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Festnahmen im Vermisstenfall Kerstin Lee Langley nach 19 Jahren

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Eine Frau mit langen, dunklen Haaren und hellem Teint lächelt direkt in die Kamera. Sie trägt dunkle Kleidung.
Kerstin Lee Langley war 39 Jahre alt, als sie im Sommer 2007 verschwand. (Bildquelle: Polizeipräsidium Oberpfalz)

Nach 19 Jahren haben Polizei und Staatsanwaltschaft im Vermisstenfall Kerstin Lee Langley aus Regensburg einen entscheidenden Ermittlungserfolg erzielt. Eine 56-jährige Tatverdächtige machte umfassende Angaben zu einem mutmaßlichen Tötungsdelikt und führte die Ermittler zu menschlichen Knochen im Landkreis Neumarkt.

Im seit 2007 ungeklärten Vermisstenfall Kerstin Lee Langley aus Regensburg haben die Ermittler nach 19 Jahren einen entscheidenden Durchbruch erzielt.
Eine 56-jährige Frau legte umfangreiche Angaben zu einem mutmaßlichen Tötungsdelikt ab und nannte mögliche Ablageorte der Leiche. Bei Grabungen nahe Kadenzhofen im Landkreis Neumarkt entdeckte die Polizei menschliche Knochenfragmente.
(Videoquelle: Redaktion Polizeiticker)

56-Jährige macht nach 19 Jahren umfassende Angaben

Kerstin Lee Langley wurde im Juli 2007 in Regensburg als vermisst gemeldet. Trotz jahrelanger Ermittlungen und mehrfacher Wiederaufnahme des Verfahrens blieb ihr Schicksal zunächst ungeklärt.
Eine entscheidende Wendung brachte der 25. August 2026. An diesem Tag wurde eine heute 56-jährige Deutsche bei der Polizeiinspektion Nittendorf vernommen. Die Frau steht selbst im Verdacht, an der mutmaßlichen Tötung beteiligt gewesen zu sein.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz machte sie umfangreiche Aussagen zum damaligen Geschehen. Bei einer Pressekonferenz am Montag, 19. Oktober 2026, erklärten Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher und der Leiter der Kriminalpolizei Regensburg, Robert Fuchs, dass die Frau ein weitreichendes Geständnis abgelegt habe.
Nach den bisherigen Ermittlungen sollen drei Personen im Jahr 2007 gemeinsam beschlossen haben, Kerstin Lee Langley zu töten.
Festnahmen im Vermisstenfall Kerstin Lee Langley nach 19 Jahren
(Bildquelle: Polizeipräsidium Oberpfalz)

Mutmaßliche Tötung in Regensburger Wohnung

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sich die Tat in einer Wohnung in Regensburg ereignet haben.
Die 56-jährige Beschuldigte soll zunächst versucht haben, Kerstin Lee Langley zu erwürgen. Als ihr dies nicht gelang, soll ein heute 66-jähriger Mann die Tötung übernommen haben.
Ein dritter Tatverdächtiger soll von dem gemeinsamen Vorhaben gewusst haben, ohne unmittelbar an der Tötung beteiligt gewesen zu sein.
Bei diesem Mann handelte es sich nach den Angaben der Ermittler um den damaligen Lebensgefährten der Vermissten. Er war zugleich der frühere Ehemann der heute 56-jährigen Beschuldigten und ist bereits im Jahr 2024 verstorben.
Der 66-jährige Tatverdächtige soll damals mit der 56-Jährigen zusammengewohnt haben.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass alle drei Personen aus unterschiedlichen Gründen einen Groll gegen Kerstin Lee Langley hegten. Zu den konkreten Hintergründen und einem möglichen Tatmotiv machten die Ermittlungsbehörden keine weiteren Angaben.
Eine Karte der Oberpfalz zeigt die Suchbereiche für den Vermisstenfall Kerstin Lee Langley, markiert sind Kadenzhofen und Sulzbach-Rosenberg.
Karte zeigt Suchbereiche in der Oberpfalz, wo neue Hinweise im Fall der vermissten Kerstin Lee Langley untersucht werden. (Bildquelle: Redaktion Polizeiticker)

