München – Polizei stoppt gefährlichen Mann mit Schüssen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach mehreren Notrufen über einen Mann mit einem pistolenähnlichen Gegenstand rückte die Polizei mit einem Großaufgebot nach München-Schwabing aus. Im Verlauf des Einsatzes schoss mindestens ein Polizeibeamter auf den etwa 20 Jahre alten Mann und verletzte ihn schwer.
Am Dienstagabend, 18. August 2026, kam es im Münchner Stadtteil Schwabing zu einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei. Ein etwa 20 Jahre alter Mann wurde dabei schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.
Mehrere Notrufe wegen Mann mit pistolenähnlichem Gegenstand
Gegen 17:13 beziehungsweise 17:15 Uhr gingen nach bisherigen Informationen mehrere Notrufe aus dem Bereich Belgradstraße/Clemensstraße ein. Anwohner meldeten einen jungen Mann, der auf der Straße mit einer schwarzen Pistole oder einem pistolenähnlichen Gegenstand hantiert haben soll.
Die Münchner Polizei rückte daraufhin mit einem größeren Kräfteaufgebot nach Schwabing aus. In der Spitze waren nach Angaben eines Polizeisprechers rund 80 Einsatzkräfte vor Ort.
Beamte trafen den Mann offenbar im Bereich der Belgradstraße 22 an der Ecke zur Clemensstraße an und sprachen ihn an.
Polizeibeamter setzte Dienstwaffe ein
Im weiteren Verlauf des Einsatzes kam es zum Schusswaffengebrauch durch mindestens einen Polizeibeamten. Der Mann wurde getroffen und schwer verletzt.
Rettungskräfte brachten ihn zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei war der Mann am Dienstagabend am Leben.
Die konkreten Umstände des Schusswaffengebrauchs waren zunächst nicht abschließend geklärt. Offen war insbesondere, ob der Mann den Gegenstand auf Polizeibeamte, Passanten oder andere Personen gerichtet hatte und ob er zuvor aufgefordert worden war, diesen abzulegen.
Auch die genaue Zahl der abgegebenen Schüsse sowie die Entfernung zwischen dem Polizeibeamten und dem Mann waren zunächst nicht bekannt.
Gegenstand wird kriminaltechnisch untersucht
Noch ungeklärt war zudem, ob es sich bei dem sichergestellten Gegenstand tatsächlich um eine scharfe Schusswaffe, eine Schreckschusswaffe, eine Attrappe oder einen anderen pistolenähnlichen Gegenstand handelte.
Der Gegenstand wurde sichergestellt und sollte kriminaltechnisch untersucht werden.
Nach den bis zum Abend bekannten Angaben hatte es vor dem Polizeieinsatz keine festgestellte kriminelle Handlung gegeben. Eine konkrete Straftat wie ein zuvor abgegebener Schuss oder ein Angriff war zunächst nicht bekannt.
Identität des Mannes zunächst ungeklärt
Die Identität des schwer verletzten Mannes war am Dienstagabend ebenfalls noch nicht abschließend geklärt. Nach ersten Informationen hatte er keine Ausweisdokumente bei sich. Sein Alter wurde mit etwa 20 Jahren angegeben.
Belastbare Angaben zu seiner Herkunft oder einem möglichen Motiv lagen zunächst nicht vor. Ebenso gab es keine gesicherten Hinweise auf einen politischen oder extremistischen Hintergrund.
Bayerisches Landeskriminalamt untersucht Polizeischüsse
Neben der Münchner Kriminalpolizei und der Spurensicherung waren auch Einsatzkräfte des Bayerischen Landeskriminalamts vor Ort. Das Landeskriminalamt untersucht die näheren Umstände des polizeilichen Schusswaffengebrauchs. Auch die Staatsanwaltschaft wurde in die Ermittlungen eingebunden.
Zur Dokumentation der Einsatzstelle kam zeitweise eine Drohne zum Einsatz, mit der Übersichtsbilder angefertigt wurden.
Umfangreiche Sperrungen in Schwabing
Der Einsatzbereich wurde weiträumig abgesperrt. Betroffen waren unter anderem Bereiche der Belgradstraße zwischen Herzogstraße und Destouchesstraße.
Auch der öffentliche Nahverkehr war von dem Polizeieinsatz betroffen. Der Straßenbahnverkehr der Linien 12 und 18 wurde zeitweise unterbrochen. Die Sperrungen sollten im Laufe des Abends schrittweise aufgehoben werden.
Die Polizei teilte mit, dass für Anwohner und die übrige Bevölkerung keine weitere Gefahr bestehe.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Einsatzes, zum sichergestellten Gegenstand und zu den Umständen des Schusswaffengebrauchs dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei München / Bayerisches Landeskriminalamt