Landshut – Häftling plante Flucht durch Krankenhaus-Einweisung
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein Großeinsatz mit SEK und Polizeihubschrauber hat am Klinikum Landshut für Aufsehen gesorgt. Nach Angaben der Polizei gab es konkrete Hinweise auf einen möglichen Befreiungsversuch eines JVA-Häftlings.
Ein massiver Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften (SEK) und einem Polizeihubschrauber hat am Montagnachmittag (6. Juli) das Klinikum Landshut-Mitte abgesichert. Hintergrund war ein inhaftierter Mann, der sich wegen eines medizinischen Notfalls im Krankenhaus befand.
Das Polizeipräsidium Niederbayern bestätigte, dass während des Klinikaufenthalts konkrete Anhaltspunkte für einen möglichen Befreiungsversuch vorlagen. Daraufhin wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.
Das Krankenhaus blieb während des Einsatzes in Betrieb, zahlreiche schwer bewaffnete Einsatzkräfte sicherten das Gebäude und das Umfeld.
Gegen 15 Uhr wurde der Häftling unter strengen Sicherheitsvorkehrungen mit einem Polizeihubschrauber aus dem Klinikum ausgeflogen und in eine andere Justizvollzugsanstalt verlegt. Nach Angaben der Polizei bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung.
Videos des Einsatzes, die inzwischen in sozialen Netzwerken millionenfach angesehen werden, zeigen mehrere SEK-Beamte mit Maschinenpistolen, die einen gefesselten Mann im Rollstuhl zu einem bereitstehenden Hubschrauber begleiten.
Der Häftling verbüßt eine mehrjährige Freiheitsstrafe wegen schweren Raubes. Zudem wird berichtet, er habe den medizinischen Notfall möglicherweise absichtlich herbeigeführt oder vorgetäuscht, um in das Krankenhaus verlegt zu werden.
Ein bewaffneter Komplize – möglicherweise der Sohn des Gefangenen – soll laut Zeugenaussagen den Häftling aus dem Klinikum habe befreien wollen. Teilweise ist sogar von einer befürchteten Geiselnahme die Rede. Auch eine mögliche Festnahme des mutmaßlichen Komplizen wird berichtet.
Für diese Angaben liegt bislang jedoch keine offizielle Bestätigung der Polizei vor. Die Ermittler äußern sich aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit lediglich zu den konkreten Hinweisen auf einen möglichen Befreiungsversuch.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle der Informationen: Polizeipräsidium Niederbayern