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Aktenzeichen XY – Brutaler Überfall auf ein Seniorenpaar in Hamburg

Aktenzeichen XY – Brutaler Überfall auf ein Seniorenpaar in Hamburg

19.01.2026 | 10:06

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Aktenzeichen XY – Brutaler Überfall auf ein Seniorenpaar in Hamburg

Symbolbild Raubüberfall auf Seniorenpaar (Bildquelle: Redaktion Polizeiticker Deutschland, KI-generiert)

Zwei maskierte Männer überfielen im Jahr 2011 ein hochbetagtes Ehepaar in Hamburg-Osdorf, fesselten beide im Keller eines Reihenhauses und durchsuchten das Gebäude. Jahre später rückte der Fall erneut in den Fokus, nachdem ungewöhnliche Notrufe der mutmaßlichen Täter veröffentlicht wurden.

Überfall auf ein Seniorenpaar in Hamburg-Osdorf (2011)

Am 11. Mai 2011 gegen 9:20 Uhr klingelten zwei maskierte Männer an der Tür eines Reihenhauses im Diekweg (Hamburg-Osdorf).
Der 88-jährige Hausbesitzer öffnete die Tür, woraufhin die Täter ihn in den Flur drängten. Einer der Räuber begab sich direkt zu der ebenfalls 88-jährigen Ehefrau ins Wohnzimmer, während der andere den Ehemann überwältigte.
Anschließend zerrten die Täter das Ehepaar in den Keller, setzten sie jeweils auf einen Stuhl und fesselten beide mit Klebeband (teils auch Kabelbindern). Nachdem die Eindringlinge vergeblich das Haus nach Bargeld oder Wertgegenständen durchsucht hatten, verließen sie den Tatort ohne Beute.
Den betagten Eheleuten gelang es wenig später, sich selbst zu befreien und Hilfe beim Nachbarn zu holen; sie blieben körperlich unverletzt.
Aktenzeichen XY – Brutaler Überfall auf ein Seniorenpaar in Hamburg

Eine ältere Telefonzelle in Deutschland – ähnlich aus solchen öffentlichen Telefonen meldeten sich die Täter nach der Tat anonym bei der Polizei. (Bildquelle: Wikipedia)

Polizeinotrufe der Täter

Bemerkenswert an diesem Fall ist, dass kurz nach dem Überfall anonyme Notrufe bei der Polizei eingingen, die offenbar von den Tätern selbst stammten. Wenige Stunden nach der Tat riefen zwei Männer von zwei verschiedenen münzfreien Telefonzellen in unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen (Schnelsen im Nordwesten und Georgswerder im Südosten) bei der Polizei an.
In diesen Notrufen gaben sie an, in einem Haus am Diekweg ein gefesseltes Ehepaar im Keller vorgefunden zu haben, und nannten dabei sogar die genaue Adresse des Tatorts.
Wörtlich sagte einer der Anrufer beispielsweise: „Da liegen zwei alte Leute gefesselt und geschnürt im Keller. Wollte ich nur Bescheid sagen. Auf Wiedersehen.“. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Anrufern um die Täter selbst oder deren Beteiligte handelte.
Die Tonaufnahmen dieser beiden ungewöhnlichen Notrufe stehen öffentlich zur Verfügung und wurden von der Polizei online veröffentlicht. Beide Anrufer sprachen akzentfreies Deutsch, was auch auf den Mitschnitten deutlich zu hören ist.
Durch die Veröffentlichung der Aufnahmen erhoffen sich die Ermittler Hinweise von der Bevölkerung – insbesondere die Frage „Wer erkennt die Stimme?“ steht im Raum.
Hier können die beiden Anrufe angehört werden.

Ermittlungen und Täterbeschreibung

Unmittelbar nach dem Überfall im Mai 2011 leitete die Hamburger Polizei eine Fahndung ein, die jedoch keine Festnahme von Verdächtigen erbrachte. Das örtlich zuständige Raubdezernat (LKA 124) ermittelte intensiv in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, jedoch blieb das Verbrechen zunächst ungeklärt.
Auch forensische Spuren oder andere Hinweise führten bis heute zu keinem Tatverdächtigen (zumindest wurden öffentlich keine solchen Fortschritte bekannt).
Die Geschädigten konnten immerhin eine Beschreibung der Täter liefern.
Beide Männer wurden folgendermaßen charakterisiert:
  • männlich, zur Tatzeit etwa 35–45 Jahre alt
  • ungefähr 1,75–1,80 m groß (mittelgroß)
  • kräftige/stämmige Statur
  • dunkel gekleidet zur Tatzeit
  • sprachen Deutsch ohne erkennbaren Akzent
Da die Täter maskiert waren, liegen keine verwertbaren Gesichtsbeschreibungen oder Phantombilder vor. Auch über ein mögliches Fluchtfahrzeug oder Komplizen ist öffentlich nichts bekannt geworden.
Der Fall blieb jedoch weiter “auf Wiedervorlage” bei der Polizei, da es sich um ein schweres Gewaltverbrechen handelt – ungelöste Fälle solcher Art werden in Hamburg nicht aufgegeben.

Öffentlichkeitsfahndung 2025 und aktuelle Entwicklungen

Rund 14 Jahre nach der Tat haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft im Sommer 2025 erneut an die Öffentlichkeit gewandt. In einer Pressemitteilung vom 14. Juli 2025 kündigten die Behörden eine Öffentlichkeitsfahndung mit Veröffentlichung der Notruf-Aufnahmen an.
Ziel ist es, über die damals aufgezeichneten Stimmen doch noch Hinweise auf die Identität der Räuber zu erhalten. Gleichzeitig setzte die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Belohnung von 3.000 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung der Tat und Ergreifung der Täter führen.
Bislang (Stand Januar 2026) gibt es keine öffentlichen Meldungen über einen Ermittlungserfolg in diesem Fall. Die beiden unbekannten Täter sind weiterhin flüchtig.
Die Ermittlungsbehörden hoffen jedoch, dass die Veröffentlichung der Notruf-Mitschnitte nach so vielen Jahren doch noch neue Hinweise aus der Bevölkerung erbringt.

Zeugenaufruf

Hinweise nimmt die Hamburger Polizei nach wie vor unter der Rufnummer 040/4286-56789 oder in jeder Polizeidienststelle entgegen.

Quelle: Polizei Hamburg

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