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Hannover – Zoll hebt illegale Zigarettenfabrik aus

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Der Innenraum zeigt eine große Maschine in einer Lagerumgebung, umgeben von Ersatzteilen und Ausrüstungsgegenständen. Das Dach ist mit Folie abgehängt, und es sind mehrere Paletten gestapelt.
In der Halle entdeckten Zollfahnder eine vollständig eingerichtete Zigarettenproduktionsanlage. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Dem Zoll ist bei einem mehrtägigen Einsatz die Zerschlagung einer professionell betriebenen illegalen Zigarettenproduktion gelungen. Ermittler stellten in mehreren Bundesländern nahezu 20 Millionen unversteuerte Zigaretten, mehr als 16 Tonnen Tabak sowie umfangreiches Produktionsmaterial sicher.

Großrazzia gegen illegale Zigarettenproduktion

Eine illegal betriebene Zigarettenherstellungsfabrik, fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten, über 16 Tonnen Tabak sowie Vormaterialien für die Zigarettenherstellung wie Filter und Verpackungen haben Einsatzkräfte des Zolls in einem groß angelegten Einsatz bereits am 20., 21. und 22. Mai 2026 an zahlreichen Orten im Bundesgebiet beschlagnahmt.

Vier Tatverdächtige festgenommen

Insgesamt vier Tatverdächtige wurden bei der konzertierten Aktion festgenommen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um vier Männer mit rumänischer und moldawischer Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 25 und 54 Jahren.
Gegen alle vier ordnete das Amtsgericht Bielefeld zwischenzeitlich die Untersuchungshaft an. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft ihnen vor, für die Herstellung und den Verkauf der unversteuerten Zigaretten verantwortlich gewesen zu sein.
Die Festnahmen fanden am 20. Mai 2026 in Ahlen, Offenbach, Maintal und Salzkotten unter anderem durch Spezialeinheiten des Zolls statt.
In einer dunklen Lagerhalle stehen komplexe Maschinen, umgeben von Kartons und aufgestapelten Paletten. Die Beleuchtung ist schummrig.
Die Produktionsanlage war professionell ausgestattet und auf hohe Stückzahlen ausgelegt. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Durchsuchungen in drei Bundesländern

Zwischen dem 20. Mai und dem 22. Mai kam es zu insgesamt 13 Durchsuchungen von Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz.
Im Mittelpunkt stand dabei ein im Zuge der verdeckten Ermittlungen zuvor schon ins Visier geratenes ehemaliges Fabrikgelände in Staudt (Verbandsgemeinde Wirges, Rheinland-Pfalz). Dort konnten die Einsatzkräfte eine illegale Zigarettenproduktionsanlage ausheben und mehr als 16 Tonnen Tabak, der mutmaßlich zur Herstellung weiterer Zigaretten bereitstand, beschlagnahmen. Rund zehn Millionen unversteuerte Zigaretten fanden die Ermittler außerdem in einer Lagerhalle in Ahlen (Nordrhein-Westfalen), weitere rund neun Millionen in einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Rüsselsheim (Hessen).
Eine Zollbeamtin mit blonden Haaren inspiziert einen geöffneten Karton, der mit Zigarettenschachteln gefüllt ist. Sie trägt schwarze Kleidung und Handschuhe.
Sichergestellte unversteuerte Zigaretten lagerten in großen Mengen in mehreren Objekten. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Bargeld und Beweismittel sichergestellt

Daneben stellten die Zollfahnder rund 75.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Smartphones und weitere elektronische Beweismittel sicher. Eine Immobilie konnte im Rahmen von Vermögensermittlungen gesichert werden.

Steuerschaden in Millionenhöhe

Der Steuerschaden für die - mutmaßlich gefälschten - Zigaretten liegt bei 3,9 Millionen Euro. Für den bei der Produktionsanlage sichergestellten Tabakfeinschnitt kommen weitere rund 1,5 Millionen Euro Steuerschaden hinzu.
Eine technische Maschine mit metallischen und durchsichtigen Elementen ist in einer Fabrikumgebung zu sehen, wobei verschiedene mechanische Teile sichtbar sind.
Fast 20 Millionen Zigaretten und mehr als 16 Tonnen Tabak stellte der Zoll sicher. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Umfangreiche Ermittlungen führten zum Erfolg

