Bovenden – Zoll entdeckt illegale Tankstelle mit Heizöl
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Im Keller des Wohnhauses befand sich eine selbstgebaute Betankungsanlage. (Bildquelle: Hauptzollamt Braunschweig)
Der Zoll hat in Bovenden bei Göttingen eine illegale Tankstelle in einem Wohnhaus entdeckt. Dort wurde Heizöl als Kraftstoff für Fahrzeuge verwendet – ein Fall von Steuerhinterziehung.
Anonymer Hinweis führt zu Durchsuchung
Die Kontrolleinheit Verkehrswege Göttingen des Hauptzollamt Braunschweig hat vor rund drei Wochen ein Wohnhaus im Flecken Bovenden bei Göttingen durchsucht.
Zuvor war beim Zoll ein anonymer Hinweis eingegangen. Demnach soll sich im Keller des Hauses eine selbst gebaute Betankungseinrichtung befinden.

Ein Hinweis eines Zeugen führte zur Entdeckung der Anlage. (Bildquelle: Hauptzollamt Braunschweig)
Heizöl als Kraftstoff genutzt
Bei der Durchsuchung stellten die Zöllner fest, dass dort Heizöl als Kraftstoff für Fahrzeuge bereitgehalten und verwendet wurde.
Heizöl unterliegt nach dem Energiesteuergesetz einem deutlich niedrigeren Steuersatz als Diesel und wird deshalb mit einem speziellen Farbstoff gekennzeichnet. Wird es dennoch als Kraftstoff verwendet, spricht man von sogenannter „Heizölverdieselung“ – einer Form der Steuerhinterziehung.

Vier Tanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 3.200 Litern wurden entdeckt. (Bildquelle: Hauptzollamt Braunschweig)
Tanks mit 3.200 Litern entdeckt
Im Keller fanden die Ermittler vier Tanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von rund 3.200 Litern. Diese waren noch etwa zur Hälfte mit Heizöl gefüllt.
Auffällig war zudem, dass keine Ölheizung an die Tanks angeschlossen war.
Proben aus den Tanks der zum Haushalt gehörenden Fahrzeuge bestätigten den Verdacht: In den Fahrzeugen befand sich kein normaler Diesel, sondern das gekennzeichnete Gasöl (Heizöl).
Steuerstrafverfahren eingeleitet
Noch während der Durchsuchung leitete der Zoll Steuerstrafverfahren gegen die Verantwortlichen ein. Der bislang festgestellte Steuerschaden liegt bereits bei über 1.600 Euro.
Nun wird unter anderem geprüft, wie viel Heizöl in der Vergangenheit bezogen wurde und ob möglicherweise auch andere Personen mit dem illegalen Kraftstoff versorgt wurden.
Die Ermittlungen führt die Strafsachen- und Bußgeldstelle des Hauptzollamts Braunschweig. Den Beschuldigten drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.
Quelle der Polizeinachricht: Hauptzollamt Braunschweig