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Glücksburg – Neue Details zum Fund eines männlichen Torso im Wald

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Die Polizei suchte das Waldgebiet am Fundort ab. Weitere Leichenteile wurden dabei nicht gefunden.
Waldstück mit herabgefallenen Blättern und Ästen. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Nach dem Fund eines männlichen Torsos in einem Waldgebiet bei Glücksburg veröffentlicht die Mordkommission Flensburg neue Ermittlungsergebnisse. Besonders auffällig sind ein spezieller Matratzenbezug, ungewöhnliche Müllbeel und eine Boxershorts. Die Identität des Toten ist weiterhin unbekannt.

Fast drei Monate nach dem Fund eines menschlichen Torsos bei Glücksburg an der Ostsee bittet die Mordkommission Flensburg erneut um Mithilfe aus der Bevölkerung.
Die Ermittler zeigen nun Gegenstände, die zusammen mit den sterblichen Überresten gefunden wurden. Sie hoffen, dadurch Hinweise auf die Identität des Mannes, die Herkunft der Gegenstände und mögliche Verantwortliche zu erhalten.
Bislang konnten weder die Identität des Toten noch die Todesursache oder der Todeszeitpunkt geklärt werden.
Ein dunkelblaues Bündel, dicht mit Klebeband umwickelt, liegt auf einem mit Gras bedeckten Boden. Es befindet sich in einer offenbar abgelegenen Gegend, möglicherweise in einem Waldstück.
Der Torso war in Müllbeutel und einen Matratzenbezug eingewickelt und mit Klebeband verschnürt. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Jäger entdeckt verpackten Torso im Wald

Am Dienstagnachmittag, 11. August 2026, entdeckte ein Jäger auf der Halbinsel Holnis bei Glücksburg ein auffälliges Paket im Waldgebiet Friedeholz.
Da ihm der Gegenstand verdächtig vorkam, verständigte er die Polizei. Die Einsatzkräfte öffneten das Paket und fanden darin den Torso eines Mannes. Kopf, Arme und Beine fehlten.
Der Oberkörper war mehrfach in Müllbeutel und einen Matratzenbezug eingewickelt sowie mit Klebeband verschnürt.
Die Polizei geht davon aus, dass der Torso vermutlich erst wenige Tage vor seiner Entdeckung im Wald abgelegt wurde.
Bei umfangreichen Suchmaßnahmen durchkämmten Einsatzkräfte das Waldgebiet. Am 20. August waren dabei rund 30 Polizisten und zwölf Leichenspürhunde aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Weitere Leichenteile wurden nicht gefunden.
Eine graue Matratzenauflage liegt zusammengepackt auf einem weißen Hintergrund, begleitet von einer Verpackungsbox mit dem Logo 'aks Saniflow II' und einer Anleitung.
Ein Bezug dieses Matratzenmodells umhüllte den Torso. Die Polizei sucht Hinweise zur Herkunft. Symbolfoto. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Spezieller Matratzenbezug könnte wichtige Spur sein

Eine Besonderheit ist der dunkelblaue Bezug einer Saniflow-II-Wechseldruckmatratze des Herstellers AKS, in den der Torso eingewickelt war.
Dabei handelt es sich um ein Medizinprodukt, das unter anderem zur Versorgung von Patienten mit Druckgeschwüren eingesetzt wird. Das System besteht aus einem Kompressor, einer Luftkammermatratze und dem dazugehörigen Bezug. Solche Matratzen werden üblicherweise nach ärztlicher Verordnung über Sanitätshäuser ausgegeben.
Eine blaue, luftbefüllbare Matratze liegt flach und zeigt ein Logo der Landespolizei Schleswig-Holstein. Eine weiße Verbindung ist sichtbar.
Der Torso war in den Bezug einer solchen Pflegematratze eingewickelt. (Symbolfoto) (Bildquelle: Polizei Flensburg)
Der sichergestellte Bezug stammt aus dem Produktionsjahr 2016. Von dieser Ausführung wurden nach Angaben der Ermittler lediglich 300 Exemplare hergestellt.
Die Polizei vermutet, dass der Matratzenbezug aus dem Umfeld des Opfers oder einer möglicherweise an der Tat beteiligten Person stammen könnte.
Das Bild zeigt ein Elektrozäungerät mit mehreren Kabeln, auf einem weißen Hintergrund platziert. Das Gerät ist beschriftet.
Der Kompressor gehört zu dem Matratzensystem, dessen Bezug zum Einwickeln des Torsos verwendet wurde. Symbolfoto. (Bildquelle: Polizei Flensburg)
Die Ermittler möchten deshalb wissen, wo eine solche Matratze verwendet wurde, inzwischen nicht mehr vorhanden ist oder ob jemand einen entsprechenden Bezug außerhalb seines eigentlichen Verwendungszwecks gesehen hat.
Ein grünlich verfärbtes Kunststoffmaterial mit einem aufgedruckten Zahlencode ist abgebildet. Das Bild zeigt außerdem ein Lineal zur Größendarstellung.
Ein auffälliger Aufdruck auf den Müllbeuteln könnte helfen, deren Herkunft zu klären. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Ungewöhnliche Müllbeutel mit rotem Zugband

