Bei Razzien gegen ein mutmasslich mit der Camorra verbundenes Netzwerk sind sechs Verdächtige festgenommen worden. Wie Europol am Freitag, 11. September 2026, mitteilte, sollen die Beschuldigten Falschgeld im Wert von mehreren Hunderttausend Euro in Umlauf gebracht haben.
Wie Europol am Freitag, 11. September 2026, mitteilte, wurden die Razzien vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg und der Staatsanwaltschaft Stuttgart koordiniert. Durchsuchungen fanden unter anderem in Stuttgart, im Rems-Murr-Kreis, in Neapel und auf Gran Canaria statt. Insgesamt wurden sechs Haftbefehle vollstreckt. Fünf Beschuldigte kamen in Untersuchungshaft, eine weitere Person wurde unter gerichtlichen Auflagen freigelassen.
Falschgeld im Wert von mehreren Hunderttausend Euro
Im Visier der Ermittler stehen fünf italienische und ein türkischer Verdächtiger. Sie sollen hochwertige gefälschte Euro-Banknoten hergestellt und kriminelle Organisationen in Deutschland und Spanien damit beliefert haben. Nach bisherigen Erkenntnissen gelangten so gefälschte Scheine im Wert von mehreren Hunderttausend Euro in Umlauf.
Die sichergestellten Fälschungen italienischen Ursprungs werden der sogenannten «Napoli Group» zugerechnet. Diese Bezeichnung verwenden Ermittler für Falschgeld, das mit bestimmten professionellen Herstellungsverfahren in Verbindung gebracht wird.
Ermittlungen reichen bis ins Jahr 2021 zurück
Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Festnahme eines damals 47-jährigen Italieners im November 2021 in Baden-Württemberg. Gegen ihn bestand ein internationaler Haftbefehl der italienischen Behörden. Ihm wurden unter anderem Verbindungen zur Camorra sowie Geldfälschung, Geldwäsche und Drogenhandel vorgeworfen.
Nach seiner Auslieferung nach Italien im Jahr 2022 wurde der Mann später wieder freigelassen. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll er jedoch weiterhin Kontakte zu weiteren Verdächtigen unterhalten haben. Darunter sollen sich auch Personen aus der Stuttgarter Gastronomieszene befunden haben, die den illegalen Handel unterstützt haben sollen.
Pistolen, Drogen und Falschgeld beschlagnahmt
Bei den aktuellen Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte unter anderem zwei illegal besessene Pistolen samt Munition, Drogen, gefälschte Euro-Banknoten sowie 16 Mobiltelefone und weitere Datenträger sicher. Das beschlagnahmte Material wird nun ausgewertet.
Europol unterstützte die Operation mit Experten in Neapel und Stuttgart. Sie glichen Erkenntnisse mit Europol-Datenbanken und Systemen der Europäischen Zentralbank ab und unterstützten die beteiligten Behörden bei den Finanzermittlungen.
Neben den deutschen Behörden waren Strafverfolgungsbehörden aus Italien und Spanien sowie das europäische @ON-Netzwerk zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität an der grenzüberschreitenden Operation beteiligt.