Mehr als 60 Beamte des Zollfahndungsamts Essen unterstützt durch die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ), Beamte des Hauptzollamtes Köln, der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und der Landespolizei durchsuchten am 28. November 2019 ein Anwesen in Hennef wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und nahmen eine Person fest und stellten fast 1'000 Marihuanapflanzen sicher.
Aufgrund eines Hinweises eines EU-Mitgliedstaates führt das Zollfahndungsamt Essen seit Oktober 2019 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bonn ein Ermittlungsverfahren gegen eine serbisch-kroatische Tätergruppierung, die im Verdacht steht im Kreis Siegburg eine professionelle Indoor-Cannabisplantage zu betreiben.
Durch die Ermittlungen der Essener Zollfahnder konnte die Marihuana-Plantage in einem historischen Anwesen in Hennef identifiziert werden. Bei der heutigen Durchsuchung stießen die Zöllner auf eine professionell aufgebaute und mit hochwertigem Equipment ausgestattete Indoor-Cannabisplantage, die sich über drei Stockwerke des Gebäudes, vom Keller bis zum Dachgeschoß ausdehnte. Die Marihuanapflanzen befanden sich kurz vor der Erntereife.
Mann festgenommen
Ein in dem Objekt angetroffener serbischer Staatsangehöriger wurde vorläufig festgenommen. Die Maßnahme dauert zur Zeit an. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bonn.
"Die vorgefundene Aufzuchtanlage war mit hochwertigem Equipment zur Aufzucht von Cannabispflanzen versehen, zudem offenbar sorgfältig geplant und aufgebaut. Das war eine professionelle Anlage, bei der alles daraufhin deutet, dass sie zum dauerhaften Betrieb ausgelegt war, so Heike Sennewald, Sprecherin des Zollfahndungsamts Essen.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
"Die erfolgreiche Sicherstellung einer so großen Menge Rauschgift ist ein Ergebnis der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit des Zollfahndungsamts Essen und der Staatsanwaltschaft Bonn auf dem Gebiet der Bekämpfung der schweren und organisierten Rauschgiftkriminalität", so Oberstaatsanwalt Robin Faßbender, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bonn.
Info: Eine weibliche Cannabis- (Hanf-) Pflanze liefert im Schnitt etwa 50 Gramm verkaufsfertiges Marihuana. Im vorliegenden Fall hätte die Ernte von ca. 1'000 ausgeblühten Pflanzen demzufolge ca. 50 Kilogramm Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von etwa 500'000 Euro erbracht.