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Führerschein soll günstiger werden – Das ist ab 2027 geplant

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein Nahaufnahmebild zeigt ein 'Fahrschule'-Schild auf einem weißen Auto. Im Hintergrund sind herbstliche Bäume sichtbar.
Symbolbild (Bildquelle: Markus Spiske by Pexels)

Der Führerschein könnte in Deutschland ab 2027 deutlich günstiger werden. Die Bundesregierung plant neue Regeln für Fahrschulen und Prüfungen. Fahrschüler könnten dadurch bis zu 1.000 Euro sparen. Doch noch sind nicht alle Details beschlossen.

Ein Führerschein ist für viele junge Menschen eine erhebliche finanzielle Belastung. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums kostet der Pkw-Führerschein der Klasse B derzeit durchschnittlich rund 3.400 Euro.
Mit einer Reform will die Bundesregierung die Ausbildung moderner, flexibler und kostengünstiger gestalten. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) stellte Anfang Oktober mögliche Einsparungen von mehreren Hundert Euro, im günstigsten Fall sogar bis zu 1.000 Euro, in Aussicht.

Weniger Pflichtfahrten und Theorieunterricht per App

Eine der wichtigsten geplanten Änderungen betrifft die praktische Fahrausbildung.
Bisher müssen Fahrschüler für den Pkw-Führerschein zwölf gesetzlich vorgeschriebene Sonderfahrten absolvieren. Dazu gehören fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten und drei Fahrten bei Dunkelheit.
Künftig soll die feste Anzahl entfallen. Fahrten auf Autobahnen, Überlandstrecken und bei Dunkelheit bleiben jedoch Bestandteil der Ausbildung. Wie viele Fahrstunden erforderlich sind, sollen die Fahrlehrer stärker nach dem individuellen Ausbildungsstand beurteilen.
Auch der Theorieunterricht soll flexibler werden. Fahrschulen könnten ihre Unterrichtsinhalte künftig vollständig digital anbieten. Damit wäre es möglich, die Theorie beispielsweise über eine App zu erlernen.

Weniger Fragen bei der theoretischen Prüfung

Weitere Änderungen sind bei der Führerscheinprüfung vorgesehen.
Der derzeit mehr als 1.100 Fragen umfassende Katalog für die theoretische Prüfung soll um etwa ein Drittel reduziert werden.
Gleichzeitig plant die Bundesregierung, das Bewertungssystem zu vereinfachen. Besonders wichtige Fragen zur Verkehrssicherheit sollen weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
Auch die praktische Fahrprüfung könnte künftig etwas kürzer ausfallen.

Übungsfahrten mit Eltern sollen möglich werden

Eine weitere Neuerung betrifft die praktische Ausbildung außerhalb der Fahrschule.
Nach bestandener Theorieprüfung sollen Fahrschüler unter bestimmten Voraussetzungen mit vertrauten Begleitpersonen, beispielsweise ihren Eltern, zusätzliche Fahrpraxis sammeln können.
Diese Möglichkeit soll zunächst erprobt werden. Die Bundesländer könnten selbst entscheiden, ob sie das Modell einführen.
Die professionelle Fahrausbildung soll dadurch ergänzt und nicht vollständig ersetzt werden.

Was soll sich beim Führerschein ab 2027 ändern?

  • Kosten: Im besten Fall bis zu 1.000 Euro weniger.
  • Theorieunterricht: Lernen per App oder digitalem Unterricht soll möglich werden.
  • Prüfungsfragen: Der Fragenkatalog soll deutlich verkleinert werden.
  • Sonderfahrten: Die bisher festgelegte Anzahl von zwölf Fahrten soll entfallen.
  • Fahrprüfung: Eine kürzere praktische Prüfung ist vorgesehen.
  • Übungsfahrten: Zusätzliche Fahrpraxis mit vertrauten Personen soll erprobt werden.
Alle genannten Änderungen sind Teil der geplanten Reform und noch nicht endgültig in Kraft.

Wann wird der Führerschein günstiger?

Die Bundesregierung strebt an, dass die Reform möglichst Anfang 2027 in Kraft tritt. Ein verbindlicher Termin steht allerdings noch nicht fest.
Die notwendigen gesetzlichen Änderungen müssen noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen.
Ob und wie stark die Kosten tatsächlich sinken, hängt außerdem von den Fahrschulen, den regionalen Preisen und der individuell benötigten Anzahl an Fahrstunden ab.

Lohnt es sich, mit dem Führerschein bis 2027 zu warten?

Wer seinen Führerschein in nächster Zeit machen möchte, sollte nicht automatisch auf die Reform warten.
Denn selbst wenn die geplanten Änderungen Anfang 2027 in Kraft treten, ist nicht garantiert, dass Fahrschulen ihre Preise unmittelbar senken.
Zudem unterscheiden sich die Kosten regional erheblich. Auch die Anzahl der benötigten Fahrstunden beeinflusst den Endpreis.
Fest steht: Die Bundesregierung will den Führerscheinerwerb langfristig günstiger machen, ohne die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen.
Quelle der Nachricht: Bundesregierung, Bundesministerium für Verkehr (BMV)

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