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A70 Oberhaid – Geisterfahrer verursacht schweren Unfall mit Absicht

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein schwer beschädigter Pkw steht vor einem Abschleppfahrzeug, daneben ein Einsatzfahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht bei Nacht auf einer Straße.
Schwerer Verkehrsunfall auf der A70 bei Oberhaid: Ein Geisterfahrer kollidierte mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)

Nach einem schweren Geisterfahrerunfall auf der A70 bei Oberhaid sitzt ein 46-jähriger Mann in Untersuchungshaft. Er soll am 16. Oktober 2026 bewusst in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren sein. Vier Menschen wurden schwer verletzt.

Nach einem schweren Geisterfahrerunfall auf der A70 bei Oberhaid im Landkreis Bamberg haben die Ermittlungen eine neue Wendung genommen.
Ein 46-jähriger Autofahrer soll am Freitagabend, 16. Oktober 2026, bewusst entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf die Autobahn gefahren sein und dabei einen Zusammenstoß mit anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf genommen haben.
Mehrere Feuerwehrkräfte stehen um ein schwer beschädigtes Auto auf einer Straße. Das Fahrzeug zeigt deutliche Unfallschäden.
Vier Menschen wurden bei dem Zusammenstoß auf der A70 schwer verletzt und in Krankenhäuser gebracht. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)

Geisterfahrer kollidiert mit zwei Fahrzeugen

Am Freitagabend gegen 18:30 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale der Polizei mehrere Notrufe wegen eines Geisterfahrers auf der A70 ein. Nur wenige Augenblicke später meldeten weitere Anrufer einen schweren Verkehrsunfall.
Feuerwehr, Rettungswagen und Streifen der Verkehrspolizei Bamberg sowie benachbarter Polizeidienststellen rückten zur Unfallstelle zwischen den Anschlussstellen Bamberg-Hafen und Viereth-Trunstadt aus.
Nach den ersten Ermittlungen war ein 46-jähriger Mann aus dem Landkreis Bamberg mit einem Ford entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs. Dabei kollidierte er mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen. Beteiligt waren ein BMW aus Forchheim mit zwei Insassen und ein Seat aus Haßfurt.
Zwei Feuerwehrleute arbeiten bei Nacht an einem verunglückten Auto, umgeben von Ausrüstung auf der Straße.
Die Feuerwehr befreite eine eingeklemmte Person mithilfe von hydraulischem Rettungsgerät und einer Säbelsäge. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)

Feuerwehr befreit eingeklemmte Person

Nach Angaben der Feuerwehr Hallstadt erstreckte sich die Unfallstelle über eine Länge von rund 200 Metern. Bereits auf der Anfahrt hatten die Einsatzkräfte die Information erhalten, dass an dem Unfall drei Fahrzeuge beteiligt seien und mindestens eine Person eingeschlossen sei.
Vor Ort bestätigte sich diese Lage. Die Feuerwehr bereitete umgehend die technische Rettung vor. Mithilfe von hydraulischem Schneid- und Spreizgerät sowie einer Säbelsäge schufen die Einsatzkräfte eine große Seitenöffnung am Unfallfahrzeug. Dadurch konnten sie die eingeschlossene Person befreien und dem Rettungswagen übergeben.
Ein stark beschädigtes Fahrzeugwrack hängt an einem Seil über einer Leitplanke auf einer dunklen Straße. Im Hintergrund sind Bäume sichtbar.
Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Motorblock eines Unfallfahrzeugs auf die Gegenfahrbahn geschleudert. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)
Durch die Wucht des Zusammenstoßes war der Motorblock eines Unfallfahrzeugs auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden. Zudem war die Fahrbahn erheblich mit Öl verschmutzt. Deshalb musste im weiteren Verlauf auch die Gegenrichtung vollständig gesperrt werden.

