Neumünster – 300 Feuerwehrleute bei Großbrand in Lagerhallen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach einem Großbrand in einem Lagerhallenkomplex in Neumünster ist der Feuerwehreinsatz nach rund 58 Stunden beendet worden. Rund 300 Einsatzkräfte waren zeitweise vor Ort. Drei Hallen wurden durch das Feuer zerstört.
Am Dienstag, 30. Juni 2026, wurde die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Neumünster gegen 08:18 Uhr durch mehrere Notrufe über eine starke Rauchentwicklung aus einem Lagerhallenkomplex in der Wrangelstraße im Stadtteil Wittorf informiert.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der rückwärtige Bereich der ersten von insgesamt drei Lagerhallen bereits in Vollbrand. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine zweite Halle übergegriffen, die unter anderem als Werkstatt genutzt wurde.
Innenangriff musste abgebrochen werden
Aufgrund der dynamischen Brandausbreitung wurde das Einsatzstichwort mehrfach erhöht und weitere Kräfte nachalarmiert.
Die Brandbekämpfung begann zunächst im Innenangriff sowie parallel über eine Drehleiter. Wegen der schnellen Ausbreitung der Flammen musste der Innenangriff jedoch aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Anschließend erfolgte die Brandbekämpfung ausschließlich von außen.
Zum Einsatz kamen mehrere handgeführte Strahlrohre, vier Hubrettungsfahrzeuge mit Wasserwerfern sowie mehrere Großwasserwerfer.
Drei Hallen vollständig zerstört
Im weiteren Einsatzverlauf standen zwei Hallen vollständig in Flammen. Die als Werkstatt genutzte Halle stürzte im Verlauf des Brandes ein.
Ein Übergreifen auf die dritte Halle konnte aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht verhindert werden. Auch sie wurde schließlich vollständig zerstört.
Besonders erschwert wurden die Löscharbeiten durch große Mengen akkubetriebener Geräte, die in zwei Hallen gelagert waren. Dadurch entwickelte sich der Einsatz zu einem äußerst personal- und materialintensiven Großeinsatz.
Unterstützung aus mehreren Bundesländern
Zur Unterstützung wurden Feuerwehren und Spezialkräfte aus den Kreisen Segeberg, Plön und Rendsburg-Eckernförde sowie aus den Städten Kiel, Lübeck und Hamburg angefordert.
Außerdem waren unter anderem beteiligt:
- Berufsfeuerwehr Kiel
- Feuerwehr Lübeck
- Freiwillige Feuerwehr Kiel-Wellsee
- Werkfeuerwehren aus Kiel und Heide
- Landeszentrallager Katastrophenschutz in Boostedt
- Technische Einsatzleitung mit Drohneneinheit
- Einsatzleitwagen 2
- Regieeinheit
- Deutsches Rotes Kreuz
- Malteser
- Löschzug Gefahrgut 2
- Technisches Hilfswerk mit mehreren Ortsverbänden
- Spezialfirmen mit schwerem Gerät
- Technisches Betriebszentrum Neumünster
- Untere Bodenschutzbehörde
- Stadtwerke Neumünster
- Notfallmanager der Deutschen Bahn
Die Verpflegung und Betreuung der Einsatzkräfte wurde durch das Deutsche Rote Kreuz und die Regieeinheit sichergestellt.
Warnung an die Bevölkerung
In der Spitze waren rund 300 Einsatzkräfte gleichzeitig vor Ort.
Aufgrund der weithin sichtbaren Rauchentwicklung wurde über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Warnmeldung herausgegeben. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
Die unmittelbar angrenzende Bahnstrecke musste zeitweise gesperrt werden. Zudem schalteten die Stadtwerke das betroffene Gebäude vollständig stromlos.
Einsatz nach 58 Stunden beendet
Zur Bekämpfung der zahlreichen Glutnester wurden die zerstörten Hallen mithilfe von Baggern schrittweise zurückgebaut.
Der Einsatz konnte am Donnerstag, 2. Juli 2026, gegen 18:00 Uhr beendet werden. Insgesamt waren Feuerwehr und Hilfsorganisationen rund 58 Stunden im Einsatz.
Quelle der Polizeinachricht: Feuerwehr Neumünster