Nach den Ausschreitungen rund um das Fußballspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 sucht die Berliner Polizei mit Fotos nach 18 Tatverdächtigen. Bei den Vorfällen wurden zahlreiche Fans und Polizeibeamte verletzt.
Die
Polizei Berlin bittet mit der Veröffentlichung von Lichtbildern um Mithilfe bei der Identifizierung von 18 Personen.
Am 17.01.2026 kam es im Zusammenhang mit dem Fußballspiel Hertha BSC gegen FC Schalke 04 im Berliner Olympiastadion zu gewalttätigen Ausschreitungen im Bereich der Ostkurve und der angrenzenden Umläufe und Zugänge.
Aus einer größeren Personengruppe heraus wurden Polizeikräfte unter anderem mit Wurfgegenständen
angegriffen. Dabei wurden mehrere Einsatzkräfte verletzt.
Im Rahmen der laufenden Ermittlungen, insbesondere wegen Landfriedensbruchs und weiterer damit im Zusammenhang stehender Straftaten, konnten Bildaufnahmen der bislang unbekannten Tatverdächtigen gesichert werden.
Die Polizei Berlin sucht mithilfe von Bildern nach Verdächtigen der Ausschreitungen beim Hertha BSC-Spiel gegen Schalke 04. (Bildquelle: Polizei Berlin)
Ausschreitungen bereits vor Spielbeginn
Bereits vor dem Anpfiff war es zu erheblichen Ausschreitungen gekommen. Während der Einlassphase gegen 18:35 Uhr wurden Polizeikräfte am Osttor aus Teilen der Hertha-Fanszene heraus verbal aggressiv beschimpft. In diesem Zusammenhang wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.
Nachdem die Gruppe den Einlass passiert hatte, weigerte sie sich zunächst, den Bereich weiter zu passieren. Die Störaktion wurde später beendet und die Personen bewegten sich in Richtung Ostkurve.
Kurz nach 19 Uhr erhielt die Polizei den Hinweis, dass sich etwa 100 Personen der Hertha-Fanszene im Blockzugang zur Ostkurve versammelt und Schutzbewaffnung in Form von Handschuhen und Vermummung angelegt haben sollen.
Zeitgleich wurde bekannt, dass ein Schalke-Fan, der sich mutmaßlich im Bereich der Ostkurve verirrt hatte, körperlich attackiert worden sein soll.
Die Polizei Berlin sucht mithilfe von Bildern nach Verdächtigen der Ausschreitungen beim Hertha BSC-Spiel gegen Schalke 04. (Bildquelle: Polizei Berlin)
Angriffe auf Polizeikräfte
Im Verlauf der polizeilichen Maßnahmen versuchten Teile der gewaltbereiten Fanszene die Gitter des Blockzugangs gewaltsam zu schließen, um Polizeikräften den Zugang zu verwehren.
Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Würfen von Glas- und Plastikflaschen auf Einsatzkräfte. Die Polizei setzte daraufhin Pfefferspray und körperlichen Zwang ein, um die Angriffe zu unterbinden.
Aufgrund der schweren Widerstandshandlungen kam außerdem der Mehrzweckstock zum Einsatz.
Die Einsatzkräfte wurden mit Fahnen- und Holzstangen sowie mit Stuhlverankerungen angegriffen und geschlagen. Zudem wurden Absperrgitter und Metallmülleimer auf
Polizeibeamte geworfen.
Insgesamt wurden fünf Personen wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs festgenommen. Gegen 19:30 Uhr beruhigte sich die Lage.
Die Berliner Polizei sucht mithilfe von Bildern nach maskierten Tatverdächtigen der Ausschreitungen beim Hertha-Schalke-Spiel. (Bildquelle: Polizei Berlin)
Zahlreiche Verletzte
Im Verlauf der
Auseinandersetzungen wurden 31 Personen aus der Hertha-Fanszene und 21 Polizeibeamte leicht verletzt. Der Sanitätsdienst des Veranstalters übernahm die Erstversorgung, überwiegend wegen Atemwegs- und Augenreizungen. Alle Einsatzkräfte blieben dienstfähig.
Es wurden fünf Strafanzeigen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs sowie eine Anzeige wegen
Körperverletzung aufgenommen. Die Festgenommenen kamen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß.
Die Berliner Polizei veröffentlicht Überwachungsbilder von drei Verdächtigen nach Ausschreitungen beim Hertha BSC-Spiel. (Bildquelle: Polizei Berlin)
Weitere Vorfälle im Stadion
Kurz nach Spielbeginn wurde im Bereich des Unterrings der Ostkurve ein Banner mit polizeifeindlichem Slogan gezeigt. Zudem wurden wiederholt polizeifeindliche Parolen skandiert.
Gegen 20:45 Uhr verließ ein größerer Teil der Hertha-Fanszene die Ostkurve und sammelte sich auf dem Olympischen Platz. Dort wurden erneut polizeifeindliche Gesänge angestimmt, bevor sich die Gruppe später entfernte.
Polizei bittet um Hinweise
Die Ermittler fragen:
- Wer kann Angaben zur Identität und/oder den Aufenthaltsorten der abgebildeten Personen machen?
- Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise für die Ermittlungen geben?
Zeugenaufruf
Hinweise nimmt das zuständige Fachkommissariat im Landeskriminalamt in der Ringbahnstraße 132 in 12103 Berlin-Tempelhof unter der Rufnummer (030) 4664-964510 entgegen.
Hinweise können auch per E-Mail an LKA645Fahndung@polizei.berlin.de übermittelt werden.
Zeuginnen und Zeugen können sich außerdem an jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache wenden.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Berlin / Staatsanwaltschaft Berlin