Polizei schlägt zu: Internationaler Drogenring im Visier (Bildquelle: Europol)
Bei einer internationalen Polizeiaktion in mehreren Ländern sind 13 mutmassliche Mitglieder eines gewalttätigen Drogennetzwerks festgenommen worden.
Eine der gewalttätigsten organisierten kriminellen Gruppen Schottlands ist im Rahmen einer internationalen Operation in den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich ins Visier geraten. Die Aktion wurde von Europol und Eurojust koordiniert.
Am 27. März 2026 wurden 13 Verdächtige festgenommen, die im Verdacht stehen, hunderte Kilogramm Kokain nach Schottland geschmuggelt und Millionenbeträge aus kriminellen Geschäften gewaschen zu haben.
Gewalt, Drogen und Kontrolle
Die Gruppierung ist dafür bekannt, Gewalt gezielt einzusetzen, um ihr Einflussgebiet zu sichern und ihre kriminellen Aktivitäten zu schützen. Laut Ermittlern kontrollierte sie Teile des Vereinigten Königreichs durch Einschüchterung, Vergeltung und organisierte Gewalt im Zusammenhang mit Drogenhandel.
Während die Gewalt vor Ort stattfand, agierten führende Mitglieder aus dem Ausland – insbesondere aus Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Von dort aus steuerten sie die Geschäfte und bauten ein internationales Geldwäschenetzwerk auf, um die illegalen Gewinne zu verschleiern.
Ergebnisse des Aktionstags
- Spanien: Durchsuchungen in Málaga und Barcelona, 5 Festnahmen
- Vereinigtes Königreich: 8 Festnahmen in Lanarkshire, Glasgow und West Lothian
- Türkei: Beschlagnahmung von zwei Grundstücken, einer Villa und Unternehmensanteilen im Wert von rund 600’000 Euro, zudem Befragung von vier Zeugen
Netzwerk unter Druck
Die Ermittlungen laufen bereits seit 2020 mit Unterstützung von Europol. Ziel war es, die Führungsstruktur, Finanzströme und internationale Verbindungen der Gruppe aufzudecken.
Dabei wurden große Datenmengen ausgewertet, um zentrale Akteure zu identifizieren und die grenzüberschreitende Arbeitsweise des Netzwerks sichtbar zu machen. Die Ermittlungen dauern weiterhin an, insbesondere im Zusammenhang mit gewalttätigen Vorfällen wie Schießereien, die mit Bandenkonflikten in Schottland in Verbindung stehen.
Internationale Zusammenarbeit
Zur besseren Koordination wurde im Mai 2024 bei Europol eine spezielle Einsatzgruppe eingerichtet. Europol unterstützte die Ermittlungen unter anderem durch:
- umfassende Analysearbeit und Datenabgleiche
- Unterstützung beim Austausch sensibler Informationen
- Einsatz von Finanzexperten zur Nachverfolgung von Geldflüssen
Am Einsatztag waren Europol-Teams vor Ort in Spanien und Schottland, um die Maßnahmen zu koordinieren. Zudem arbeiteten Ermittler aus verschiedenen Ländern eng zusammen, auch direkt im Europol-Hauptquartier.
Die Analyse verschlüsselter Kommunikation lieferte zusätzliche Erkenntnisse zur stabilen Führungsstruktur der Organisation.
Beteiligte Behörden
- Niederlande: Polizei
- Spanien: Guardia Civil
- Türkei: Nationale Polizei, MASAK
- Vereinigte Arabische Emirate: Polizei Dubai
- Vereinigtes Königreich: Police Scotland, National Crime Agency
Die Operation zeigt erneut, dass organisierte Kriminalität nur durch enge internationale Zusammenarbeit wirksam bekämpft werden kann.
Quelle der Nachricht: Europol