Ermittler von Europol und Guardia Civil untersuchen illegal gelagerten Abfall (Bildquelle: Europol)
Bei einer internationalen Operation gegen Umweltkriminalität hat Europol weltweit 337 Personen festgenommen. Ermittler stellten mehr als 127’000 Tonnen Abfall sowie Millionenbeträge sicher.
Europol hat eine große internationale Operation gegen organisierte kriminelle Netzwerke koordiniert, die in Umweltkriminalität, illegalen Abfallhandel und Umweltverschmutzung verwickelt sind. Die Aktion mit dem Codenamen „Custos Viridis“ lief zwischen Januar und Dezember 2025 und umfasste Einsätze auf fünf Kontinenten. Insgesamt beteiligten sich Behörden aus 71 Ländern sowie mehrere internationale Organisationen.
Hunderte Festnahmen und große Sicherstellungen
Nach einer Analysephase von Januar bis Juni folgte zwischen Juli und Dezember 2025 die operative Phase. Weltweit wurden 1’048 Kontrollen durchgeführt. Dabei kam es zu 337 Festnahmen.
Die Behörden stellten unter anderem sicher:
- 127’149 Tonnen Abfall
- 602 Tonnen Schadstoffe, darunter 398 Tonnen fluorierte Treibhausgase (FGas)
- 75 Tonnen Pflanzenschutzmittel
- 2,3 Tonnen Quecksilber
- rund 10 Millionen Euro Bargeld und Kontoguthaben
- zahlreiche Fahrzeuge, Maschinen, Waffen sowie Immobilien
An der internationalen Operation „Custos Viridis“ beteiligte sich auch Deutschland.

Behörden decken massive Umweltverstösse auf (Bildquelle: Europol)
Illegale Geschäfte mit Abfällen und Chemikalien
Ermittlungen zeigten, dass mehrere kriminelle Netzwerke für illegalen Abfallhandel innerhalb Europas sowie für Abfallexporte nach Afrika, Asien und Lateinamerika verantwortlich sind. Einige Gruppen waren zudem in den illegalen Handel mit FGas, den Vertrieb verbotener Pflanzenschutzmittel sowie in illegalen Goldabbau mit Quecksilber und Cyanid verwickelt.
Die Behörden schätzen, dass allein der illegale Handel mit FGas einen Marktwert von 15 bis 20 Millionen Euro erreichen kann. Auch der illegale Umgang mit Abfällen könnte Gewinne von mindestens 31 Millionen Euro generieren.
Globale Netzwerke und neue Methoden
Die Ermittlungen zeigen, dass Umweltkriminalität oft international organisiert ist. Kriminelle nutzen unter anderem:
- gefälschte Dokumente
- Schlupflöcher in der Gesetzgebung
- manipulierte Abfallcodes
- komplexe Firmenstrukturen zur Verschleierung von Geldflüssen
Besonders häufig wurden Altfahrzeuge, Elektroschrott, Textilien, Reifen und Kunststoffabfälle illegal exportiert.
Umweltkriminalität als wachsende Bedrohung
Laut Europol verursacht der illegale Transport und die Ablagerung von gefährlichen Abfällen schwere Umweltfolgen, etwa langfristige Boden- und Wasserverschmutzung. Gleichzeitig stehen solche Aktivitäten oft in Verbindung mit Geldwäsche, Korruption und Dokumentenfälschung.
Europol koordinierte die Operation, unterstützte Ermittlungen mit Analysen und förderte den internationalen Informationsaustausch. Die Behörden betonen, dass Umweltkriminalität weltweit weiter bekämpft werden soll.
Quelle der Nachricht: Europol