Vier Schwerverletzte und hoher Sachschaden

Bei dem Zusammenstoß wurden insgesamt vier Menschen schwer verletzt. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach den ersten Erkenntnissen bestand bei keiner der verletzten Personen Lebensgefahr.
Ein zertrümmertes Auto steht mit offenen Türen an einer Leitplanke auf der Autobahn, umgeben von nächtlichem Blaulicht.
Gegen den 46-jährigen mutmaßlichen Geisterfahrer wurde Untersuchungshaft wegen des Verdachts des versuchten gemeingefährlichen Mordes angeordnet. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)
Alle drei beteiligten Fahrzeuge waren nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 70.000 Euro geschätzt.
Die Feuerwehr leuchtete die Unfallstelle für die polizeiliche Unfallaufnahme aus. Nach dem Abtransport der Fahrzeuge und der Reinigung der Fahrbahn konnte die Einsatzstelle nach rund drei Stunden an die Autobahnmeisterei übergeben werden. Die vollständigen Sperrungen führten zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Ein Auto mit erheblichen Schäden an der Fahrertür steht auf einer Straße bei Nacht. Türen sind geöffnet und der Innenraum ist sichtbar.
Der Sachschaden wird auf rund 70.000 Euro geschätzt. Die Feuerwehr war etwa drei Stunden an der Unfallstelle im Einsatz. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)

Ermittler gehen von vorsätzlicher Geisterfahrt aus

Zunächst übernahm die Verkehrspolizei Bamberg die Unfallaufnahme und die ersten Ermittlungen. Dabei ergaben sich jedoch neue Erkenntnisse, die auf eine vorsätzliche Handlung des 46-Jährigen hindeuten.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand soll der Mann bewusst entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf die A70 gefahren sein. Dabei soll er einen schweren Zusammenstoß mit anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf genommen haben.
Aufgrund dieser Erkenntnisse übernahm die Kriminalpolizei Bamberg die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg.
Mehrere Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht stehen auf einer nächtlichen Autobahn. Einsatzkräfte sind auf der Fahrbahn aktiv.
Die Unfallstelle erstreckte sich über rund 200 Meter. Alle drei beteiligten Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)

Haftbefehl wegen versuchten gemeingefährlichen Mordes

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erließ ein Richter am Dienstag, 20. Oktober 2026, Untersuchungshaftbefehl gegen den 46-Jährigen.
Dem Mann wird versuchter gemeingefährlicher Mord in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr, vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis und gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen vorgeworfen.
Der Tatverdächtige konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Nach der Eröffnung des Haftbefehls wurde er am Dienstagnachmittag in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Auch die beiden Insassen des beteiligten Fahrschulautos konnten das Krankenhaus bereits verlassen. Der Fahrer des Seat befindet sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden auf dem Weg der Besserung.
Zu sehen ist eine nächtliche Autobahn mit zwei Einsatzfahrzeugen. Trümmer liegen auf der Fahrbahn, während Einsatzkräfte arbeiten.
Wegen ausgelaufenen Öls und umfangreicher Bergungsarbeiten musste die A70 in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. (Bildquelle: Feuerwehr Hallstadt)

Polizei sucht Zeugen der Geisterfahrt

Noch nicht abschließend geklärt ist, an welcher Anschlussstelle der 46-Jährige in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren ist.
Der Unfall ereignete sich zwischen den Anschlussstellen Bamberg-Hafen und Viereth-Trunstadt. Als weitere mögliche Auffahrt kommt auch die Anschlussstelle Eltmann vor dem Tunnel Schwarzer Berg infrage.
Die Kriminalpolizei Bamberg sucht deshalb Zeugen, die den silberfarbenen Ford vor dem Zusammenstoß beobachtet haben. Besonders wichtig sind Angaben von Verkehrsteilnehmern, denen das Fahrzeug auf der A70 entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung entgegenkam.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Bamberg unter der Telefonnummer 0951 9129-491 entgegen.
Die Ermittlungen zu den genauen Umständen und Hintergründen der mutmaßlich vorsätzlichen Geisterfahrt dauern an. Für den 46-jährigen Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeipräsidium Oberfranken und Staatsanwaltschaft Bamberg / Feuerwehr Hallstadt

Kategorien:

Bayern
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