Hannover – Durchsuchung wegen Steuerhinterziehung mit Diesel
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Der Steuerschaden beträgt rund 1,5 Millionen Euro. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)
Am 17.02.2026 durchsuchte das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Göttingen mehrere Objekte in verschiedenen Bundesländern. Beschuldigte sollen Schmieröl als Dieselkraftstoff verkauft und dabei Energiesteuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.
Am 17.02.2026 hat das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Göttingen Durchsuchungsbeschlüsse in mehreren Bundesländern vollstreckt.
Die Ermittlungen richten sich gegen ein Netzwerk, das Schmieröle als regulären Dieselkraftstoff an Tankstellen und gewerbliche Endabnehmer verkauft haben soll, ohne die fällige Energiesteuer zu entrichten.
Die auch als "Designer Fuels" bezeichneten Mineralölprodukte wurden mutmaßlich über ein Geflecht aus Scheinfirmen unter diversen Handelsbezeichnungen aus dem Ausland bezogen.
Jeweils rund 30.000 Liter Schmieröle sollen ohne Kennzeichnung als Gefahrgut mit ausländischen Tankwagen nach Deutschland transportiert und in einem firmeneigenen Tanklager zweier Unternehmen im Harz zwischengelagert worden sein.
Der Verkauf der Ware erfolgte über ein Netzwerk von Unternehmen in Deutschland. Ohne jegliche Be- oder Verarbeitung wurde das Schmieröl dann als vermeintlich versteuerter Dieselkraftstoff durch beauftragte Speditionen zu den Endabnehmern transportiert.
Der ZOLL geht davon aus, dass durch das Umgehen der Energiesteuer (rd. 49 Cent pro Liter) ein vorläufiger Steuerschaden von mindestens 1,5 Millionen Euro entstand.
Bei den Durchsuchungen in Berlin, Frankfurt (Oder), Herzberg am Harz sowie in Meppen, Greven, Landau in der Pfalz, Pfinztal und Grünstadt wurden umfangreiche Beweismittel in elektronischer und Papierform sichergestellt.
Der Einsatz wurde von Kräften des Hauptzollamts Braunschweig sowie der Zollfahndungsämter Berlin-Brandenburg, Essen, Frankfurt/Main und Stuttgart unterstützt.
Die weiteren, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Göttingen geführten Ermittlungen des Zollfahndungsamts Hannover dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Zollfahndungsamt Hannover