Berlin – Deutschlandflagge am Reichstag durch Palästinafahne ersetzt
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Drei Männer im Alter von 20, 22 und 32 Jahren haben am Sonntagvormittag (8. November 2026) die Flagge der deutschen Einheit vor dem Reichstagsgebäude in Berlin durch eine Palästinafahne ersetzt. Ein 22-Jähriger kletterte dafür auf den Fahnenmast und warf die Deutschlandflagge zu Boden.
Am Sonntagvormittag (8. November 2026) haben drei Männer am Platz der Republik in Berlin-Tiergarten eine Aktion an der Flagge der deutschen Einheit durchgeführt. Dabei wurde die Deutschlandflagge vom Mast entfernt und durch eine Palästinafahne ersetzt.
22-Jähriger klettert auf Fahnenmast vor dem Reichstag
Nach Angaben der Polizei kletterte ein 22-Jähriger gegen 11.30 Uhr auf das Nationaldenkmal vor dem Reichstagsgebäude. Er nahm die dort gehisste Deutschlandflagge ab, warf sie zu Boden und brachte stattdessen eine Palästinafahne an.
Zwei weitere Männer im Alter von 20 und 32 Jahren standen am Fuß des Fahnenmastes und unterstützten ihn bei der Aktion.
Mann bleibt eine Stunde an der Mastspitze
Alarmierte Polizeikräfte sicherten den Platz der Republik ab und beschränkten zunächst die Bewegungsfreiheit der beiden Männer am Boden.
Der 22-Jährige blieb währenddessen an der Spitze des Fahnenmastes. Er hatte sich mit einem Klettergeschirr gesichert.
Erst gegen 12.30 Uhr kletterte der Mann selbstständig wieder hinunter. Zur gleichen Zeit entfernten Einsatzkräfte mit Unterstützung der Berliner Feuerwehr die Palästinafahne.
Fahnenzugsystem beschädigt
Bei der Aktion wurde nach ergänzenden Medienberichten das Fahnenzugsystem des Nationaldenkmals beschädigt. Die Deutschlandflagge konnte deshalb am Sonntag nicht erneut gehisst werden.
Die sogenannte Flagge der Einheit erinnert an die deutsche Wiedervereinigung. Sie wurde in der Nacht zum 3. Oktober 1990 erstmals gehisst, als die staatliche Einheit Deutschlands in Kraft trat.
Mit einer Fläche von rund 60 Quadratmetern zählt sie zu den größten Bundesflaggen Deutschlands.
Drei Männer von Polizei kontrolliert
Die Polizei nahm alle drei Tatverdächtigen in ihre Maßnahmen auf.
Der 20-Jährige und der 22-Jährige wurden in einen Polizeigewahrsam gebracht. Während für den 22-Jährigen ein Unterbindungsgewahrsam geprüft wurde, sollte der 20-Jährige nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung und einem Platzverweis wieder entlassen werden.
Der 32-Jährige durfte den Einsatzort nach Feststellung seiner Identität verlassen. Auch gegen ihn wurde ein Platzverweis ausgesprochen.
Pro-palästinensische Gruppe bekennt sich zur Aktion
Nach ersten Informationen bekannte sich die pro-palästinensische Gruppierung „Peacefully Against Genocide“ zu der Aktion vor dem Reichstag.
Die Gruppe hatte bereits in der Vergangenheit durch Protestaktionen an bekannten Berliner Gebäuden auf sich aufmerksam gemacht.
Im November 2025 besetzten Aktivisten mit Unterstützung einer Hebebühne zeitweise das Brandenburger Tor und entrollten dort ein Transparent mit einer pro-palästinensischen Botschaft. Auch zu Farbaktionen am Bundeskanzleramt und am Auswärtigen Amt bekannte sich die Gruppierung.
Staatsschutz ermittelt wegen mehrerer Straftatbestände
Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes Berlin führt die weiteren Ermittlungen gegen die drei Männer.
Geprüft werden unter anderem folgende Straftatbestände:
- Verdacht der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole
- Verdacht der gemeinschädlichen Sachbeschädigung
- Verdacht des Hausfriedensbruchs
- Verstoß gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz Berlin
Die Ermittlungen zu den genauen Umständen der Aktion und den entstandenen Schäden dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Berlin