Essen – 18-Jähriger belästigt und attackiert Schulklasse im Zug
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein 18-Jähriger soll in einem Regionalexpress zwei 16-Jährige sexuell belästigt, weitere Schülerinnen bedrängt und zwei 15-jährige Jungen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Bundespolizisten stellten den alkoholisierten und aggressiven Tatverdächtigen.
Am Freitagabend, 11. September 2026, befand sich eine Schulklasse mit dem Regionalexpress RE 100 auf dem Weg ins Münsterland.
Zwei 16-Jährige suchen Schutz
Gegen 22.50 Uhr informierten Bahnmitarbeiter die Bundespolizei über eine sexuelle Belästigung im Zug. Aufgrund einer körperlichen Auseinandersetzung mit mehreren Personen legte der Regionalexpress einen ungeplanten Halt am Haltepunkt Essen-Werden ein.
Mehrere Einsatzkräfte der Bundespolizei begaben sich daraufhin zum Zug. Der Zugbegleiter führte die Beamten zu dem 18-jährigen Beschuldigten.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann zuvor zwei 16-Jährige sexuell belästigt haben. Eine Zeugin berichtete, dass die beiden Jugendlichen ihr Abteil aufgesucht und um Schutz gebeten hätten. Anschließend berichteten sie ihrer Lehrerin von den Vorfällen.
Dem 16-jährigen somalischen Staatsangehörigen soll der 18-Jährige in die Hose gegriffen und ihn am Gesäß sowie im Intimbereich berührt haben.
Eine 16-jährige Deutsche soll der Beschuldigte an den Haaren gezogen und gegen ihren Willen auf den Mund geküsst haben.
Beide Jugendlichen sollen während der Übergriffe in eine Schockstarre gefallen sein.
Weitere Schülerinnen angesprochen
Wenig später soll der 18-jährige irakische Staatsangehörige mehrere Mädchen aus der Schulklasse angesprochen haben. Die Schülerinnen machten ihm deutlich, dass sie dies nicht wollten.
Daraufhin forderte der Zugbegleiter den Mann auf, das Abteil zu verlassen. Dieser Aufforderung soll der 18-Jährige jedoch nicht nachgekommen sein.
Der Bahnmitarbeiter bot der Schulklasse deshalb an, in ein vorderes Abteil des Regionalexpresses zu wechseln.
Zwei 15-Jährige mit Faust ins Gesicht geschlagen
Als zwei 15-jährige Jungen auf dem Weg in das andere Abteil an dem Beschuldigten vorbeigingen, soll dieser beiden mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.
Einer der Jugendlichen blutete anschließend stark aus der Nase. Rettungskräfte untersuchten ihn. Nach Angaben der Bundespolizei erlitt er vermutlich eine Nasenbeinfraktur.
Der zweite 15-Jährige klagte über Schmerzen an der rechten Wange.
Nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten sollten sich die beiden Geschädigten anschließend in Dülmen in ärztliche Behandlung begeben.
Mann soll zuvor im Zug herumgeschrien haben
Mitreisende berichteten den Bundespolizisten, dass der 18-Jährige bereits vor den Übergriffen lautstark im Zug herumgeschrien und Reisende belästigt habe.
Der aus Neuss stammende Mann war offensichtlich alkoholisiert und verhielt sich gegenüber den eingesetzten Bundespolizisten aggressiv. Die Beamten fesselten ihn daraufhin.
18-Jähriger beleidigt und bedroht Bundespolizisten
Auf dem Weg zur Bundespolizeiwache am Essener Hauptbahnhof beleidigte der 18-Jährige die Einsatzkräfte und kam deren Anweisungen nur widerwillig nach.
Auch während seiner Durchsuchung verhielt er sich weiterhin aggressiv. Er versuchte, sich loszureißen, trat wild um sich und drohte den Bundespolizisten mit Gewalt.
Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde der 18-Jährige schließlich in Polizeigewahrsam gebracht.
Mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet
Die Bundespolizei leitete gegen den 18-Jährigen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung und sexuellen Belästigung, Körperverletzung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie der Beleidigung ein.
Quelle der Polizeinachricht: Bundespolizeidirektion Sankt Augustin