Knochenfund bei Kadenzhofen bringt entscheidenden Beweis

Nach der mutmaßlichen Tötung soll der Leichnam von Kerstin Lee Langley vergraben worden sein.
Im Rahmen ihrer Vernehmung nannte die 56-Jährige mehrere mögliche Ablageorte. Darunter befanden sich eine Wald- und Wiesenfläche bei Kadenzhofen im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz sowie ein Gebiet bei Sulzbach-Rosenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach.
Am 9. Oktober 2026 begannen Einsatzkräfte auf Grundlage dieser Angaben mit Grabungsarbeiten bei Kadenzhofen. Dabei fanden sie insgesamt sechs menschliche Knochenfragmente.
Die anschließenden DNA-Untersuchungen ergaben nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz, dass die Überreste mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kerstin Lee Langley stammen.
Damit liegt den Ermittlern erstmals ein wesentlicher körperlicher Beweis vor, der das mutmaßliche Tötungsdelikt nach fast zwei Jahrzehnten untermauern könnte.
Bemerkenswert ist die Nähe zu einer früheren Suchstelle: Bereits 2012 hatte die Polizei in der Umgebung nach menschlichen Überresten gesucht. Der aktuelle Fundort liegt nach Angaben aus der Pressekonferenz nur etwa 500 Meter von der damaligen Grabungsstelle entfernt.
Ein grünes Auto parkt vor einem Backsteinhaus am Rand eines Laubwalds. Die Straße ist mit Herbstlaub bedeckt.
Ermittler durchsuchten erfolglos ein Waldgebiet bei Sulzbach-Rosenberg im Fall der vermissten Kerstin Lee Langley. (Bildquelle: Google Maps)

Weitere Suche in Sulzbach-Rosenberg

Wenige Tage nach dem Knochenfund bei Kadenzhofen führten die Ermittler auch in Sulzbach-Rosenberg Sondierungsarbeiten durch. Dort suchten Einsatzkräfte nach weiteren möglichen Spuren und menschlichen Überresten. Hintergrund waren ebenfalls die Angaben der 56-jährigen Tatverdächtigen.
Die Suche blieb bislang ohne Ergebnis. Die Polizei schließt jedoch nicht aus, dass in dem Gebiet weitere Grabungen notwendig werden.
Nach Angaben der Ermittler wurden bei Kadenzhofen bislang lediglich sechs Knochenfragmente gefunden. Ob weitere sterbliche Überreste an anderen Orten liegen, ist weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.

Zwei Tatverdächtige festgenommen

Im Zuge der neuen Ermittlungen nahm die Bayerische Polizei am 15. und am 19. Oktober 2026 zwei Tatverdächtige fest.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 66-jährigen deutschen Mann und die 56-jährige deutsche Frau, deren Aussagen den entscheidenden Ermittlungsfortschritt ermöglicht hatten.
Der 66-Jährige wurde durch Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei in seiner Wohnung angetroffen und festgenommen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Er befindet sich in Untersuchungshaft.
Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Rauscher hat sich der Mann bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert.
Auch gegen die 56-jährige Beschuldigte wurde ein Haftbefehl erlassen. Dieser wurde jedoch außer Vollzug gesetzt. Aufgrund ihrer umfassenden Angaben und ihrer Mitwirkung an den Ermittlungen gehen die Behörden derzeit davon aus, dass keine Fluchtgefahr besteht. Die Staatsanwaltschaft prüft außerdem, ob bei der Frau die sogenannte Kronzeugenregelung zur Anwendung kommen könnte.
Der Tatvorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Totschlag. Die genauen Tatbeiträge der einzelnen Beschuldigten werden weiterhin untersucht.
Eine junge Frau mit langen lockigen Haaren lächelt in die Kamera. Im Hintergrund sind unscharfe Wanddekorationen sichtbar.
Die Polizei erhielt im Cold Case Kerstin Langley neue Hinweise und fand bei Durchsuchungen Hinweise auf ihren Tod. (Bildquelle: Polizeipräsidium Oberpfalz)

