Europol – Millionenvermögen organisierter Kriminalität aufgespürt
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Online- und Kryptowährungsbetrug ist inzwischen zu einer wichtigen Einnahmequelle organisierter Kriminalität geworden seien. (Bildquelle: Europol)
Bei einer internationalen Ermittlungsaktion unter Leitung von Europol wurden weltweit Vermögenswerte organisierter Kriminalität in Millionenhöhe identifiziert. An der Aktion beteiligten sich Behörden aus 31 Staaten sowie Partner aus der Finanz- und Kryptobranche.
Internationale Ermittlungswoche gegen Geldwäsche und Organisierte Kriminalität
Europol hat gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus 31 Ländern sowie privaten Partnern die bislang erfolgreichste Einsatzwoche des Projekts A.S.S.E.T. abgeschlossen. Das Projekt dient der Aufspürung und Sicherstellung krimineller Vermögenswerte im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und Geldwäsche.
Die Einsatzwoche fand vom 19. bis 22. Mai 2026 in der Europol-Zentrale in Den Haag statt. Beteiligt waren mehr als 40 Strafverfolgungsbehörden, darunter Vermögensabschöpfungsstellen, Finanzermittler und Spezialeinheiten zur Bekämpfung von Geldwäsche und organisierter Kriminalität. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von Eurojust, Interpol, der Europäischen Staatsanwaltschaft sowie privaten Unternehmen aus dem Finanz- und Kryptowährungsbereich.
Hunderte Konten, Immobilien und Fahrzeuge identifiziert
Nach Angaben von Europol konnten im Rahmen der Aktion zahlreiche Vermögenswerte identifiziert und zurückverfolgt werden, darunter:- 884 Bankkonten
- 80 Unternehmen
- 55 Krypto-Wallets
- 74 Fahrzeuge und ein Wasserfahrzeug
- 44 Immobilien
Sechs der Immobilien sollen allein einen geschätzten Gesamtwert von rund 5,64 Millionen Euro haben. Zudem wurden zwei mutmaßliche Straftäter lokalisiert, einer davon wurde über das europäische Fahndungsnetzwerk ENFAST festgenommen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der tatsächliche Gesamtwert der identifizierten Vermögenswerte deutlich höher liegt und sich auf mehrere Millionen Euro beläuft.
Europol und Partner beschlagnahmen kriminelle Vermögenswerte in erfolgreicher Einsatzwoche gegen Geldwäsche. (Bildquelle: Europol)
Neue Geldwäsche-Methoden entdeckt
Europol erklärte, dass die Ermittlungen auch neue Erkenntnisse über aktuelle Geldwäschemethoden und Vorgehensweisen organisierter Kriminalität geliefert hätten. Diese Informationen sollen in zukünftige Ermittlungen einfließen.
EU-Innenkommissar Magnus Brunner erklärte, dass Online- und Kryptowährungsbetrug inzwischen zu einer wichtigen Einnahmequelle organisierter Kriminalität geworden seien. Deshalb solle die Zusammenarbeit von Europol mit weiteren Behörden künftig weiter gestärkt werden.
Bereits 2025 Millionenwerte bei Krypto-Ermittlungen entdeckt
Europol verwies zudem auf eine frühere Sonderaktion im Oktober 2025, die sich gezielt gegen Kryptowährungs-Kriminalität richtete.
Damals wurden unter anderem:
- 249 Kryptowährungsadressen und Wallets im Gesamtwert von 12,1 Millionen Euro
- 74 Bankkonten
- 40 Unternehmen
- zwei Immobilien im Wert von drei Millionen Euro
- sechs Luxusfahrzeuge identifiziert oder sichergestellt.
Ermittler aus mehr als 30 Ländern beteiligt
An der aktuellen Aktion beteiligten sich Ermittler aus zahlreichen europäischen Staaten sowie aus Australien, den USA und weiteren Ländern.
Europol koordinierte die Zusammenarbeit und stellte Experten für Finanzermittlungen, Kryptowährungen und Open-Source-Analysen zur Verfügung.
Quelle der Nachricht: Europol