Der Torso war außerdem in insgesamt vier vermutlich 35 Liter fassende Haushaltsmüllbeutel eingewickelt.
Die Beutel sind türkisgrün und besitzen ein rotes Zugband. Auffällig sind aufgedruckte Symbole und eine Zahlenfolge.
Die Kriminalpolizei versuchte bereits, die Herkunft über Handelsketten und große Hersteller zu ermitteln. Diese Nachforschungen führten bislang zu keinem Ergebnis.
Nun hoffen die Ermittler, dass jemand die Beutel wiedererkennt und einem bestimmten Produkt oder Geschäft zuordnen kann.
Ein verbranntes Kleidungsstück liegt auf einem weißen Hintergrund, sichtbar ist der 'CARLO COLUCCI'-Schriftzug. Unten ist eine Skala für Größenvergleich abgebildet.
Der unbekannte Tote trug eine schwarze Boxershorts der Marke Carlo Colucci in Größe L. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Boxershorts wurde 2017 bei Norma verkauft

Ein weiterer Ermittlungsansatz ist die Kleidung des unbekannten Mannes.
Der Torso war mit einer schwarzen Boxershorts der Marke Carlo Colucci in Größe L bekleidet.
Nach den Ermittlungen wurde das Kleidungsstück 2017 in Tschechien hergestellt und im März desselben Jahres ausschließlich beim Discounter Norma verkauft.
Abbildung der Verpackung von Carlo Colucci Herren Retro-Shorts, 2er Pack, mit Details zu Material und Größe.
Die Boxershorts wurden im März 2017 ausschließlich bei Norma im Doppelpack verkauft. Symbolfoto der Verpackung. (Bildquelle: Polizei Flensburg)
Die Boxershorts wurde damals im Doppelpack für 9,99 Euro als Sonderangebot angeboten. Der überwiegende Teil der Ware wurde in Ostdeutschland verkauft.
Nach Angaben der Polizei kann ausgeschlossen werden, dass dieses Produkt in anderen Geschäften oder nach 2017 erneut regulär angeboten wurde.
Die Ermittler hoffen, dass die ungewöhnlich genaue Zuordnung der Kleidung Hinweise auf die Herkunft oder das persönliche Umfeld des Verstorbenen liefert.
Das Bild zeigt eine Luftaufnahme eines braunen Sees, umgeben von dichten grünen Wäldern. Keine Menschen oder Fahrzeuge sichtbar.
Im Waldgebiet Friedeholz bei Glücksburg entdeckte ein Jäger am 11. August 2026 den verpackten Torso. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Was die Gerichtsmedizin über den Toten weiß

