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Itzehoe – Enkel (20) nach Mord an Großmutter in Besdorf verurteilt

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein blutverschmiertes Messer liegt auf einem hellen Fliesenboden. Um das Messer herum sind Blutstropfen verteilt.
Symbolbild (Bildquelle: Adobe Stock, Ezume Images)

Das Landgericht Itzehoe hat einen 20-Jährigen wegen des Mordes an seiner Großmutter zu acht Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt. Der junge Mann hatte die 65-jährige Frau in ihrem Haus in Besdorf getötet und anschließend Bargeld sowie weitere Wertgegenstände gestohlen.

Enkel tötet Großmutter bei Raubüberfall

Mit einem Urteil des Landgerichts Itzehoe ist ein aufsehenerregender Mordfall aus Schleswig-Holstein vorerst abgeschlossen worden. Ein 20-jähriger Mann wurde wegen des Mordes an seiner Großmutter zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Das Opfer war die 65-jährige Sabine R., Betreiberin eines Campingplatzes in Besdorf im Kreis Steinburg. Die Frau lebte auf dem Gelände und galt als enge Bezugsperson ihres Enkels.

Täter dringt bewaffnet in Wohnhaus ein

Nach den Feststellungen des Gerichts verschaffte sich der damals 20-Jährige in der Nacht zum 27. Oktober 2025 über eine Terrassentür Zugang zum Wohnhaus seiner Großmutter. Nach Ermittlerangaben wählte er bewusst einen Bereich ohne Videoüberwachung.
Der Angeklagte war maskiert und mit einem Messer, einer Schreckschusspistole sowie einem Taser ausgerüstet.
Im Haus griff er die 65-Jährige an und fügte ihr mindestens 81 Messerstiche zu. Nach den Erkenntnissen der Ermittler trafen zahlreiche Stiche Kopf, Hals und Rücken der Frau. Sie starb an massivem Blutverlust sowie schweren inneren Verletzungen.

16.000 Euro aus Tresor gestohlen

Nach der Tat entwendete der Täter rund 16.000 Euro aus einem Tresor. Zudem nahm er Bargeld, Bankkarten und Ausweisdokumente an sich.
Als Motiv stellte das Gericht Habgier fest.
Der Angeklagte befand sich zur Tatzeit in finanziellen Schwierigkeiten. Er hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung, keinen festen Wohnsitz und hielt sich bei Freunden auf. Nach den Ermittlungen konsumierte er Drogen und war in Drogengeschäfte verwickelt. Zudem soll er sich Luxusgüter gewünscht haben, die er sich nicht leisten konnte.
Besonders belastend: Die Großmutter hatte ihren Enkel über Jahre hinweg unterstützt, ihm Geld geliehen und sogar ein Fahrzeug überlassen. Kurz vor der Tat war das Verhältnis jedoch belastet, nachdem sie die Rückzahlung von Schulden eingefordert hatte.

Flucht endet nach Fahndung

Die Leiche der 65-Jährigen wurde am 27. Oktober 2025 von ihrem 54-jährigen Lebensgefährten im gemeinsamen Wohnhaus im Mühlenweg entdeckt.
Der Tatverdächtige war nach dem Verbrechen mit einem weißen VW Golf geflüchtet. Während seiner Flucht verursachte er im Kreis Pinneberg mehrere Verkehrsunfälle.
Nach einer öffentlichen Fahndung konnte der damals 20-Jährige noch am selben Abend in Itzehoe festgenommen werden. Anschließend kam er in Untersuchungshaft.

Gericht verhängt Jugendstrafe

Der Prozess begann am 10. April 2026 vor dem Landgericht Itzehoe und erstreckte sich über mehrere Verhandlungstage.
Am 19. Juni 2026 sprach das Gericht den Angeklagten des Mordes aus Habgier schuldig. Trotz seines Alters von 20 Jahren wurde Jugendstrafrecht angewendet. Das Gericht begründete dies unter anderem mit einer festgestellten Reifeverzögerung.
Der Angeklagte wurde zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeidirektion Itzehoe / Landgericht Itzehoe

Kategorien:

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