Europol hat gemeinsam mit acht europäischen Strafverfolgungsbehörden und dem FBI eine internationale Anti-Terror-Operation gegen Unterstützernetzwerke der Terrororganisation „Islamischer Staat Provinz Khorasan“ (ISKP) durchgeführt. Dabei wurden mehrere Verdächtige identifiziert und festgenommen.
Internationale Aktion gegen ISKP-Strukturen
Europol hat gemeinsam mit acht europäischen Strafverfolgungsbehörden und dem amerikanischen Federal Bureau of Investigation (FBI) eine koordinierte Operation gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat Provinz Khorasan“ (ISKP) und deren Unterstützernetzwerke in Europa durchgeführt.
Die Sicherheitsbehörden stufen die ISKP weiterhin als eine der bedeutendsten Bedrohungen im jihadistischen Terrorismus ein. Insbesondere ihre Verbindungen und Unterstützerstrukturen in Europa gelten als sicherheitsrelevant.
Ermittlungswoche mit Behörden aus mehreren Ländern
Die Aktion wurde vom Europäischen Zentrum zur Terrorismusbekämpfung (ECTC) von Europol koordiniert.
Während der operativen Phase vom 1. bis 5. Juni 2026 arbeiteten Ermittler aus mehreren Staaten eng zusammen, um Informationen in Echtzeit auszutauschen, Netzwerke zu analysieren und grenzüberschreitende Ermittlungen zu unterstützen.
Im Fokus standen mutmaßliche ISKP-Angehörige tschetschenischer und zentralasiatischer Herkunft, die zuvor durch gemeinsame Ermittlungen identifiziert worden waren.
Reisebewegungen und Kontakte ausgewertet
Durch den Abgleich von Informationen aus Europa, Südamerika und den Vereinigten Staaten konnten die Ermittler Reisebewegungen und Verbindungen mutmaßlicher ISKP-Mitglieder deutlich genauer nachvollziehen.
Nach Angaben von Europol führte die internationale Zusammenarbeit zu einem erweiterten Lagebild über die Aktivitäten der Gruppierung und ihrer Unterstützer.
Mehrere Verdächtige festgenommen
Bereits während der Aktionswoche kam es zu ersten Erfolgen.
Nachdem Europol über das sichere Informationssystem SIENA eine dringende Erkenntnismeldung weitergegeben hatte, konnten mehrere Verdächtige festgenommen werden.
Während der Einsatzwoche wurden nach Angaben von Europol mehr als 100 Gigabyte operativer Informationen zwischen den beteiligten Behörden ausgetauscht. Dies ermöglichte die Identifizierung mehrerer Verdächtiger und unterstützte laufende Terrorismusermittlungen in verschiedenen Staaten.
Spezialisten unterstützen Ermittler
Europol stellte den beteiligten Delegationen spezialisierte Analysten zur Verfügung.
Diese unterstützten die Ermittler bei der Auswertung von Informationen, der Koordinierung bilateraler Gespräche sowie bei der Identifizierung bislang unbekannter Verbindungen zwischen verschiedenen Ermittlungsverfahren.
Kryptowährungen und Finanzströme im Fokus
Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (EC3) unterstützte die Ermittlungen bei der Nachverfolgung von Kryptowährungstransaktionen.
Zusätzlich brachte das Europäische Zentrum zur Bekämpfung von Finanz- und Wirtschaftskriminalität (EFECC) Fachwissen zur Analyse von Finanzierungsstrukturen terroristischer Netzwerke ein.
Darüber hinaus kamen spezielle Analyse- und Ermittlungswerkzeuge des Europol Innovation Lab zum Einsatz.
Europol sieht Bedeutung internationaler Zusammenarbeit bestätigt
Nach Angaben von Europol verdeutlicht die Operation die zentrale Rolle internationaler Kooperationen bei der Bekämpfung terroristischer Bedrohungen.
Die gemeinsame Aktionswoche habe nicht nur mehrere Ermittlungen vorangebracht, sondern auch das Lagebild zu ISKP-Aktivitäten in Europa verbessert und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Sicherheitsbehörden weiter gestärkt.
Quelle der Polizeinachricht: Europol