A7 Hamburg – Jugendliche werfen 200 Steine auf Autobahn
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Zwei Jugendliche beziehungsweise junge Männer im Alter von 14 und 18 Jahren sollen in Hamburg-Stellingen rund 200 faustgroße Steine auf die Autobahn 7 geworfen haben. Mindestens sechs Fahrzeuge wurden beschädigt, verletzt wurde niemand.
Zwei Tatverdächtige im Alter von 14 und 18 Jahren sollen am Dienstagabend, 3. November 2026, in Hamburg-Stellingen zahlreiche Steine von einer Bahnbrücke auf die Autobahn 7 geworfen haben.
Rund 200 Steine auf die A7 geworfen
Gegen 22.22 Uhr gingen bei der Polizei Meldungen über Steinwürfe auf die Autobahn 7 im Bereich Hamburg-Stellingen ein.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Steine von der dortigen Güterumgehungsbahnstrecke auf die darunterliegende Autobahn geworfen.
Die Ermittler gehen von rund 200 faustgroßen Schottersteinen aus.
Mehrere Autofahrer konnten den Steinen offenbar nicht ausweichen. Mindestens sechs Fahrzeuge wurden beschädigt.
Auf Bildern vom Einsatzort ist unter anderem ein Kleinwagen mit erheblich beschädigter Windschutzscheibe zu sehen.
Trotz der gefährlichen Situation wurden nach aktuellem Ermittlungsstand keine Menschen verletzt.
Autobahn in beide Richtungen gesperrt
Die Polizei sperrte die A7 für die Tatortarbeit und die Reinigung der Fahrbahn vollständig.
Die Sperrung dauerte in beiden Fahrtrichtungen etwa eine Stunde und verursachte erhebliche Verkehrsbehinderungen.
Auch der Bahnverkehr auf der betroffenen Güterumgehungsstrecke wurde zunächst eingestellt.
Die Einsatzkräfte mussten die Fahrbahn von den zahlreichen Steinen befreien und Spuren sichern.
Polizei nimmt zwei Tatverdächtige fest
Unmittelbar nach den Steinwürfen leitete die Polizei eine Fahndung ein.
Rund ein Dutzend Streifenwagenbesatzungen beteiligten sich an der Suche nach den Verantwortlichen. In der Nähe des Tatorts trafen die Beamten zwei Tatverdächtige an.
Bei ihnen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei ukrainische Staatsangehörige im Alter von 14 und 18 Jahren.
Beide wurden vorläufig festgenommen und zur Polizeidienststelle gebracht. Dort erfolgte eine erkennungsdienstliche Behandlung.
Anschließend wurde der 18-Jährige entlassen. Der 14-Jährige wurde seiner Mutter übergeben.
Staatsanwaltschaft prüft rechtliche Bewertung
Bei der ersten strafrechtlichen Bewertung wurde auch die Frage eines versuchten Tötungsdelikts erörtert.
Der staatsanwaltschaftliche Bereitschaftsdienst sah auf Grundlage der zunächst vorliegenden Erkenntnisse jedoch keinen hinreichend erkennbaren Tötungsvorsatz.
Deshalb wird zunächst wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens erklärte, dass die frühe rechtliche Bewertung nicht abschließend sei.
Die Staatsanwaltschaft werde die Ermittlungsakten prüfen und anschließend über das weitere Vorgehen entscheiden.
Die Entlassung der Tatverdächtigen bedeutet somit nicht, dass das Strafverfahren beendet ist.
Landeskriminalamt prüft mögliche weitere Taten
Noch in der Nacht übernahm der Kriminaldauerdienst des Hamburger Landeskriminalamts (LKA 26) die ersten Ermittlungen. Inzwischen wird das Verfahren vom zuständigen LKA 134 geführt.
Die Ermittler prüfen auch, ob die beiden Tatverdächtigen für weitere vergleichbare Vorfälle im Hamburger Stadtgebiet verantwortlich sein könnten.
Die Ermittlungen dauern an. Für beide Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Hamburg / Staatsanwaltschaft Hamburg