Header Logo

Polizei

ticker

Baden Wuerttemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein Westfalen
Rheinland Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen Anhalt
Schleswig Holstein
Thueringen
Canton Icon

Entflohener Straftäter tötete 2010 die 23-jährige Melanie Rehmer

Redaktion Polizeiticker Deutschland

Nächster ❯

Entflohener Straftäter tötete 2010 die 23-jährige Melanie Rehmer
Die damals 23-Jährige wurde bei einem Treffen brutal ermordet, der Täter später zu lebenslanger Haft verurteilt. (Bildquelle: Polizei Niedersachsen)

Die Flucht des lebenslang verurteilten Benjamin Fricke sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit. Der 42-Jährige wurde 2011 wegen des Mordes an der 23-jährigen Melanie Rehmer verurteilt, die er zuvor über eine erfundene Online-Identität in seine Wohnung gelockt hatte.

Frauenmörder aus Niedersachsen auf der Flucht – Benjamin Fricke entkam bei Freigang

Das Landeskriminalamt Niedersachsen fahndet öffentlich nach Benjamin Fricke. Der heute 42-Jährige wurde 2011 wegen Mordes an der 23-jährigen Floristin Melanie Rehmer aus Peine zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Am 17. Juni 2026 gelang ihm während eines begleiteten Freigangs die Flucht.
Nach Angaben der Ermittler verließ Fricke gegen 15 Uhr im Bereich Peine-Vöhrum den ihm gewährten Ausgang und setzte sich auf einem Motorrad ab. Seitdem fehlt von dem verurteilten Straftäter jede Spur. Die Polizei schließt nicht aus, dass von ihm eine Gefahr ausgehen könnte.

Mordfall erschütterte Niedersachsen

Der Fall sorgte bereits im Jahr 2010 für großes Aufsehen. Melanie Rehmer, eine 23-jährige Floristin aus Peine, lernte Ende Oktober 2010 über die Online-Plattform „Goolive“ eine vermeintlich 18-jährige Frau namens „Sarah“ kennen. Über mehrere Tage hinweg entwickelte sich zwischen beiden ein enger Kontakt.
Was die junge Frau nicht wusste: Hinter dem Profil verbarg sich Benjamin Fricke. Der damals 27-Jährige hatte eine falsche Identität aufgebaut und sich gezielt als junge Frau ausgegeben. Ermittlungen ergaben später, dass er über verschiedene Chatplattformen Kontakt zu zahlreichen Frauen gesucht hatte. Dabei soll er nach eigenen Angaben versucht haben herauszufinden, wie Frauen denken und reagieren.

In Wohnung gelockt und getötet

Am 30. Oktober 2010 kam es schließlich zu einem Treffen in Frickes Wohnung in Peine. Nach den Feststellungen des Gerichts versuchte der Mann dort, die junge Frau zu sexuellen Handlungen zu zwingen.
Als Melanie Rehmer sich wehrte und Geschlechtsverkehr verweigerte, griff Fricke zu einem Messer. Er fügte seinem Opfer mehrere Stichverletzungen zu. Zudem durchtrennte er die Kehle der 23-Jährigen und verletzte eine Lunge tödlich.
Anschließend versteckte der Täter die Leiche zunächst in einer Mülltonne. Später transportierte er den Leichnam mit dem Auto des Opfers in ein Waldgebiet bei Gifhorn und legte ihn dort ab.
Ein Mann mit kurzem Haar und Bart trägt ein schwarzes T-Shirt mit einem auffälligen Metallica-Design in grüner Farbe. Der Hintergrund ist neutral, und der Fokus liegt auf seinem Oberkörper.
Der Frauenmörder Benjamin Fricke, hier im Jahr 2008, wird nach seiner Flucht aus dem Freigang polizeilich gesucht. (Bildquelle: Landeskriminalamt Niedersachsen)

Obduktion brachte weitere Details ans Licht

Die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergaben, dass Melanie Rehmer nicht vergewaltigt worden war. Allerdings stellte die Obduktion fest, dass der Täter sexuelle Handlungen an dem bereits leblosen Körper vorgenommen hatte.
Die Todesursache waren die massiven Gewaltverletzungen, darunter mehrere Messerstiche, die durchtrennte Kehle und die Verletzung der Lunge.

