Knapp zwei Monate nach dem versuchten Mord an einer Polizeistreife in Kiel-Mettenhof hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 21-Jährige soll einen Pflasterstein auf einen Streifenwagen geworfen haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.
Tatverdächtiger nach versuchtem Mord festgenommen
Nach dem versuchten Mord an zwei Polizeibeamten Anfang Juni im Kieler Stadtteil Mettenhof haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen festgenommen.
Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 21-jährigen Deutschen. Gegen ihn erließ ein Haftrichter inzwischen Haftbefehl wegen versuchten Mordes sowie eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Mann befindet sich mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt.
Pflasterstein durchschlug Frontscheibe
Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2026 gegen 0.45 Uhr am Kurt-Schumacher-Platz.
Nach bisherigen Erkenntnissen warf der Täter aus einem der oberen Stockwerke eines Mehrfamilienhauses einen Pflasterstein auf einen vorbeifahrenden Streifenwagen.
Der Stein durchschlug die Frontscheibe des Fahrzeugs. Eine 25-jährige Polizeibeamtin wurde dabei an Hand und Fuß verletzt und war mehrere Wochen dienstunfähig. Ihr 59-jähriger Kollege blieb unverletzt.
Die Staatsanwaltschaft wertet den Angriff als versuchten Mord.
DNA-Spuren führten zum Tatverdächtigen
Im Zuge der Ermittlungen konnten Kriminaltechniker DNA-Spuren am Pflasterstein sichern.
Daraufhin ordnete das Amtsgericht Kiel auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine freiwillige DNA-Reihenuntersuchung an. Betroffen waren alle Personen ab 14 Jahren, die im Tatzeitraum im Mehrfamilienhaus am Kurt-Schumacher-Platz 1 gemeldet oder wohnhaft waren.
Die gewonnenen Speichelproben dienten ausschließlich dem Abgleich mit den am Tatmittel gesicherten DNA-Spuren.
Durchsuchungen und weitere Ermittlungen
Der 21-Jährige wurde am Donnerstag gegen 14 Uhr in Mettenhof festgenommen und zunächst in das Polizeigewahrsam gebracht.
Im Zusammenhang mit dem Verfahren durchsuchten Ermittler außerdem mehrere Objekte im Kieler Stadtgebiet.
Nach Angaben der Polizei ergaben sich im Laufe der Ermittlungen zudem Hinweise darauf, dass der Beschuldigte in erheblichem Umfang mit Betäubungsmitteln gehandelt haben soll.
Wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens machten Polizei und Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben.
Quelle der Polizeinachricht: Staatsanwaltschaft Kiel / Polizeidirektion Kiel