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Internationale Ermittlungen decken Fälle sexualisierter Gewalt auf

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Eine sitzende Frau schützt sich ängstlich mit den Händen vor einem großen Schatten, der an der Wand erscheint. Der Schatten scheint bedrohlich mit erhobenen Armen.
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei )

Eine internationale Ermittlungsaktion unter Leitung Deutschlands und des Vereinigten Königreichs hat zahlreiche Fälle sexualisierter Gewalt unter Drogeneinfluss aufgedeckt. Ermittler identifizierten 156 Täter und Opfer sowie Hunderte neue Ermittlungsansätze.

Internationale Ermittlungsaktion identifiziert 156 Betroffene bei sexualisierter Gewalt unter Drogeneinfluss

Strafverfolgungsbehörden aus sieben Ländern haben unter der Leitung Deutschlands und des Vereinigten Königreichs sowie mit Unterstützung von Europol eine weltweit erste koordinierte Ermittlungsaktion gegen sexualisierte Übergriffe unter Einsatz von Betäubungs- oder Beruhigungsmitteln (Drug-Facilitated Sexual Assaults, DFSA) durchgeführt.
Im Rahmen der Operation konnten insgesamt 156 Täter und Opfer identifiziert sowie 274 neue Ermittlungsansätze gewonnen werden. Im Fokus standen insbesondere Fälle innerhalb von Partnerschaften sowie frauenfeindliche Online-Communities, in denen solche Straftaten gefördert oder verherrlicht werden.

Projekt Medusa gegen internationale Täternetzwerke

Vom 22. bis 24. Juni 2026 kamen 29 Ermittlerinnen und Ermittler am Hauptsitz der britischen National Crime Agency (NCA) in London zusammen. Im Rahmen des Projekts Medusa arbeiteten sie gemeinsam daran, Täter, Opfer, frauenfeindliche Online-Gruppen und neue Ermittlungsansätze zu identifizieren.
Das im April 2026 gestartete Projekt verfolgt das Ziel, Online-Netzwerke zu zerschlagen, die sexualisierte Gewalt unter Drogeneinfluss ermöglichen oder fördern. Gleichzeitig sollen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Strafverfolgung in diesem Deliktsbereich verbessert werden.
Das Projekt wird von Deutschland und dem Vereinigten Königreich geleitet. Beteiligt sind außerdem Brasilien, Kanada, Frankreich, Ungarn, die Niederlande, Spanien, die Vereinigten Staaten sowie Europol.

Ergebnisse der Aktion

Die internationale Operation führte zu folgenden Ergebnissen:
  • 156 identifizierte Täter und Opfer
  • 274 neue Ermittlungsansätze
  • Vier neu entdeckte frauenfeindliche Online-Communities
An den Ermittlungen beteiligt waren Strafverfolgungsbehörden aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Brasilien, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Die Ermittlungen dauern an.

Europol koordinierte die Zusammenarbeit

Europol unterstützte die Operation mit finanzieller und analytischer Hilfe. Die Behörde ermöglichte den Echtzeitabgleich von Daten sowie Open-Source-Analysen (OSINT), wodurch die beteiligten Länder ihre Ermittlungen mit aktuellen Erkenntnissen ergänzen konnten.
Darüber hinaus koordinierte Europol die internationale Zusammenarbeit auch über den eigentlichen Einsatzzeitraum hinaus.

Online-Netzwerke fördern die Taten

Nach Erkenntnissen der Ermittler spielen geschlossene Online-Communities eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Verbreitung dieser Straftaten.
Die Täter tauschen sich über verschlüsselte Messenger, Internetforen und geschlossene Chatgruppen aus. Dort berichten sie über ihre Taten, bestärken sich gegenseitig, handeln mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und Betäubungsmitteln und planen weitere Straftaten.
Die Ermittlungen zeigen, dass die Opfer nahezu ausschließlich Frauen sind. Die Übergriffe erfolgen häufig über längere Zeiträume – teilweise über Jahre hinweg – und werden oft von Personen begangen, die eine Vertrauens- oder Autoritätsstellung gegenüber den Betroffenen innehaben.

Zahlreiche weitere Ermittlungen

Seit dem Start von Projekt Medusa wurden nach Angaben von Europol:
  • 57 Personen festgenommen,
  • 158 Opfer geschützt und betreut,
  • 113 Strafverfahren eingeleitet.
Neben Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen wird in den Verfahren unter anderem auch wegen gefährlicher Körperverletzung sowie versuchten Mordes ermittelt. Die Verabreichung betäubender Substanzen und die anschließende sexualisierte Gewalt stellen eigenständige Straftatbestände dar.

Europol ruft zur Meldung von Straftaten auf

Wer Hinweise auf geplante oder bereits begangene Straftaten hat oder selbst Opfer geworden ist, sollte sich an die örtlich zuständige Polizei wenden. Die nationalen Behörden arbeiten bei Bedarf mit Europol zusammen.

Kategorien:

Ausland

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