Nach Fund des toten Babys in Renningen – Ermittlungen gegen Mutter
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach der Suche nach einem vermissten Säugling in Renningen wurde die Leiche des drei Monate alten Adrian gefunden. Ein DNA-Abgleich bestätigte seine Identität. Hinweise auf eine Entführung gibt es nicht. Gegen die Mutter wird wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt.
Vermisstenmeldung und Entführungsvorwurf
Der Fall eines zunächst als vermisst gemeldeten Säuglings in Renningen hat eine neue Wendung genommen. Nachdem die Leiche eines Babys im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion entdeckt worden war, haben die Ermittler inzwischen bestätigt, dass es sich zweifelsfrei um den vermissten drei Monate alten Jungen handelt.
Der Säugling Adrian war am Donnerstagabend (18.06.2026) als vermisst gemeldet worden. Nach Angaben seiner 32-jährigen Mutter soll das Baby aus einem Kinderwagen vor einem Mehrfamilienhaus im Ortskern von Renningen verschwunden sein.
Auch Adrians Oma unterstützt Entführungsdarstellung
Die Mutter hatte angegeben, zuvor mit ihrem Sohn einen rund 800 Meter entfernten Supermarkt besucht zu haben. Nach der Rückkehr soll sie Einkäufe in ihre Wohnung im zweiten Obergeschoss getragen haben. In dieser Zeit habe der Kinderwagen vor dem Haus gestanden. Als sie zurückkehrte, sei das Kind verschwunden gewesen.
Auch die Großmutter des Jungen hatte diese Darstellung öffentlich bestätigt. Demnach habe die Mutter ihren Sohn nur für kurze Zeit aus den Augen verloren. Die Ermittler konnten im Verlauf ihrer Untersuchungen jedoch keine Hinweise finden, die das geschilderte Entführungsszenario stützen.
Großangelegte Suchaktion
Nach der Vermisstenmeldung leitete die Polizei eine groß angelegte Suchaktion ein. Mehrere hundert Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst, THW und DLRG suchten nach dem Säugling und einem möglichen Entführer.
Rund 15 Stunden nach Beginn der Suchmaßnahmen wurde am Freitagnachmittag die Leiche eines Babys im Bereich des Rankbachs am Ortsrand von Renningen entdeckt. Der Fundort lag nach Medienangaben etwa 500 Meter vom Wohnhaus der Mutter entfernt.
Leiche identifiziert und Spuren gesichert
Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg übernahm gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart die Todesfallermittlungen. Im Zuge einer Obduktion am 22. Juni wurde unter anderem DNA-Material entnommen, um die Identität des toten Kindes zweifelsfrei festzustellen. Die Ergebnisse des DNA-Abgleichs bestätigten inzwischen, dass es sich um den vermissten Säugling Adrian handelt.
Zur Klärung der Todesumstände führte das Landeskriminalamt am Fundort spezielle Vermessungen durch. Auf dieser Grundlage soll ein dreidimensionales Modell erstellt werden, um mögliche Abläufe rekonstruieren zu können. Nach dem Leichenfund sicherten die Ermittler zudem umfangreich Spuren.
Ermittlungsgruppe „Wagen“ eingerichtet
Bei der Kriminalpolizei wurde die Ermittlungsgruppe „Wagen“ eingerichtet, die derzeit aus 13 Ermittlerinnen und Ermittlern besteht. Die Gruppe arbeitet eng mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart zusammen.
Im Verlauf der Ermittlungen gingen zahlreiche Zeugenhinweise bei der Polizei ein, die weiterhin ausgewertet werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft meldeten sich mehrere Zeugen infolge der umfangreichen Berichterstattung zu dem Fall.
Mutter im Fokus der Ermittlungen
Nach aktuellem Ermittlungsstand konnten die Ermittler keinerlei Hinweise auf eine Entführung des Säuglings feststellen. Stattdessen richtet sich der Fokus der Ermittlungen inzwischen auf die 32-jährige Mutter des Kindes. Gegen sie wird wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Sie steht im Verdacht, das bereits tote Baby selbst im Bereich des Rankbachs abgelegt zu haben.
Weiterhin ungeklärt bleibt jedoch, unter welchen Umständen der drei Monate alte Junge ums Leben kam. Die abschließenden Ergebnisse der Obduktion sowie die genaue Todesursache stehen weiterhin aus.
Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Stuttgart und Kriminalpolizei dauern an. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise von Zeugen.
Zeugenaufruf
Zeugen, die Angaben zu dem Fall machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0800 1100225 oder per E-Mail an hinweise.kripo.boeblingen@polizei.bwl.de bei der Kriminalpolizei zu melden.
Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Stuttgart und Kriminalpolizei dauern an.