Chat-Protokolle führten auf die Spur des Täters

Im Zuge der Ermittlungen wertete die Polizei zahlreiche digitale Spuren und Chatverläufe aus. Dabei rückte die angebliche Chat-Freundin „Sarah“ schnell in den Fokus.
Benjamin Fricke legte später ein Teilgeständnis ab und führte die Ermittler zu dem Waldstück bei Gifhorn, in dem die Leiche gefunden wurde. Sein Fahrzeug, ein silberner Mitsubishi Colt, wurde zuvor verlassen am Bahnhof Peine-Vöhrum entdeckt.

Gewaltbereite Vorgeschichte

Vor Gericht wurden auch zahlreiche Vorfälle aus früheren Beziehungen thematisiert. Mehrere ehemalige Partnerinnen schilderten ein kontrollierendes und manipulierendes Verhalten.
Demnach bedrängte Fricke Frauen massiv, verlangte wiederholt sexuelle Kontakte und setzte ehemalige Partnerinnen psychisch unter Druck. Zudem wurden Fälle bekannt, bei denen Haustiere geschädigt oder getötet worden sein sollen. Auch Manipulationen an Fahrzeugen sowie gezielte Verleumdungen ehemaliger Lebensgefährtinnen wurden im Prozess behandelt.
Sachverständige diagnostizierten bei Fricke eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Seine Schuldfähigkeit war nach Einschätzung der Gutachter jedoch nicht eingeschränkt.

Urteil: Lebenslang mit besonderer Schwere der Schuld

Am 27. März 2011 verurteilte das Landgericht Hildesheim Benjamin Fricke wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter besonders schwerer Vergewaltigung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.
Das Gericht sah mehrere Mordmerkmale als erfüllt an. Dazu gehörten insbesondere die Grausamkeit der Tat, niedrige Beweggründe sowie das anschließende Verstecken der Leiche.
Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl beschrieb Fricke in seiner Urteilsbegründung als außergewöhnlich emotionslos. Wörtlich erklärte er, eine derartige emotionale Kälte erlebe man nur selten. Ein Teilgeständnis des Angeklagten bezeichnete das Gericht als unglaubwürdig.

Flucht beim 38. Freigang

Trotz der Verurteilung erhielt Fricke im Laufe der Jahre mehrfach Haftlockerungen. Nach Angaben der Behörden handelte es sich bei dem Termin am 17. Juni 2026 bereits um den 38. begleiteten Freigang seit seiner Verurteilung.
Geplant war ein Besuch bei seiner Mutter in Peine. Während des Ausgangs gelang dem Häftling jedoch die Flucht.
Nach bisherigen Erkenntnissen setzte sich Fricke auf einer schwarz-orangenen KTM Duke 200 mit dem Kennzeichen BS-XY 46 ab. Die Fahndung konzentriert sich unter anderem auf die Regionen Peine und Kassel.

LKA warnt vor dem Gesuchten

Benjamin Fricke ist etwa 1,92 Meter groß und von kräftiger Statur. Die Ermittler weisen darauf hin, dass von dem 42-Jährigen eine Gefahr ausgehen könnte. Konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bestehende Bedrohung der Bevölkerung liegen derzeit jedoch nicht vor.
Die Fahndung nach dem verurteilten Frauenmörder läuft weiterhin mit Hochdruck. Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.
Quelle der Polizeinachricht: Landeskriminalamt Niedersachsen / Gerichtsunterlagen Landgericht Hildesheim

Kategorien:

Niedersachsen
Fahndungen
Zeugenaufrufe

Nächster ❯

Entflohener Straftäter tötete 2010 die 23-jährige Melanie Rehmer