Am 05.02.2026 gab die Polizei neue Details zu einem außergewöhnlichen Drogenfund in Beverungen (NW) bekannt. In einem Wohnhaus wurden rund 65 Kilogramm synthetische Drogen sichergestellt, versteckt in Solarpaneelen. Auslöser der Ermittlungen war ein drogenpositiver Test bei einem Kleinkind.
Am 05.02.2026 gelang der Polizei in
Beverungen ein ungewöhnlich großer Drogenfund. Bei der Durchsuchung eines Wohnhauses entdeckte sie künstlich hergestellte
Drogen mit einem Gewicht von rund 65 Kilogramm.
Der Fund gelang dank der feinen Spürnase des
Diensthundes „Lemmy“, der die Aufputschpillen an einer ungewöhnlichen Stelle erschnüffelte.
Die Ermittlungen begannen am 14.01.2026, als eine 24-jährige Frau aus Beverungen mit ihrer zweijährigen Tochter das St. Ansgar
Krankenhaus in Höxter aufsuchte. Dem
Mädchen ging es allgemein schlecht, es litt unter Übelkeit.
Diese Menge Tabletten waren in nur einem Solarpaneel versteckt. (Bildquelle: Kreispolizeibehörde Höxter)
Die behandelnden Ärzte stellten fest, dass das
Kind offenbar unter Drogeneinfluss stand. Ein Urintest schlug positiv auf Amphetamine an. Daraufhin wurde die Polizei verständigt.
Die Mutter gab an, sie habe sich mit ihrer Tochter am Vortag auf einem Spielplatz aufgehalten, wo das Kind möglicherweise im Sandkasten versteckte Drogen gefunden und verschluckt habe.
Lemmy erschnüffelte das Versteck in Solarpaneelen. (Bildquelle: Kreispolizeibehörde Höxter)
Die Polizei hatte Zweifel an dieser Darstellung, suchte jedoch zunächst den genannten Spielplatz nach möglichen Drogenresten ab. Dabei wurden weder die eingesetzten Beamten noch der
Polizeihund fündig.
In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Paderborn ordnete ein Richter anschließend eine Durchsuchung der Wohnung der Frau an.
Versteck mit den Aufputschpillen. (Bildquelle: Kreispolizeibehörde Höxter)
Bei der Durchsuchung schlug
Diensthund Lemmy an einem Stapel großer Kartons an, in denen Solarpaneele gelagert waren. Bei genauerer Untersuchung stellten die Einsatzkräfte fest, dass auf der Rückseite der Paneele durch den 27-jährigen Lebensgefährten der Frau eine Schicht Epoxidharz aufgetragen worden war, in die Aufputsch-Tabletten eingegossen waren.
Insgesamt wurden 14 Solarpaneele entdeckt, davon zwölf bereits vollständig mit Amphetaminen versehen. Zwei weitere Paneele waren vorbereitet, aber noch nicht versiegelt. Zusätzlich fanden die Beamten Folienschweißbeutel mit weiteren Captagonpillen mit einem Gewicht von rund 30 Kilogramm.
Insgesamt fanden die Beamten 65 Kilo der Pillen. (Bildquelle: Kreispolizeibehörde Höxter)
Insgesamt wurden etwa 65 Kilogramm der chemisch hergestellten Drogen sichergestellt. Der geschätzte Straßenverkaufswert liegt im siebenstelligen Bereich.
Die Frau und der Mann wurden am 16.01.2026 auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn durch einen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Paderborn in Untersuchungshaft genommen.
Die Ermittlungen dauern an. Um die Betreuung des Kindes, das das Krankenhaus mittlerweile verlassen konnte, kümmert sich das Jugendamt.
Quelle der Polizeinachricht: Kreispolizeibehörde Höxter