Bochum – Autofahrerin fährt einen Kilometer durch U-Bahn-Tunnel
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach einem medizinischen Notfall ist eine Autofahrerin in Bochum offenbar orientierungslos in den Tunnel der Straßenbahn gefahren. Sie legte mit ihrem Auto rund einen Kilometer auf der unterirdischen Strecke zurück und passierte dabei auch eine Haltestelle.
Zu einem ungewöhnlichen und technisch anspruchsvollen Einsatz wurde die Feuerwehr Bochum am Montagvormittag, 24.8.2026, in den Bereich der Castroper Straße alarmiert.
Gegen 10:30 Uhr ging die Meldung ein, dass sich ein PKW im Bereich der unterirdisch geführten Straßenbahnstrecke im Bereich der Haltestelle "Planetarium" befindet.
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass eine Fahrzeugführerin mit ihrem PKW im Bereich der Straßenbahnhaltestelle "Vonovia Ruhrstadion" in Fahrtrichtung Hauptbahnhof in den Tunnelbereich der unterirdisch geführten Straßenbahn eingefahren war.
Medizinischer Notfall offenbar Auslöser
Nach bisherigen Erkenntnissen erlitt die Frau während der Fahrt einen medizinischen Notfall und fuhr offenbar orientierungslos in den Schacht ein.
Im weiteren Verlauf legte die Fahrerin mit ihrem Fahrzeug mehrere hundert Meter im Tunnelbereich zurück. Dabei passierte sie auch eine unterirdische Straßenbahnhaltestelle, bevor der PKW nach etwa einem Kilometer Fahrt im U-Bahn-Schacht zum Stillstand kam.
Glücklicherweise kam es während der gesamten Fahrt zu keiner Begegnung mit einer Straßenbahn, sodass niemand durch den Schienenverkehr gefährdet wurde.
Straßenbahn auf der Strecke evakuiert
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr lokalisierten zunächst die genaue Position des Fahrzeugs im Tunnelbereich. Eine sich ebenfalls auf der Strecke befindliche Straßenbahn wurde durch die BOGESTRA eigenständig und sicher evakuiert.
Die Fahrzeugführerin wurde durch den Rettungsdienst der Feuerwehr Bochum medizinisch erstversorgt. Nach der Versorgung vor Ort wurde die Patientin zur weiteren Untersuchung und Behandlung in ein Bochumer Krankenhaus transportiert.
Auto auf spezielle Rollwagen gehoben
Parallel zu den rettungsdienstlichen Maßnahmen erfolgte die technische Sicherung des Fahrzeugs. In enger Abstimmung mit der BOGESTRA wurde die weitere Bergung vorbereitet.
Gemeinsam mit Mitarbeitenden der BOGESTRA sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der aktuellen Grundlehrgänge der Feuerwehr Bochum wurde der PKW im Tunnelbereich auf spezielle Rollwagen der BOGESTRA angehoben und gesichert.
Anschließend konnte das Fahrzeug mithilfe eines Zwei-Wege-Fahrzeugs kontrolliert aus dem Tunnel gezogen werden.
Strecke mehrere Stunden gesperrt
Während der gesamten Einsatz- und Bergungsmaßnahmen blieb die unterirdisch geführte Straßenbahnstrecke zwischen dem Ruhrstadion und dem Hauptbahnhof für den Verkehr gesperrt. Nach Abschluss aller Maßnahmen wurde die Einsatzstelle an die Betriebsleitung der BOGESTRA übergeben.
Insgesamt waren bis zu 30 Einsatzkräfte gleichzeitig im Einsatz. Im Einsatz waren die Feuer- und Rettungswache Innenstadt, die Hauptfeuer- und Rettungswache 3, Einheiten der Grundausbildungslehrgänge und der Rettungsdienst. Der Einsatz konnte gegen 15:00 Uhr beendet werden.
Quelle der Nachricht: Feuerwehr Bochum