Bereits 2012 Hinweise auf mögliches Tötungsdelikt

Der Fall hatte die Kriminalpolizei Regensburg schon vor vielen Jahren beschäftigt.
Nach Angaben aus der Pressekonferenz soll die heute 56-jährige Tatverdächtige bereits 2012 während einer Faschingsfeier behauptet haben, ihr früherer Ehemann habe zwei Frauen getötet.
Eine der damals genannten Frauen konnte jedoch lebend angetroffen werden. Dadurch geriet die Glaubwürdigkeit der Aussagen in Zweifel.
Die Beschuldigte soll die Polizei schon damals zu einem möglichen Ablageort geführt haben. Die dortigen Suchmaßnahmen blieben allerdings erfolglos. Auch spätere Ermittlungsansätze führten zunächst nicht zur Aufklärung des Falls.
Das Bild zeigt das Logo von 'Aktenzeichen XY ungelöst', im Vordergrund eine nächtliche Skyline und das ZDF-Logo.
Der Vermisstenfall Kerstin Lee Langley wurde mehrmals in der Sendung 'Aktenzeichen XY ungelöst' vorgestellt. (Bildquelle: ZDF)

Vermisstenfall mehrfach bei Aktenzeichen XY

Um neue Hinweise zu erhalten, wandte sich die Polizei in den vergangenen Jahren mehrfach an die Öffentlichkeit.
Der Vermisstenfall Kerstin Lee Langley wurde unter anderem in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…“ vorgestellt. Ein weiterer öffentlicher Fahndungsaufruf erfolgte 2024.
Nach einer der Ausstrahlungen meldete sich ein "Seher" bei der Polizei, der angab, den möglichen Ablageort der sterblichen Überreste bestimmen zu können. Die Ermittler gingen diesem Hinweis nach und durchsuchten ein Waldgebiet bei Sinzing. Die Suche blieb jedoch erfolglos.
Erst die neuen Aussagen der 56-jährigen Beschuldigten im August 2026 führten schließlich zu den Grabungsarbeiten und dem Knochenfund bei Kadenzhofen.

Polizei prüft Geständnis und sucht weitere Zeugen

Trotz des erheblichen Ermittlungsfortschritts betrachten Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall noch nicht als abgeschlossen. Derzeit arbeiten die Ermittler daran, die umfangreichen Angaben der 56-Jährigen zu überprüfen und durch weitere Beweise zu bestätigen.
Bei der Pressekonferenz betonte der Leitende Kriminaldirektor Robert Fuchs, dass weiterhin umfangreiche Ermittlungen erforderlich seien.
Die Polizei geht außerdem davon aus, dass in den vergangenen 19 Jahren möglicherweise weitere Personen Informationen über das mutmaßliche Tötungsdelikt erhalten haben könnten. Deshalb bitten die Ermittler weiterhin um Hinweise.

Zeugenaufruf und Belohnung

Hinweise zum Verbleib der Vermissten nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg unter 0941 / 506-2888 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Für Hinweise, die zur Auffindung von Kerstin Langley führen, wurden 10.000 Euro Belohnung ausgelobt.
Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher zeigte sich zuversichtlich, dass der Fall nach fast zwei Jahrzehnten aufgeklärt werden könnte.
Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg fort. Für die beiden Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
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Quelle der Polizeinachricht: Polizeipräsidium Oberpfalz / Staatsanwaltschaft Regensburg / Redaktion

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Bayern
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