Die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Verstorbenen sehr wahrscheinlich um einen Mann im mittleren bis höheren Lebensalter handelt.
Eine DNA-Phänotypisierung lieferte weitere Hinweise auf sein Aussehen. Demnach hatte der Mann blaue Augen und helle Haut.
Am untersuchten Torso wurden keine Tätowierungen, Narben oder anderen individuellen körperlichen Merkmale festgestellt. Ob sich an den fehlenden Armen oder Beinen Tätowierungen befanden, ist unbekannt.
Auch Hinweise auf eine schwerwiegende Erkrankung liegen bislang nicht vor.
Wegen der Produktionsjahre der sichergestellten Gegenstände prüfen die Ermittler außerdem, ob der Leichnam möglicherweise über längere Zeit eingefroren gewesen sein könnte. Ergebnisse der dazu veranlassten Untersuchungen stehen noch aus.
Eine grüne, abgenutzte Plane liegt flach ausgebreitet neben einer vertikalen Messleiste auf einer weißen Fläche.
Der Tote war in mehrere türkisgrüne Müllbeutel mit rotem Zugband eingewickelt. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Mordkommission sucht auch nach länger vermissten Männern

Die Polizei bittet ausdrücklich auch um Hinweise auf Männer, die bereits seit längerer Zeit vermisst werden oder deren Verbleib seit Monaten oder Jahren ungeklärt ist.
Von besonderem Interesse sind außerdem Personen, die den Matratzenbezug, die auffälligen Müllbeutel oder die Boxershorts wiedererkennen.
Eine Karte zeigt die Region Glücksburg mit dem markierten Waldgebiet Friedeholz, wo ein Torso entdeckt wurde.
Eine Karte von Glücksburg zeigt das Waldgebiet Friedeholz, wo ein menschlicher Torso entdeckt wurde. (Bildquelle: Redaktion Polizeiticker)
Gesucht werden zudem Zeugen, die im Bereich des Waldgebiets Friedeholz und des Pugumer Sees verdächtige Personen, Fahrzeuge oder ungewöhnliche Gegenstände beobachtet haben. Dabei sind insbesondere Wahrnehmungen rund um den 11. August 2026 wichtig.
Die Ermittler bitten auch Menschen um Hinweise, die sich an ein auffälliges Paket erinnern, das möglicherweise transportiert oder im Wald abgelegt wurde.
Das Bild zeigt eine Luftaufnahme eines braunen Sees, umgeben von dichten grünen Wäldern. Keine Menschen oder Fahrzeuge sichtbar.
Im Waldgebiet Friedeholz bei Glücksburg entdeckte ein Jäger am 11. August 2026 den verpackten Torso. (Bildquelle: Polizei Flensburg)

Polizei veröffentlicht Video und setzt 5.000 Euro Belohnung aus

Da die bisherigen Ermittlungen weder zur Identifizierung des Opfers noch zu konkreten Hinweisen auf mögliche Täter führten, haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen Teil ihrer Ermittlungsergebnisse öffentlich gemacht.
Das rund sechsminütige Video zeigt unter anderem den Fundort sowie die sichergestellten Gegenstände und erläutert die offenen Fragen der Mordkommission.
Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung eines Täters oder einer Täterin führen.
Außerdem wird der Fall am Mittwoch, 4. November 2026, um 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst vorgestellt.
Ein Mann in einem dunklen Anzug steht vor einem hölzernen Tisch im Studio von Aktenzeichen XY ungelöst, mit einem Bildschirm im Hintergrund.
Neue Hinweise im Fall des Torsos von Glücksburg: Polizei ermittelt nach ZDF-Sendung weiter. (Bildquelle: ZDF/Nadine Rupp)

Polizei bittet um Hinweise zu Personen und Fahrzeugen

Die Ermittler interessieren sich besonders für Beobachtungen im Bereich des Waldstücks Friedeholz und des Pugumer Sees.
Gesucht werden Hinweise auf verdächtige Personen, Fahrzeuge oder ungewöhnliche Vorkommnisse, die möglicherweise bereits Tage oder Wochen vor dem Fund am 11. August bemerkt wurden.

Zeugenaufruf

Zeugen können sich unter der Telefonnummer 0461 484 5555 bei der Polizei melden.

Darüber hinaus steht das Hinweisportal https://sh.hinweisportal.de/ zur Verfügung. Dort können Hinweise sowie Bild- und Videodateien übermittelt werden. Auch anonyme Meldungen sind möglich.

Die Ermittlungen der Mordkommission Flensburg und der Staatsanwaltschaft Flensburg dauern an.

Erstmeldung

Zeugenaufruf Glücksburg – Leiche im Wald gefunden

Quelle der Polizeinachricht: Polizeidirektion Flensburg / Staatsanwaltschaft Flensburg

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