Am gestrigen Tage (29.04.2020) ist es in der Gemeinde Ratekau, Ortsteil Sereetz, zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen.
Ein 36 Jahre alter Mann hat mutmaßlich versucht, seinen einjährigen Sohn in dessen Kinderbett zu töten. Die Mutter des Kindes befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Hause.
Im Anschluss an die Tat lenkte der Beschuldigte um kurz nach 8 Uhr morgens sein Fahrzeug Hyundai I30 vermutlich in suizidaler Absicht auf der BAB 1 in Richtung Norden zwischen den Anschlussstellen Neustadt/Mitte und Pelzerhaken gegen die Leitplanke. Der Wagen schleuderte mehrfach hin und her blieb nach einem Überschlag auf dem Dach liegen. Der Beschuldigte kam außerhalb des PKW zu liegen. Gegenüber ihn versorgenden Ersthelfern soll er an der Unfallstelle geäußert haben, dass er sein Kind umgebracht habe.
Sodann sei er über die Mittelleitplanke auf die Gegenfahrbahn gesprungen, wo er von einem herannahenden BMW erfasst und erheblich verletzt wurde. Er überlebte jedoch. Der Fahrer des BMW blieb unverletzt, erlitt jedoch einen Schock.
Eine umgehend veranlasste Überprüfung der Wohnanschrift des Beschuldigten in Sereetz führte zum Auffinden des Kindes. Es lag lebend, aber mit erheblichen Verletzungen im Bereich des Gesichtes, in seinem Kinderbett. Das Kind wurde umgehend in ein Lübecker Krankenhaus verbracht und versorgt. Es befindet sich aktuell nicht in Lebensgefahr.
Der Beschuldigte wird ebenfalls stationär behandelt. Er wurde festgenommen, konnte aber aufgrund seines Gesundheitszustandes noch nicht vernommen werden. Das Amtsgericht Lübeck hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung gegen den 36-jährigen Kindsvater erlassen.