In einem 18-geschossigen Wohnhochhaus in Berlin-Friedrichshain standen zwei übereinanderliegende Wohnungen in Vollbrand. Insgesamt wurden 13 Personen leicht verletzt. Eine Bewohnerin musste aus der Brandwohnung in einen zwei Etagen tiefer positionierten Rettungskorb springen.
Heute Morgen wurden wir zu einem Brand in einem 18-geschossigen Wohnhochhaus in die Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand eine Wohnung im 11. Obergeschoss bereits im Vollbrand. Flammen schlugen aus mehreren Fenstern, dichter Rauch breitete sich über die Gebäudefassade aus.
Im weiteren Einsatzverlauf kam es zu einem Brandüberschlag auf die darüberliegende Wohnung im 12. Obergeschoss. Beide Wohnungen standen zeitweise in voller Ausdehnung in Brand. Viele weitere Wohnungen waren von einem Raucheintrag betroffen.
Besonders herausfordernd waren für uns die Höhe der Einsatzstelle, das Ausmaß des Brandes, die umfangreiche Rauchausbreitung innerhalb des Gebäudes sowie die hohe Anzahl an Betroffenen. Dies machte den Einsatz besonders kräftezehrend und personalintensiv.
Parallel zur Brandbekämpfung führten unsere Einsatzkräfte umfangreiche Menschenrettungsmaßnahmen durch. Von insgesamt 115 Betroffenen mussten 25 Personen gerettet bzw. in Sicherheit gebracht werden. Dies erfolgte überwiegend mithilfe von Brandfluchthauben über den Treppenraum, in einzelnen Fällen aber auch über eine Drehleiter.
So auch in einem besonders dramatischen Fall, bei dem sich eine Person aus der im 11. Obergeschoss gelegenen Brandwohnung durch einen Sprung in einen etwa zwei Etagen unter ihr befindlichen Rettungskorb einer Drehleiter rettete und dort von einem Feuerwehrmann aufgefangen wurde.
Dabei wurde er leicht verletzt und nach rettungsdienstlicher Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.
Auch ein Hund wurde durch unsere Einsatzkräfte aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht und anschließend seinem Besitzer übergeben.
Zur Brandbekämpfung kamen unter anderem drei Löschrohre sowie 35 Pressluftatmer zum Einsatz. Die Brandbekämpfung erfolgte sowohl von außen als auch von innen.
Insgesamt wurden 13 Menschen leicht verletzt und rettungsdienstlich versorgt. Einige von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert. Darüber hinaus betreuten wir zahlreiche Betroffene an der Einsatzstelle.
Zur Bewältigung der hohen Anzahl an Betroffenen und Verletzten wurde ein sogenanntes MANV-Modul (MANV = Massenanfall von Verletzten) eingesetzt. Dieses umfasst neben zusätzlichen Rettungsmitteln auch spezielle Führungsfunktionen, wie einen Leitenden Notarzt (LNA) sowie einen Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL RD).
Nachdem der Brand gelöscht werden konnte, schlossen sich umfangreiche Kontroll-, Nachlösch- und Belüftungsmaßnahmen an. Insgesamt mussten wir 64 Wohnungen und 5 Technik-/Serviceräume kontrollieren und teilweise belüften. Dazu mussten wir auch einige Türen aufbrechen, um Zugang zu den jeweiligen Räumlichkeiten zu bekommen.
Aufgrund der beschriebenen Situation waren insgesamt rund 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort im Einsatz. Die Zahl der eingesetzten Kräfte konnte im Verlauf des späten Vormittags schrittweise reduziert werden.
Zur Sicherstellung des Grundschutzes alarmierten wir mehrere Freiwillige Feuerwehren zur Besetzung umliegender Feuerwachen. Darüber hinaus unterstützten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr auch direkt an der Einsatzstelle. Durch eine Hilfsorganisation wurden die Einsatzkräfte unter anderem mit Kaltgetränken und Snacks versorgt.
Nach Abschluss aller feuerwehrtechnischen Maßnahmen wurde die Einsatzstelle nach etwa fünf Stunden zur Ermittlung der Brandursache an die Polizei übergeben.
Quelle der Polizeinachricht: Feuerwehr Berlin