Bei Schüssen auf einem Gewerbehof an der Lagerstraße in Hamburg-St. Pauli wurden zwei Männer getötet und ein 48-Jähriger schwer verletzt. Die Mordkommission ermittelt und prüft eine mögliche Vorbeziehung zwischen den Tatbeteiligten.
Am Dienstagabend, 1. September 2026, kam es gegen 21.34 Uhr auf einem Gewerbehof an der Lagerstraße im Hamburger Stadtteil St. Pauli zu mehreren Schussabgaben.
Mehrere Schüsse auf Gewerbehof
Zeugen hörten mehrere Schüsse aus dem Bereich des Gewerbehofes und verständigten den Notruf. Alarmierte Polizisten fanden im Zuge der sofort eingeleiteten Einsatz- und Fahndungsmaßnahmen auf einem Parkplatz eine leblose Person mit einer mutmaßlichen Schussverletzung.
Trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen erlag der 47-jährige Mann wenig später seinen schweren Verletzungen.
Zweiter Mann in Gebäude tödlich verletzt
Im weiteren Verlauf durchsuchten Einsatzkräfte Räumlichkeiten eines Gebäudes auf dem Gelände. Dort fanden sie einen weiteren Mann, der durch einen Schuss tödlich verletzt worden war. Seine Identität ist bislang nicht abschließend geklärt.
Der zweite Mann soll einen Schuss in den Bauch erlitten haben. Seine Leiche wurde noch in der Nacht zur weiteren Untersuchung in die Rechtsmedizin gebracht.
Drittes Opfer begibt sich selbst ins Krankenhaus
Darüber hinaus wurde ein 48-jähriger Mann durch einen Schuss verletzt. Nach Erkenntnissen der Polizei hatte er sich mutmaßlich noch vor dem Eintreffen der Einsatz- und Rettungskräfte vom Tatort entfernt und selbstständig in ein Krankenhaus begeben. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei nicht.
Der 48-Jährige erlitt eine Verletzung am Kopf, bei der es sich um einen Streifschuss handeln soll. Er wird im Krankenhaus behandelt und wurde operiert. Polizeikräfte sicherten während der Nacht das Krankenhaus und den Patienten.
Großangelegte Fahndung nach den Schüssen
Unmittelbar nach den Schüssen leitete die Polizei umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein. Mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen sowie Einsatzkräfte der Bundespolizei waren daran beteiligt. Zusätzlich kamen Diensthundeführer und eine Drohne zum Einsatz.
Augenzeugen berichteten von einem dunklen, leistungsstarken SUV, der nach den Schüssen vom Tatort in Richtung Autobahn gefahren sein soll. Die Polizei bestätigte diese Einzelheit bislang nicht abschließend.
Mordkommission und Ermittler für Organisierte Kriminalität übernehmen
Der Kriminaldauerdienst des Landeskriminalamtes übernahm zunächst die Ermittlungen. Noch am Abend wurden diese durch Ermittler des zuständigen Landeskriminalamtes für Organisierte Kriminalität sowie der Mordkommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft fortgeführt.
Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass zwischen den Tatbeteiligten möglicherweise eine Vorbeziehung bestanden haben könnte. Welche Hintergründe zu den tödlichen Schüssen führten, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Im Rahmen der Fahndung wird zudem geprüft, ob ausländische Fahrzeuge beziehungsweise Fahrzeuge mit niederländischen Kennzeichen eine Rolle spielen könnten. Ein Zusammenhang mit einer Schießerei in den Niederlanden am selben Tag ist von den Ermittlungsbehörden bislang nicht bestätigt.
Zeugenaufruf
Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder anderweitig Hinweise zum Geschehen geben können, sich unter der Telefonnummer 040 4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder bei einer Polizeidienststelle zu melden.