Berngau – Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Bei einer Kontrolle zur Aufbewahrung von Schusswaffen sind am Donnerstag in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz zwei Beschäftigte des Landratsamts tödlich verletzt worden. Ein 60-jähriger Mann soll auf die Mitarbeiter geschossen und sich anschließend in seinem Wohnhaus verschanzt haben.
Bei einer Waffenkontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz sind am Donnerstagnachmittag (8. Oktober 2026) zwei Mitarbeiter des Landratsamts getötet worden.
Ein 60 Jahre alter Mann steht im Verdacht, während einer behördlichen Kontrolle auf die beiden Beschäftigten geschossen zu haben. Anschließend verschanzte er sich nach bisherigen Erkenntnissen in seinem Wohnhaus.
In der Nacht zum Freitag nahmen Spezialkräfte den Tatverdächtigen fest. Er wurde dabei leicht verletzt.
Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle getötet
Gegen 14 Uhr gingen bei Polizei und Rettungskräften mehrere Notrufe wegen Schussgeräuschen in Berngau ein.
Zu diesem Zeitpunkt hielten sich ein 45-jähriger Mitarbeiter und seine 54 Jahre alte Kollegin des Landratsamts Neumarkt bei einem 60-jährigen Waffenbesitzer auf.
Die beiden Beschäftigten führten eine routinemäßige Kontrolle durch. Dabei sollte unter anderem überprüft werden, ob die vorhandenen Schusswaffen ordnungsgemäß aufbewahrt wurden.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 60-Jährige während der Kontrolle das Feuer eröffnet haben.
Der 45-jährige Behördenmitarbeiter wurde tödlich getroffen. Einsatzkräfte fanden ihn später leblos vor dem Gebäude.
Seine 54 Jahre alte Kollegin erlitt ebenfalls schwere Schussverletzungen. Im weiteren Verlauf bestätigte die Polizei, dass auch sie ihren Verletzungen erlegen war.
Tatverdächtiger verschanzt sich in Wohnhaus
Nach den Schüssen riegelte die Polizei den Einsatzort großräumig ab. Spezialkräfte umstellten das Gebäude und versuchten, Kontakt zum mutmaßlichen Schützen aufzunehmen.
Nach ersten Informationen meldete sich der 60-Jährige selbst telefonisch bei der Polizeieinsatzzentrale.
Dabei soll er angegeben haben, sich in seiner Wohnung aufzuhalten, Schusswaffen zu besitzen und geschossen zu haben. Zudem soll er angekündigt haben, sich nicht widerstandslos ergeben zu wollen.
Die Polizei bereitete daraufhin den Zugriff durch Spezialkräfte vor.
Rund 150 Polizisten im Einsatz
An dem Großeinsatz waren rund 150 Polizeikräfte beteiligt. Neben Spezialeinheiten kamen ein Polizeihubschrauber und ein gepanzertes Einsatzfahrzeug zum Einsatz.
Auch Rettungskräfte, Kriseninterventionsteams und das Technische Hilfswerk unterstützten die Maßnahmen. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht zum Freitag an.
Festnahme gegen 2.20 Uhr
Gegen 2.20 Uhr drangen Spezialkräfte in das Wohnhaus ein und überwältigten den 60-jährigen Tatverdächtigen.
Bei dem Zugriff wurde der Mann nach Polizeiangaben durch Schüsse am Bein leicht verletzt. Anschließend wurde er medizinisch versorgt und festgenommen.
Weitere Verletzte unter den eingesetzten Polizeikräften wurden zunächst nicht bekannt.
Motiv und genauer Tathergang noch unklar
Warum der 60-Jährige während der behördlichen Kontrolle geschossen haben soll, ist bislang ungeklärt. Die Ermittler machten zunächst keine gesicherten Angaben zu einem möglichen Motiv.
Auch die genaue Zahl der abgegebenen Schüsse und die weiteren Umstände der Tat sind Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei untersucht zudem den Ablauf des stundenlangen Einsatzes und die Umstände der Festnahme.
Landratsamt trauert um zwei Beschäftigte
Der Tod der beiden Mitarbeiter löste im Landratsamt Neumarkt große Betroffenheit aus. Landrat Martin Meier erklärte, die Beschäftigten seien durch die Nachricht vom Tod ihres Kollegen erschüttert.
Die Angehörigen der beiden Getöteten wurden informiert. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Bayern