienkasse Hessen sind am Mittwoch, 30. September 2026, landesweit gegen sozialschädliche Kriminalität vorgegangen.
Im Fokus standen der Missbrauch staatlicher Leistungen, Scheinanmeldungen, illegales Glücksspiel sowie die Sicherung mutmaßlich kriminell erlangter Vermögenswerte. Der Einsatz wurde durch das Hessische Landeskriminalamt koordiniert und im Auftrag mehrerer Staatsanwaltschaften durchgeführt.
18 Festnahmen und Vermögenswerte in Millionenhöhe
Insgesamt wurden 1.065 Personen, 53 Objekte und 104 Fahrzeuge kontrolliert. Die Behörden fertigten 47 Strafanzeigen und stellten 58 Ordnungswidrigkeiten fest. 18 Personen wurden vorläufig festgenommen.
Zudem wurden Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 1,55 Millionen Euro gesichert. Darunter befanden sich etwa 343.000 Euro Bargeld sowie neun hochwertige Fahrzeuge im Wert von rund 927.000 Euro.
Kontrollen fanden unter anderem in Wiesbaden, Offenbach am Main, Frankfurt am Main, Kassel und Fulda statt. Überprüft wurden Gaststätten, Glücksspielbetriebe, Barbershops, Wohnobjekte und weitere gewerblich genutzte Einrichtungen.
Manipulierte Spielautomaten in Frankfurt-Höchst
Die Einsatzkräfte kontrollierten bis in die Nacht hinein Cafés, Shisha-Bars, Spielotheken und Barbershops rund um die Bolongarostraße in Frankfurt-Höchst.
In einer Gaststätte wurde gegen 21.18 Uhr ein mutmaßlich manipulierter Spielautomat entdeckt und sichergestellt. Die Gaststätte wurde geschlossen. Wenig später stellten die Einsatzkräfte auch bei einem Spielautomaten in einer weiteren Bar Auffälligkeiten fest.
Luxusautos bei Durchsuchungen im Landkreis Offenbach
Im Landkreis Offenbach durchsuchten Einsatzkräfte zwei Wohnobjekte und nahmen zwei Beschuldigte fest. Dazu gehörte auch eine Villa in Rödermark.
Sichergestellt wurden unter anderem mehrere hochwertige Fahrzeuge, Luxusuhren, Schmuck sowie ein niedriger fünfstelliger Bargeldbetrag. Die Ermittler fanden außerdem Designer-Handtaschen und beschlagnahmten unter anderem einen BMW X6.
Den Beschuldigten werden unter anderem bandenmäßige Steuerhinterziehung, Betrug beim Verkauf gebrauchter Fahrzeuge und Sozialleistungsbetrug vorgeworfen. Es geht um rund 324.000 Euro hinterzogene Umsatzsteuer und etwa 36.000 Euro zu Unrecht bezogene Sozialleistungen. Zudem besteht der Verdacht, dass Kilometerstände von Gebrauchtwagen manipuliert worden sein könnten.
Die Maßnahmen gehören zum seit 2018 laufenden Ermittlungskomplex „AVALON“. In diesem wurden bislang Vermögenswerte im Wert von mehr als 3,4 Millionen Euro sichergestellt.
Porsche 911 auf der A66 beschlagnahmt
Bei Kontrollen auf der A66 beschlagnahmten Einsatzkräfte außerdem einen Porsche 911 Carrera S. Bei dem Fahrzeug besteht der Verdacht der Insolvenzverschleppung und Geldwäsche.
In Darmstadt-Dieburg stellten die Behörden in einer Café-Bar fünf Fälle unerlaubten Glücksspiels an mehreren Automaten fest. Außerdem wurde ein Haftbefehl nach dem Ausländerrecht vollstreckt und es wurden Strafanzeigen wegen des Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmitteln gefertigt. Drei Bußgelder in Höhe von insgesamt 32.500 Euro wurden wegen glücksspielrechtlicher Verstöße und Mängeln in der Kassenführung verhängt.
Bei vorherigen landesweiten Einsätzen gegen Sozialkriminalität seit Dezember 2025 wurden insgesamt 5.900 Personen, 703 Objekte und mehr als 300 Fahrzeuge kontrolliert sowie 52 Haftbefehle vollstreckt. Dabei sicherten die Behörden Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 3,7 Millionen Euro.
Quelle der Polizeinachricht: Hessisches Landeskriminalamt