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Göttingen – Tatverdächtiger nach Schüssen auf Polizist gefasst

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein Polizist in Uniform steht in einer gefliesten Zelle, während ein Mann mit dem Kopf in der Hand auf einer Bank sitzt.
Polizist im Raum mit einer Person auf einer Bank sitzend. (Bildquelle: Bundespolizeidirektion München)

Nach den Schüssen auf einen Polizeibeamten am Weender Tor in Göttingen hat sich der gesuchte 16-Jährige der Polizei gestellt. Der Jugendliche steht im Verdacht, bei einer Auseinandersetzung rivalisierender Großfamilien mehrere Schüsse abgegeben und einen Beamten schwer verletzt zu haben.

Nach den Schüssen auf einen Polizeibeamten am Abend des 13. Juni 2026 in der Göttinger Innenstadt hat sich der gesuchte Tatverdächtige am Dienstagabend der Polizei gestellt.
Der 16-jährige Göttinger erschien am 16. Juni in Begleitung seines Rechtsanwalts bei der Polizei Göttingen. Gegen den Jugendlichen war zuvor mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet worden.

Schüsse bei Auseinandersetzung rivalisierender Großfamilien

Nach bisherigen Ermittlungen steht der 16-Jährige im dringenden Verdacht, am Samstagabend gegen 22:15 Uhr im Bereich Weender Tor im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Großfamilien mehrere Schüsse mit einer scharfen Schusswaffe abgegeben zu haben. Dabei wurde ein Polizeibeamter schwer verletzt.
Der verletzte Beamte konnte zwischenzeitlich medizinisch stabilisiert werden. Eine akute Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben nicht mehr.

Mordkommission eingerichtet

Zur Aufklärung des Falls richtete die Polizeiinspektion Göttingen unmittelbar nach der Tat eine Mordkommission ein. Die Ermittlungen zu den genauen Abläufen, den Hintergründen sowie einem möglichen Tatmotiv dauern weiterhin an.

Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen

Bereits in der Nacht der Tat und in den darauffolgenden Tagen leitete die Polizei umfangreiche Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen ein. Die Koordination erfolgte im Rahmen einer besonderen Aufbauorganisation, die rund um die Uhr arbeitete. Unterstützt wurde die Polizei Göttingen unter anderem von Kräften anderer Polizeiinspektionen der Polizeidirektion Göttingen sowie von Einheiten der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen.
Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Ermittler und Spezialeinsatzkräfte am 14. Juni drei Wohnhäuser im Umfeld des Tatverdächtigen in Göttingen und Gieboldehausen. Dabei wurden unter anderem mehrere Mobiltelefone sichergestellt. Der Jugendliche konnte zunächst jedoch nicht angetroffen werden.

Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung

Parallel dazu gingen nach den öffentlichen Fahndungsaufrufen zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein. Allein das von der Polizei eingerichtete Hinweisportal für private Foto- und Videoaufnahmen wurde mehr als 2.000 Mal aufgerufen. Die Auswertung der eingegangenen Hinweise dauert an.

Polizei spricht von wichtigem Ermittlungserfolg

Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn bezeichnete die Festnahme als wichtiges Signal für die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaates. Nach Einschätzung der Polizei dürften insbesondere der hohe Fahndungsdruck, die starke Polizeipräsenz, der Einsatz von Spezialeinheiten sowie der Europäische Haftbefehl dazu beigetragen haben, dass sich der Jugendliche stellte.
Auch Inspektionsleiter Marco Hansmann hob die intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Ermittler sowie die Unterstützung durch die Staatsanwaltschaften Göttingen und Braunschweig hervor. Die Aufklärung der Hintergründe der Tat stehe nun weiter im Fokus.

Mordkommission sucht Parkplatznutzer und weitere Zeugen

Für die weitere Aufklärung des komplexen Tatgeschehens bittet die eingerichtete Mordkommission weiterhin um Hinweise.
Insbesondere werden alle Autofahrerinnen und Autofahrer gesucht, die ihre Fahrzeuge am Samstag, 13. Juni 2026, zwischen 20:00 Uhr und 24:00 Uhr auf dem öffentlichen Großraumparkplatz an der Weender Landstraße in der Nähe der ESSO-Tankstelle geparkt hatten.

Die Polizei fragt:

  • Wer kann Angaben zu den Abläufen am Tatabend machen?
  • Wer hat im Bereich Weender Tor, Weender Landstraße, Campus/Unigelände, Kreuzbergring oder auf dem Großraumparkplatz verdächtige Personen, Fahrzeuge oder sonstige Auffälligkeiten beobachtet?

Zeugenaufruf

Hinweise nimmt die Mordkommission der Polizei Göttingen rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0551 / 491-2115 entgegen.

Quelle der Polizeinachricht: Polizeiinspektion Göttingen / Staatsanwaltschaft Braunschweig

Kategorien:

Niedersachsen
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