Olfen – Eine Tote nach Messerangriff in Seniorenzentrum
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein 72-jähriger Bewohner eines Seniorenzentrums in Olfen im Kreis Coesfeld soll drei Mitbewohnerinnen mit einem Messer angegriffen haben. Eine 86-Jährige starb noch am Tatort, zwei weitere Frauen im Alter von 81 und 83 Jahren wurden schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt.
Bei einem Messerangriff in einem Seniorenzentrum in Olfen im Kreis Coesfeld ist am Freitagabend, 16. Oktober 2026, eine 86-jährige Frau getötet worden.
72-Jähriger greift Mitbewohnerinnen in Cafeteria an
Die Tat ereignete sich gegen 19:00 Uhr im St. Vitus-Stift in Olfen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei griff der 72-jährige deutsche Bewohner in der Cafeteria des Seniorenzentrums mehrere Mitbewohnerinnen mit einem Messer an.
Dabei verletzte er drei Frauen im Alter von 81, 83 und 86 Jahren. Die 86-Jährige erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch am Tatort starb.
Nach ersten Informationen der Polizei soll der Tatverdächtige während des Angriffs in einem Rollstuhl gesessen und die Frauen mit einem Messer am Hals verletzt haben. Diese Einzelheiten wurden in der ersten gemeinsamen Pressemitteilung der Ermittlungsbehörden nicht vollumfänglich bestätigt.
Zwei Frauen schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht
Die beiden weiteren Opfer erlitten ebenfalls erhebliche Verletzungen. Eine 81-jährige Bewohnerin wurde schwer verletzt, eine 83-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Rettungskräfte versorgten die Frauen vor Ort und brachten sie anschließend in Krankenhäuser. Bei dem Einsatz wurden auch zwei Rettungshubschrauber eingesetzt.
Die 83-Jährige befand sich zunächst weiterhin in einem kritischen Zustand. Bis zum Samstagmorgen, 17. Oktober, konnte ihr Gesundheitszustand demnach vorerst stabilisiert werden.
Auch die 81-jährige Frau wurde weiterhin wegen ihrer schweren Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt.
Tatverdächtiger lässt sich widerstandslos festnehmen
Alarmierte Polizeibeamte nahmen den 72-jährigen Tatverdächtigen nach dem Messerangriff widerstandslos fest.
Der Mann soll sich nach der Tat in sein Zimmer zurückgezogen haben. Zuvor habe er das verwendete Messer abgewaschen und in einer Schublade abgelegt. Den Ermittlern soll der 72-Jährige den Aufbewahrungsort selbst genannt haben. Dort sei die mutmaßliche Tatwaffe anschließend gefunden worden.
Die Polizei teilte mit, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung bestand.
Mutmaßlicher Täter soll sich über Jahre gemobbt gefühlt haben
Die Hintergründe des Messerangriffs sind noch nicht abschließend geklärt.
Nach Informationen einer Polizeisprecherin soll der 72-Jährige gegenüber den Ermittlern angegeben haben, sich über mehrere Jahre von anderen Bewohnern gemobbt gefühlt zu haben. Demnach habe er sich an seinen Mitbewohnerinnen rächen wollen.
Ob diese Angaben tatsächlich das Motiv für die Tat erklären, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Auch das Verhältnis zwischen dem Tatverdächtigen und den angegriffenen Frauen sowie die Herkunft des Messers sind bislang nicht abschließend geklärt.
Tatverdächtiger in psychiatrischer Klinik untergebracht
Der 72-Jährige wurde nach seiner Festnahme in eine psychiatrische Klinik gebracht. Dort soll er unter polizeilicher Bewachung stehen.
Für Samstag, 17. Oktober 2026, war demnach eine Vorführung vor einen Haftrichter vorgesehen. Eine Entscheidung über eine mögliche Untersuchungshaft lag zunächst nicht vor.
Mordkommission ermittelt zu den Hintergründen
Die Polizei Münster hat die Ermittlungen sowie die Betreuungsmaßnahmen nach dem tödlichen Messerangriff übernommen. Zur Aufklärung der Tat wurde eine Mordkommission eingerichtet.
Die Ermittlungen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Münster und der Polizei Coesfeld.
Insbesondere der genaue Tatablauf, das Motiv des 72-Jährigen und die Hintergründe des Angriffs stehen im Mittelpunkt der weiteren Untersuchungen.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Münster