Europol – 45 verschleppte ukrainische Kinder identifiziert
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Gemeinsam gehen die Ermittler beim Hackathon Spuren im Netz nach. (Bildquelle: Europol)
Internationale Ermittler haben in Den Haag Informationen zu 45 aus der Ukraine verschleppten Kindern zusammengetragen. Die Daten wurden an ukrainische Behörden übergeben, um laufende Ermittlungen zu unterstützen. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit möglichen Kriegsverbrechen.
Am 16. und 17. April 2026 haben Europol und die Niederlande eine koordinierte Aktion zur Identifizierung und Nachverfolgung von Kindern durchgeführt, die gewaltsam in besetzte Gebiete der Ukraine, in die Russische Föderation oder nach Belarus verbracht wurden.
Insgesamt konnten Informationen zu 45 Kindern ermittelt und an die ukrainischen Behörden weitergegeben werden, um deren laufende Ermittlungen zu unterstützen.

Der "OSINT" Hackathon wird regelmässig von Europol veranstaltet. (Bildquelle: Europol)
An der Initiative nahmen 40 Experten aus 18 Ländern sowie der Internationale Strafgerichtshof und nichtstaatliche Partner teil. Die beteiligten Spezialisten für Open-Source-Intelligence erstellten 45 Berichte mit relevanten Hinweisen, darunter mögliche Transportwege, beteiligte Personen und Einrichtungen sowie digitale Spuren zu Aufenthaltsorten der Kinder.
Die Veranstaltung fand am Sitz von Europol in Den Haag statt und war bereits die dritte ihrer Art. Sie konzentrierte sich erneut auf Fälle, bei denen Kinder gewaltsam aus ihrem gewohnten Lebensumfeld entfernt wurden – ein Vorgehen, das nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen eingestuft werden kann.

Die aus dem Hackathon gewonnen Erkenntnisse werden an Ermittler vor Ort weitergegeben. (Bildquelle: Europol)
Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden bislang mehr als 19.500 Kinder aus besetzten Gebieten in die Russische Föderation oder nach Belarus verbracht. Ein Teil der Kinder soll adoptiert worden sein, andere befinden sich in sogenannten Umerziehungslagern oder psychiatrischen Einrichtungen.
Im Rahmen eines sogenannten „OSINT-Hackathons“ nutzten die Ermittler digitale Werkzeuge und öffentlich zugängliche Datenquellen, um Hinweise zu sammeln und auszuwerten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun weiter analysiert und fließen in die Ermittlungen der ukrainischen Behörden ein.