Beschlagnahmte Handys entlarven globales Drogen-Netzwerk
Redaktion Polizeiticker Deutschland
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei )
Die Beschlagnahmung von zwei Mobiltelefonen in Schweden führte Ermittler zu einem internationalen Drogen- und Geldwäschenetzwerk. Koordinierte Polizeiaktionen in mehreren Ländern führten zu zahlreichen Festnahmen und Vermögenssicherstellungen.
Die Beschlagnahmung von zwei Mobiltelefonen in einer kleinen schwedischen Stadt hat ein weit verzweigtes kriminelles Netzwerk ans Licht gebracht, das über Europa, Asien und Australien hinweg operierte. Am 4. März führten koordinierte Maßnahmen in Spanien, Schweden und Thailand zu Schlägen gegen zentrale Strukturen des Netzwerks. Die Aktionen bauten auf früheren Ermittlungen in Australien auf.
Die Ermittlungen – unter Leitung schwedischer Behörden und bekannt als Operation Candy – begannen im November 2023, nachdem bei einem lokalen Drogendealer zwei Mobiltelefone sichergestellt worden waren. Was zunächst wie eine lokale Untersuchung wirkte, entwickelte sich rasch zu einem internationalen Fall.
Entschlüsselte Daten decken komplexe Netzwerke auf
Die forensische Analyse der Geräte zeigte verschlüsselte Kommunikation, internationale Kontakte und operative Details. Ermittler stellten fest, dass nicht nur eine einzelne Gruppe beteiligt war, sondern mehrere miteinander verbundene Netzwerke, die im groß angelegten Drogenhandel und in Geldwäsche tätig waren.
Diese Netzwerke waren über ein komplexes Geflecht von Unternehmen und Unterstützern miteinander verbunden, das dazu diente, Logistik, Eigentumsverhältnisse und Finanzströme zu verschleiern. Viele der zentralen Verdächtigen waren den Behörden zuvor nicht bekannt.
Aktivitäten in mehreren Ländern
- Die ausgewerteten Daten zeigten die internationale Struktur der kriminellen Aktivitäten:
- In Schweden wurde der nationale Drogenvertrieb organisiert und Geldwäsche betrieben.
- In Thailand betrieben Mitglieder des Netzwerks einen Online-Handel mit Drogen für Kunden in der nordischen Region.
- In Deutschland wurden 1,2 Tonnen illegaler Drogen beschlagnahmt, die für den australischen Markt bestimmt waren.
- In Australien wurden die mutmaßlichen Empfänger der Lieferung festgenommen.
- In Spanien unterstützte ein hochrangiges Ziel den internationalen Drogenhandel.
Koordinierte Zugriffe und Festnahmen
Am 4. März führten Behörden rund 20 gleichzeitige Hausdurchsuchungen durch und griffen zentrale Knotenpunkte des Netzwerks an. Die Maßnahmen wurden von mehreren Einsatzleitungen in Europa aus koordiniert.
Die Operation führte zu:
- 13 Festnahmen (4 in Spanien, 6 in Schweden, 3 in Thailand)
- Maßnahmen gegen mehrere hochrangige Verdächtige
- Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Wert von rund 4 Millionen Euro
- Zusammen mit früheren Festnahmen in Australien erhöht sich die Gesamtzahl der Festnahmen auf 15 Personen.
- Ermittlungen in Australien
Die australischen Behörden wurden aktiv, nachdem der deutsche Zoll im Februar 2025 eine Lieferung von 1,2 Tonnen illegaler Drogen entdeckt hatte. Die Drogen waren in zwei Containern versteckt, die als Material für den Straßenbau deklariert waren.
Die Container wurden dennoch nach Melbourne weitertransportiert. Ermittler ersetzten die Drogen durch eine ungefährliche Substanz und überwachten die Lieferung. Zwei Männer im Alter von 32 und 52 Jahren stehen inzwischen in Australien wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung vor Gericht.
Neue Struktur organisierter Kriminalität
Die Operation zeigt laut Ermittlern, dass organisierte Kriminalität zunehmend in flexiblen, miteinander verbundenen Netzwerken organisiert ist, statt in klaren hierarchischen Gruppen. Häufig nutzen diese Strukturen legale Unternehmen, etwa in den Bereichen Logistik, Bauwesen oder Immobilien.
Nach einer aktuellen Europol-Analyse missbrauchen 86 Prozent der gefährlichsten kriminellen Netzwerke in der EU legale Unternehmensstrukturen.
Internationale Zusammenarbeit entscheidend
Europol unterstützte die Ermittlungen unter anderem durch Datenanalysen, operative Koordination und Expertise bei Finanz- und Kryptowährungsermittlungen. Die internationale justizielle Zusammenarbeit wurde von Eurojust koordiniert.
An der Operation beteiligt waren Behörden aus Australien, Deutschland, Spanien, Schweden und Thailand.