Haldensleben – Zoll deckt illegale Zigarettenproduktion auf
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Dem Zoll ist in Sachsen-Anhalt ein großer Schlag gegen die organisierte Tabakkriminalität gelungen. Sichergestellt wurden eine illegale Zigarettenfabrik, acht Millionen unversteuerte Zigaretten, 40 Tonnen Tabak und Vormaterialien. Der Steuerschaden beträgt rund 5,3 Millionen Euro.
Zoll hebt illegale Zigarettenfabrik aus
Dem Zoll ist ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Tabakkriminalität gelungen. Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes Hannover deckten am 21. Juli 2026 in Haldensleben sowie an weiteren Orten im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) eine professionell betriebene illegale Zigarettenfabrik auf.
Sichergestellt wurden rund acht Millionen unversteuerte Zigaretten, 40 Tonnen Tabak sowie mehr als 300 Paletten mit Vormaterialien wie Filter, Papierhülsen, Verpackungen und Folien.
Monatelange Ermittlungen führten zum Erfolg
Dem Zugriff gingen monatelange verdeckte Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hannover – Dienstsitz Magdeburg – im Auftrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg voraus.
Bei der Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte die Produktionsanlage verlassen vor. Festnahmen gab es zunächst nicht. Die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Hintermänner dauern an.
Professionell abgeschirmte Produktionsstätte
Nach Angaben des Zolls hatten die Täter die ehemalige Fabrikhalle aufwendig für die illegale Herstellung von Zigaretten umgebaut. Unter anderem wurden eine professionelle Geräuschdämmung sowie eine Videoüberwachungsanlage installiert, um die Produktion vor Außenstehenden zu verbergen.
Der sichergestellte Tabak hätte zur Herstellung weiterer Millionen Zigaretten verwendet werden können. Ein Großteil der bereits produzierten Zigaretten war fertig verpackt und offenbar für den Weitertransport vorbereitet.
Arbeiter offenbar unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht
Innerhalb des Hallenkomplexes entdeckten die Ermittler zudem einen größeren Unterkunftsbereich. Nach bisherigen Erkenntnissen waren dort mindestens 22 Arbeiter über einen längeren Zeitraum unter teils fragwürdigen Bedingungen untergebracht.
Die vorgefundenen Umstände deuten darauf hin, dass die Beschäftigten das Gelände nicht verlassen durften, um keine Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft zu erregen.
Steuerschaden von rund 5,3 Millionen Euro
Für die beschlagnahmten, mutmaßlich gefälschten Zigaretten beziffert der Zoll den Steuerschaden auf rund 1,5 Millionen Euro. Weitere 3,8 Millionen Euro entfallen auf den sichergestellten Tabak. Insgesamt entstand dem Fiskus somit ein Schaden von etwa 5,3 Millionen Euro.
An der mehrtägigen Einsatzmaßnahme waren über 65 Einsatzkräfte beteiligt. Unterstützt wurde das Zollfahndungsamt Hannover unter anderem vom Hauptzollamt Magdeburg, dem Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt sowie dem Technischen Hilfswerk.
Zoll warnt vor illegalen Tabakwaren
Der Zoll weist darauf hin, dass Tabakwaren aus illegaler Produktion neben den allgemeinen Gesundheitsrisiken zusätzliche Gefahren bergen. Aufgrund fehlender Qualitätskontrollen und teilweise mangelhafter hygienischer Bedingungen könne von den Produkten ein erhöhtes Gesundheitsrisiko ausgehen.