Florenz – Deutsche Franka Ludwig aus Habgier im Urlaub ermordet
Florenz – Deutsche Franka Ludwig aus Habgier im Urlaub ermordet
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Symbolbild Polizeifahrzeug Carabinieri (Bildquelle: Rundvald, Public domain, via Wikimedia Commons)
In Italien wurde eine deutsche Kosmetikerin mutmaßlich aus Habgier ermordet. Zwei Personen – ihr Partner und eine Freundin – sollen sie manipuliert und getötet haben, um über drei Millionen Euro aus Lebensversicherungen zu kassieren. Die Tat wurde als Unfall getarnt.
Festnahmen nach Ermittlungen in Florenz
Am 13. Januar 2026 haben Einsatzkräfte der Carabinieri in Florenz und Pontassieve auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Florenz zwei Tatverdächtige festgenommen: den 53-jährigen E. Milza und die 66-jährige S. Hirsch.
Sie stehen im Verdacht, gemeinsam die deutsche Staatsbürgerin Franka Ludwig (52) ermordet zu haben.
Die Frau wurde bereits am 2. Juli 2025 tot an einem Waldweg bei Monte Falterona in der Gemeinde San Godenzo (ca. 50 km nordöstlich von Florenz) aufgefunden. Ein Passant hatte die Leiche entdeckt.
Zunächst deuteten schwere Kopfverletzungen und eine ungünstige Lage der Leiche auf einen Verkehrsunfall hin.
Internationale Ermittlungen und Tatverdacht
Im Verlauf intensiver Ermittlungen – unter Einbindung von über 140 Zeugenbefragungen und internationaler Zusammenarbeit mit Behörden aus Deutschland und Georgien – verdichteten sich Hinweise auf ein geplantes Tötungsdelikt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Hauptbeschuldigte E. Milza, Lebensgefährte des Opfers, die Tat über Jahre hinweg vorbereitet hat.
Manipulation und finanzielle Ausbeutung
Milza lernte Franka Ludwig 2016 kennen und begann laut Staatsanwaltschaft frühzeitig mit einer gezielten emotionalen Manipulation, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie finanziell auszunehmen. Ein zentrales Element war die Überredung zu einer künstlichen Befruchtung per Eizellenspende, die 2025 zur Geburt eines gemeinsamen Kindes führte.
Kurz nach der Geburt schloss Milza insgesamt fünf Lebensversicherungen auf den Namen Ludwigs ab – jeweils mit einer Klausel, die im Todesfall durch einen Unfall die Auszahlungssumme verdreifachte. Die Gesamtentschädigung hätte über drei Millionen Euro betragen.
Planung und Ausführung des Mordes
Laut den Ermittlungen organisierte Milza im Sommer 2025 eine Urlaubsreise nach Florenz, an der auch Ludwigs Eltern teilnahmen. Im Rahmen dieses Aufenthalts arrangierte er einen angeblichen Ausflug in die Wälder des Monte Falterona.
Dort soll er seiner Partnerin heimlich eine hohe Dosis eines Benzodiazepin-Schlafmittels verabreicht haben. Anschließend überließ er seine Komplizin Simona Hirsch der Ausführung der Tat.
Diese brachte die betäubte Frau mit dem Auto zu einem abgelegenen Feldweg, schlug ihr mit einem großen Stein mehrfach auf den Kopf und überfuhr sie anschließend, um einen Unfall vorzutäuschen. Die Joggingkleidung des Opfers sollte einen Freizeitausflug suggerieren.
Dritte Person unter Verdacht
Ein dritter Tatbeteiligter, ein nicht namentlich genannter Florentiner Arbeitsvermittler, steht im Verdacht, Milza bei der Auswahl passender Versicherungsgesellschaften unterstützt zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung wurden umfangreiche Dokumente und digitale Beweismittel sichergestellt.
Obduktion und Tatmotiv
Laut Obduktion war die Todesursache ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Hinweise auf einen tatsächlichen Unfall lagen nicht vor.
Die ermittelnden Behörden werfen den Tatverdächtigen unter anderem Mord, schwere Misshandlung von Familienangehörigen, schweren Betrug und Versicherungsbetrug vor. Das Motiv: reine Habgier.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Generalkommando der Carabinieri (Italien)