Vorausgegangen waren umfangreiche Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hannover -Dienstsitz Bielefeld- gegen mehrere Personen aus dem Raum Frankfurt/Main. Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten, zunächst wegen des Verdachts des illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten, wurden zwischenzeitlich aufgrund des erkennbar gewordenen Tatumfangs intensiviert.
Die Zollfahnder gehen inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten bis zu ihrer Festnahme bundesweit mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben, zumindest ein Teil davon stammt mutmaßlich aus der nun sichergestellten Produktionsanlage.
Eine behandschuhte Hand entfernt Plastikfolie von Kartons, die mit Zigarettenpackungen gefüllt sind. Die Zigarettenpackungen liegen dicht gestapelt.
Neben Tabak stellten die Einsatzkräfte große Mengen Filter und Verpackungsmaterial sicher. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Professionell abgeschirmte Produktionsanlage

Die für die illegale Zigarettenherstellung genutzte Immobilie wurde durch die Täter aufwendig ausgebaut und eingerichtet. Um die Anlagen durch Anwohner und Behörden möglichst unentdeckt zu betreiben, haben die Täter unter anderem durch professionelle Geräuschdämmung das kriminelle Geschehen im Inneren nach außen abgeschirmt. Auch eine Videoüberwachungsanlage wurde installiert.
Der Schlafsaal zeigt drei Metallbetten. Auf einem Tisch liegen persönliche Gegenstände. Kleidung hängt an der Wand.
Schlafplätze der Arbeiter befanden sich direkt auf dem Gelände der illegalen Fabrik. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Arbeiter unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht

Die dort eingesetzten Arbeiter, mutmaßlich mindestens elf Personen, waren den bisherigen Erkenntnissen nach über einen längeren Zeitraum hinweg unter fragwürdigen Lebensbedingungen in den Räumlichkeiten eingeschlossen, um im Umfeld und in der Nachbarschaft der Produktionsanlage keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Maschinen und große Mengen Material beschlagnahmt

Neben den Produktions- und Verpackungsmaschinen und einer kleineren Menge fertig produzierter Zigaretten stellten die Zollfahnder in der Halle rund 16,2 Tonnen Tabak und große Mengen Vormaterialien für die Zigarettenproduktion sicher, darunter Filter, Papierhülsen, bedruckte Kartonzuschnitte für Zigarettenschachteln und Folien.
Auf einem offenen Parkplatz stehen mehrere hohe Kartonstapel auf Paletten bei klarem, leicht bewölktem Himmel.
Millionen unversteuerter Zigaretten wurden bei den Durchsuchungen beschlagnahmt. (Bildquelle: Zollfahndungsamt Hannover)

Zoll sieht organisierte Kriminalität zerschlagen

Dr. Tino Igelmann, Leiter des Zollkriminalamtes, betont:
"Aufgrund beharrlicher und sorgfältiger Ermittlungsarbeit ist es dem Zoll in diesem Fall gelungen, die gesamte Lieferkette der unversteuerten Zigaretten vom verbotenen Kleinhandel bis hin zur illegalen Produktion im industriellen Ausmaß aufzudecken. Der immense logistische Aufwand und das professionelle Agieren auf der Täterseite zeugen von einer organisierten kriminellen Struktur, die im Zuge der durchgeführten Einsatzmaßnahmen erfolgreich zerschlagen werden konnte."

Mehr als 120 Einsatzkräfte beteiligt

Bei den Einsatzmaßnahmen, die sich über drei Tage erstreckten, waren mehr als 120 Kräfte vor Ort im Einsatz. Unterstützt wurden die Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamtes Hannover durch Kräfte des Zollfahndungsamtes Frankfurt, Spezialeinheiten des Zolls, die Polizei Nordrhein-Westfalen, die Polizei Rheinland-Pfalz sowie durch das Technische Hilfswerk aus Montabaur und Rüsselsheim.

Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen werden durch das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld (Schwerpunktabteilung für besonders umfangreiche Wirtschaftsstrafsachen und herausgehobener Verfahren der organisierten Kriminalität) geführt und dauern noch an.
Aus ermittlungstaktischen Gründen konnten die Informationen erst jetzt veröffentlicht werden.
Quelle der Polizeinachricht: Zollfahndungsamt Hannover

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