Grainau – Bergretter entdecken Knochen an der Zugspitze
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Bei einer gemeinsamen Übung und Aufräumaktion am Höllentalferner bei Grainau haben Bergretter drei Knochen entdeckt. Die Polizei untersucht nun, ob sie von einem Menschen stammen und ob ein Zusammenhang mit Vermisstenfällen besteht.
Am Samstag, 10. Oktober 2026, fand im Höllental bei Grainau eine gemeinsame Übung der Bergwacht Grainau und der Polizeihubschrauberstaffel Bayern statt. Neben verschiedenen Rettungsübungen stand auch eine Aufräumaktion am Höllentalferner auf dem Programm.
Insgesamt 14 Einsatzkräfte der Bergwacht Grainau, zwei Beamte der Alpinen Einsatzgruppe West sowie vier Besatzungsmitglieder der Polizeihubschrauberstaffel Bayern waren ab 7 Uhr morgens mit dem Polizeihubschrauber «Edelweiss 6» unterwegs. Ausgangspunkt war der Bergwacht-Tallandeplatz in Grainau.
Im Rahmen der Gebirgsflugausbildung übte die Hubschrauberbesatzung Landungen und Windenoperationen im anspruchsvollen Gelände. Die Einsatzkräfte wurden an verschiedenen Stellen des Höllentalferners abgesetzt und begannen dort mit einer umfangreichen Aufräumaktion, die zugleich als Ausbildung für Alpintechniken im Eis diente.
Dabei entfernten die Einsatzkräfte zahlreiche Hinterlassenschaften aus dem hochalpinen Gelände. Neben Plastikflaschen fanden sie alte oder beschädigte Ausrüstungsgegenstände wie Kleidung, Schlafsäcke, Rucksäcke, Grödel, Steigeisen und Stöcke. Auch ausgediente Drahtseile und Alteisen von Klettersteig-Bauarbeiten wurden eingesammelt.
Insgesamt konnten drei grosse Säcke mit rund 700 Kilogramm Abfall ins Tal geflogen werden. Die Transporte dienten gleichzeitig als Training für Lastenflüge mit dem Hubschrauber.
Zu den besonderen Funden gehörten zwei GoPro-Kameras sowie mehrere Knochen.
Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt drei Knochen sichergestellt. Noch ist unklar, ob sie von einem Menschen oder einem Tier stammen und wie lange sie bereits im Gletschergebiet lagen. Nach Angaben eines Arztes vor Ort könnte es sich um menschliche Knochen handeln.
Die Polizei lässt die Knochen untersuchen und prüft dabei auch mögliche Zusammenhänge mit Vermisstenfällen in der Region. Sollten sich die Funde als menschliche Überreste herausstellen, würde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.
Parallel zur Aufräumaktion erkundeten und markierten die Einsatzkräfte mögliche Landeplätze für künftige Rettungseinsätze. Zudem begutachteten sie den neu eingerichteten zweiten Einstieg oberhalb des Höllentalferners.
Quelle der Polizeinachricht: Bergwacht Grainau / Polizeipräsidium Oberbayern Süd