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Berlin – Durchsuchung in besetztem Gebäude in Friedrichshain

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein graues Gebäude mit dem Schild 'HOSTEL Georgshof' über dem Eingang. Vor dem Gebäude steht ein kahler Baum.
Polizeieinsatz im besetzten ehemaligen Hostel Georgshof in Berlin-Friedrichshain zur Identitätsfeststellung mehrerer Personen. (Bildquelle: Google Maps)

Rund 200 Polizeikräfte haben am Donnerstagabend ein seit etwa zwei Jahren besetztes ehemaliges Hotel und Hostel in Berlin-Friedrichshain durchsucht. Zuvor sollen Bauarbeiter und Sicherheitsmitarbeiter bei Arbeiten an dem Gebäude angegriffen und mit Exkrementen beworfen worden sein.

Angriffe auf Bauarbeiter in der Gürtelstraße

Ausgangspunkt für den späteren Großeinsatz waren Vorfälle am Mittwochnachmittag in der Gürtelstraße in Berlin-Friedrichshain.
Nach Angaben der Polizei Berlin wurden gegen 14 Uhr Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 51 zu einem Baustellengelände an einem Mehrfamilienhaus alarmiert, nachdem es dort zu körperlichen Übergriffen gekommen war.
Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf den Geschäftsführer der Baufirma, dessen zwei Mitarbeiter sowie zwei Angestellte eines privaten Sicherheitsdienstes. Diese schilderten gegenüber der Polizei, dass sie im Rahmen der Arbeiten mehrfach körperlich angegriffen worden waren. Zudem sollen sie mit Urin übergossen worden sein. Auch Glasflaschen sollen aus dem Gebäude heraus geworfen worden sein.
Einer der beiden Bauarbeiter wurde laut Polizei von einer Flasche am Kopf getroffen. Der andere erlitt durch berstende Glassplitter Schnittverletzungen im Gesicht. Beide Verletzten wurden von Rettungskräften erstversorgt.

Mahnwache mit zeitweise knapp 70 Personen

Parallel zu den Angriffen solidarisierten sich nach Angaben der Polizei zunehmend Teilnehmer einer auf der gegenüberliegenden Straßenseite stattfindenden Mahnwache.
Zeitweise nahmen knapp 70 Personen an der Mahnwache teil. Teile der Gruppe legten Vermummungen an und betraten unter Unmutsäußerungen die Fahrbahn.
Die Polizei forderte daraufhin schrittweise weitere Unterstützungskräfte an. Dadurch gelang es den Einsatzkräften schließlich, die Situation insgesamt zu beruhigen.

Polizei ordnet temporären Baustopp an

Um eine weitere Eskalation zu verhindern und die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten, ordnete die polizeiliche Einsatzleitung nach dem mutmaßlichen Flaschenangriff einen sofortigen, temporären Baustopp an.
Zudem richtete die Polizei weiträumige Absperrungen rund um das Objekt ein. Damit sollte verhindert werden, dass potenzielle Tatverdächtige unbemerkt flüchten konnten.
Die weiteren Ermittlungen zu einer Vielzahl von Straftaten, darunter unter anderem gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung, übernahm der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes.

Konflikt um Gebäude und geplanten Abriss

Bei dem Objekt handelt es sich nach den vorliegenden Hintergrundinformationen um ein ehemaliges Hotel und Hostel in der Gürtelstraße 39, das seit rund zwei Jahren von einer Gruppe Punks besetzt wird.
Hinter den Ereignissen steht nach den vorliegenden Informationen ein bereits länger andauernder Konflikt um die Nutzung des Gebäudes. Die Immobilie soll vor wenigen Wochen von der dBS Investment GmbH gekauft worden sein. Das Unternehmen plant demnach, den bestehenden Gebäudekomplex abzureißen und an seiner Stelle einen neuen Wohnkomplex zu errichten.
Die dort lebende Gruppe soll sich seit rund zwei Jahren in dem Gebäude aufhalten. Nach Darstellung der Eigentümerseite lebt sie dort ohne Mietverhältnis und kam einer Aufforderung zum Verlassen des Gebäudes nicht nach. Die Eigentümerin wertet das Verbleiben demnach als „verbotene Eigenmacht“ und strebt eine Räumung an.
Die Besetzer wollen das Gebäude dagegen nicht verlassen und prüfen nach den vorliegenden Informationen rechtliche Schritte gegen die Eigentümerin.

Schadstoffsanierung und Rückbauarbeiten

Der Konflikt verschärfte sich im Zusammenhang mit Arbeiten an dem Gebäude. Dort finden nach den vorliegenden Hintergrundinformationen derzeit Schadstoffsanierungen statt. Hierfür wurde unter anderem ein Gerüst aufgestellt. Zudem werden Gebäudeteile wie Fenster zurückgebaut.
Dass es im Zusammenhang mit den Arbeiten zu körperlichen Angriffen, dem Übergießen mit Urin und Glasflaschenwürfen kam, wird durch die Polizei Berlin bestätigt. Ebenso bestätigte die Polizei die Verletzungen der beiden Bauarbeiter und den daraufhin angeordneten temporären Baustopp.

Rund 200 Einsatzkräfte durchsuchen das Gebäude

Am Donnerstagabend war die Polizei schließlich mit rund 200 Einsatzkräften an dem Objekt in Berlin-Friedrichshain im Einsatz. Ziel der Maßnahmen war die Identitätsfeststellung bei mehreren Personen.
Hintergrund war nach Angaben der Polizei der Verdacht, dass Bauarbeiter und private Sicherheitsmitarbeiter des Eigentümers des Objekts körperlich angegriffen und mehrfach mit Exkrementen beworfen worden sein sollen. Ein Teil der Tatverdächtigen soll dabei auch vermummt gewesen sein.
Für die Maßnahmen lag ein auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin erlassener richterlicher Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Tiergarten vor.
Die Polizei stellte ausdrücklich klar, dass es sich bei dem Einsatz nicht um eine polizeiliche Räumung des Objekts handelte.

Sechs Personen in Polizeigewahrsam gebracht

Im Verlauf des Einsatzes betraten die Polizeikräfte das Gebäude. Dort wurden mehrere Personen angetroffen und deren Identitäten festgestellt.
Nach Abschluss der Durchsuchungsmaßnahmen teilte die Polizei mit, dass insgesamt sechs Personen angetroffen und überprüft worden waren. Sie wurden zur erkennungsdienstlichen Behandlung in ein Polizeigewahrsam gebracht.

Schlagwerkzeuge,Schreckschusswaffen und Urinflaschen gefunden

Die Einsatzkräfte fanden bei der Durchsuchung zudem diverse Beweismittel und beschlagnahmten diese.
Darunter befanden sich nach Angaben der Polizei unter anderem Schlagwerkzeuge und Schreckschusswaffen. Außerdem entdeckten die Einsatzkräfte mit Urin befüllte Flaschen, die mit Pyrotechnik versehen waren.
Die Polizei bezeichnete die Durchsuchungsmaßnahmen anschließend als erfolgreich. Einsatzkräfte blieben zunächst weiterhin vor Ort.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Berlin

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