Bad Salzuflen – Fahndung nach Vergewaltigung einer 18-Jährigen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach der Vergewaltigung einer jungen Frau in Bad Salzuflen fahndet die Polizei weiter nach einem unbekannten Mann. Eine DNA-Spur verbindet den Fall mit einer versuchten Vergewaltigung aus dem Jahr 2006 in Barntrup. Die Staatsanwaltschaft hat 5.000 Euro Belohnung ausgelobt.
Am 8. November 2024 wurde eine damals 18-jährige Frau im Landschaftspark in Schötmar, einem Ortsteil von Bad Salzuflen, Opfer eines Sexualdelikts.
Die 18-Jährige hatte den Nachmittag gemeinsam mit einer Freundin im Landschaftspark verbracht. Am Abend begleitete sie ihre Freundin zu einer Bushaltestelle und machte sich anschließend allein auf den Weg zu ihren Eltern.
Im Bereich des Jugendzentrums „@on“ bemerkte sie einen Mann, der ihr folgte. Gegen 20 Uhr holte der Mann die 18-Jährige in der Mitte des Parks ein, überwältigte sie und vergewaltigte sie.
Nach Angaben der Polizei gelang es dem Täter zunächst, der jungen Frau den Mund zuzuhalten. Im weiteren Verlauf nötigte er sie zu sexuellen Handlungen.
Freundin verfolgt Standort der 18-Jährigen
Kurz zuvor hatten die beiden jungen Frauen über ihre Mobiltelefone ihren jeweiligen Live-Standort miteinander geteilt.
Während ihrer Fahrt bemerkte die Freundin, dass sich der Standort der 18-Jährigen nicht mehr bewegte. Gleichzeitig blieben ihre Anrufe unbeantwortet. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die junge Frau bereits in der Gewalt des Täters.
Mehr als 30 Minuten später machten sich die Freundin und deren Mutter auf die Suche. Sie fanden die 18-Jährige verletzt und traumatisiert, aber lebend.
DNA führt zu Tat aus dem Jahr 2006
Bei den anschließenden Ermittlungen wurde DNA des unbekannten Täters gesichert. Ein Abgleich beim Bundeskriminalamt ergab später eine Verbindung zu einem weiteren Sexualdelikt, das bereits am 13. Juli 2006 im rund 35 Kilometer entfernten Barntrup verübt worden war.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft belegt die DNA-Spur, dass es sich bei beiden Fällen um denselben unbekannten Tatverdächtigen handelt.
17-Jährige konnte 2006 fliehen
In der Nacht zum 13. Juli 2006, gegen 1:40 Uhr, soll der Mann in Barntrup eine damals 17-jährige Jugendliche angegriffen und versucht haben, sie zu vergewaltigen.
Ähnlich wie bei der späteren Tat soll der Angreifer seinem Opfer an einem abgelegenen und dicht bewachsenen Weg aufgelauert haben.
Die 17-Jährige wehrte sich heftig gegen den Mann und konnte sich schließlich befreien. Der Täter raubte ihre Geldbörse und flüchtete.
Sonnenbrille mit DNA des Täters gefunden
Am Tatort blieb eine silberfarbene, verspiegelte Sonnenbrille zurück. An ihr wurde später DNA des Täters festgestellt. Bei der Brille handelt es sich nach den veröffentlichten Angaben um ein Modell der Marke „ENJOY“.
Bereits nach der Tat im Jahr 2006 suchte die Polizei öffentlich nach Personen, die die Sonnenbrille erkennen oder Angaben zu ihrem damaligen Besitzer machen konnten. Der Zeugenaufruf führte jedoch nicht zur Identifizierung des Mannes.
Die Ermittler interessieren sich insbesondere für Personen, denen um den 13. Juli 2006 in Barntrup ein Mann mit einer solchen Sonnenbrille aufgefallen ist. Dabei könnte nach Angaben aus „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ insbesondere der Bereich am Markt von Bedeutung sein.
Polizei fahndet mit Phantombild
Auf Grundlage der Täterbeschreibung wurde ein Phantombild des gesuchten Mannes erstellt.
Der Tatverdächtige wird für den Tatzeitpunkt 2024 wie folgt beschrieben:
- männlich
- etwa 35 bis 40 Jahre alt
- circa 1,70 Meter groß
- kurze, glatte dunkelbraune Haare
- Dreitagebart
- deutschsprachig
- dunkle Winterbekleidung
- schwarze beziehungsweise dunkle Wollhandschuhe
- führte mutmaßlich eine Waffe mit sich
Während der Tat trug der Mann Wollhandschuhe. Zudem bedrohte er die 18-Jährige mit einer Waffe.
Fall bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“
Am Mittwoch, 19. August 2026, wurde der Fall ab 20:15 Uhr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ vorgestellt.
Die Kriminalpolizei erhofft sich durch die bundesweite Ausstrahlung neue Hinweise zur Identität des Mannes. Im Mittelpunkt der Fahndung stehen neben dem Phantombild insbesondere die Verbindung der beiden Taten durch die DNA-Spur und die 2006 zurückgelassene Sonnenbrille.
Trotz umfangreicher Ermittlungen und der bisherigen Öffentlichkeitsfahndung konnte der Tatverdächtige bislang nicht identifiziert werden.
5.000 Euro Belohnung ausgesetzt
Die Staatsanwaltschaft Detmold hat eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Aufklärung der Tat und insbesondere zur Ermittlung und Ergreifung des Täters führen.
Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges nach Bedeutung der einzelnen Hinweise entschieden.
Polizei sucht weitere Zeugen
Die Ermittler bitten insbesondere um Antworten auf folgende Fragen:
- Wer erkennt den Mann auf dem Phantombild?
- Wer kann Angaben zur Identität oder zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen?
- Wer hat am 8. November 2024 gegen 20 Uhr im Landschaftspark nahe dem Jugendzentrum „@on“ in Bad Salzuflen-Schötmar verdächtige Beobachtungen gemacht?
- Wer kennt die silberfarbene beziehungsweise verspiegelte Sonnenbrille der Marke „ENJOY“?
- Wem ist um den 13. Juli 2006 in Barntrup, möglicherweise im Bereich des Marktes, eine Person mit einer solchen Sonnenbrille aufgefallen?
- Wer kann Angaben zum damaligen Besitzer der Sonnenbrille machen?
Für die Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ richtete die Polizei Lippe am 19. August zwischen 20 Uhr und Mitternacht unter 05231 609 3030 eine eigene Hinweis-Hotline ein.
Weitere Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 1 unter 05231 6090 entgegen. Auch jede andere Polizeidienststelle kann kontaktiert werden.
Da der Gesuchte möglicherweise bewaffnet ist, warnt die Polizei davor, ihn bei einer Sichtung anzusprechen. In diesem Fall soll umgehend über den Notruf 110 die Polizei verständigt werden.
Quelle der Polizeimeldung: Polizei Lippe / Staatsanwaltschaft Detmold