Gunzesried – Hund nach 32 Stunden aus Brandruine gerettet
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein verheerender Brand hat in der Silvesternacht zwei Wohngebäude im Blaichacher Ortsteil Gunzesried zerstört. Sieben Menschen wurden verletzt, der Schaden liegt im Millionenbereich. Besonders dramatisch: Eine Schäferhündin überlebte mehr als 32 Stunden in der einsturzgefährdeten Brandruine.
Rasante Brandausbreitung in der Silvesternacht
Am frühen Morgen des 01.01.2026 kam es gegen 03:00 Uhr im Blaichacher Ortsteil Gunzesried zu einem schweren Gebäudebrand.
Nach bisherigem Ermittlungsstand brach das Feuer im Bereich unter einer Eingangsüberdachung eines Wohnhauses aus und breitete sich aufgrund der rasanten Brandausbreitung auf ein unmittelbar danebenstehendes weiteres Wohngebäude aus. Beide Häuser wurden erheblich beschädigt.
Großeinsatz bei eisigen Temperaturen
Um kurz vor 3 Uhr wurden die Feuerwehren Gunzesried, Bihlerdorf und weitere Kräfte alarmiert. Bereits auf der Anfahrt ging die Meldung ein, dass sich noch Personen im Haus befinden und das Feuer bereits auf den Dachstuhl übergreift.
Durch die Feuerwehr Gunzesried wurde umgehend die Menschenrettung über tragbare Leitern eingeleitet. Parallel dazu veranlasste der Einsatzleiter eine Nachalarmierung weiterer Kräfte.
Die Feuerwehr wurde zunächst mit einer Drehleiter nachalarmiert. Aufgrund der schnellen Ausbreitung des Feuers und der massiven Rauchentwicklung rückten im weiteren Verlauf nahezu alle verfügbaren Fahrzeuge an.
Mehrere Trupps unter Atemschutz machten sich sofort auf den Weg ins Brandobjekt. Glücklicherweise befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand mehr im Gebäude, sodass sich die Einsatzkräfte vollständig auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnten.
Die eisigen Temperaturen von rund −12 Grad stellten Mensch und Material vor zusätzliche Herausforderungen. Das eingesetzte Löschwasser verwandelte die Einsatzstelle zunehmend in eine gefährliche Eisfläche. Einsatzkleidung wurde steif und kalt, Atemschutztechnik sowie einzelne Schläuche froren teilweise ein, was die Arbeiten erheblich erschwerte.
Insgesamt waren mehr als 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Rettungsdienstes, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Johanniter sowie des Technischen Hilfswerks stundenlang im Einsatz.
Neun Bewohner konnten von der Feuerwehr aus den Gebäuden gerettet werden. Sieben Personen erlitten leichte Verletzungen und wurden medizinisch versorgt, teilweise in Krankenhäuser eingeliefert.
Nach dem Löschen der offenen Flammen wurden mit einem Bagger letzte Glutnester freigelegt und gezielt abgelöscht, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Der Einsatz konnte schließlich gegen 11 Uhr beendet werden.
Der entstandene Sachschaden wird nach ersten Schätzungen auf rund eine Million Euro beziffert.
Als mögliche Brandursache kann ein Feuerwerkskörper derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Hund bleibt in einsturzgefährdeter Ruine zurück
Während alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten, blieb eine einjährige Schäferhündin zunächst in der Brandruine zurück. Ein zweiter Hund der Familie konnte noch in der Brandnacht gerettet werden. Aufgrund der akuten Einsturzgefahr des Gebäudes war eine sofortige Rettung der Hündin jedoch nicht möglich.
Am Donnerstagabend, rund einen Tag nach dem Brand, meldeten Zeugen plötzlich Bellen aus der zerstörten Ruine. Videoaufnahmen bestätigten, dass sich das Tier noch im Gebäude befand.
Ein erster Rettungsversuch musste wegen der hohen Einsturzgefahr und der Dunkelheit abgebrochen werden; dabei verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht.
Rettung nach 32 Stunden – Hund überlebt Brandinferno
Am Freitagvormittag, nach rund 32 Stunden, entschied sich die Feuerwehr Gunzesried zu einem erneuten Rettungsversuch. Mithilfe einer Drehleiter und eines Rettungskorbs näherten sich die Einsatzkräfte gemeinsam mit der Besitzerin vorsichtig der einsturzgefährdeten Ruine.
Nach etwa 30 Minuten konnte die verängstigte, aber ansprechbare Hündin schließlich aus dem Gebäude gerettet werden.
Das Tier wurde vorsorglich in eine Tierklinik gebracht. Nach ersten tierärztlichen Untersuchungen hatte die Hündin keine Brandverletzungen erlitten. Die Tierrettung sorgte bei Einsatzkräften und Angehörigen für große Erleichterung.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeipräsidium Schwaben Süd/West