Mit diesem Bild wurde Rebecca damals gesucht (Bildquelle: Polizei Berlin)
Vor zwei Tagen jährte sich das Verschwinden von Rebecca Reusch zum siebten Mal. Immer noch bleibt das Schicksal der damals 15-Jährigen ungeklärt. Trotz tausender Hinweise, groß angelegter Suchaktionen und neuer Ermittlungsansätze fehlt von Rebecca aus Berlin-Neukölln bis heute jede Spur.
Manchmal beginnen Kriminalfälle nicht mit einem Knall.
Sondern mit einem Morgen, an dem jemand einfach verschwindet.
Rebecca Reusch war 15 Jahre alt, als sie am 18. Februar 2019 verschwand.
Seitdem gibt es keine gesicherten Hinweise darauf, was in den letzten Stunden ihres Lebens geschah.
Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Doch der Fall bleibt bis heute ungelöst.
Was bislang bekannt ist, zeigt die Chronologie der Ereignisse.

Rebecca Reusch - Sieben Jahre verschwunden (Bildquelle: Privat)
18. Februar 2019 – Das letzte Lebenszeichen
Rebecca verbringt die Nacht bei ihrer Schwester und deren Ehemann Florian R. in Berlin-Neukölln. Am Morgen hätte sie in der Schule erscheinen müssen, doch sie taucht dort nie auf.
Gegen 7.15 Uhr soll sie das Haus verlassen haben. Kurz zuvor wird noch eine Snapchat-Nachricht von ihrem Handy verschickt. Wenig später ist das Gerät ausgeschaltet.
Es bleibt das letzte bekannte Lebenszeichen.
21.–22. Februar 2019 – Die Polizei übernimmt
Drei Tage nach dem Verschwinden startet die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung. Der Fall wird an die Mordkommission übergeben, ein frühes Zeichen dafür, dass die Ermittler nicht mehr von einem freiwilligen Weglaufen ausgehen.
27.–28. Februar 2019 – Suche und erste Festnahme
Die Polizei weitet die Suche massiv aus: Hunde, Hubschrauber, Containerdurchsuchungen.
Am 28. Februar wird Rebeccas Schwager Florian R. erstmals festgenommen. Die Ermittler sprechen von Widersprüchen in seinen Aussagen.
Doch die Beweislage reicht bislang nicht für eine Anklage, es handelt sich vor allem um Indizien.
1. März 2019 – Freilassung, aber der Verdacht bleibt
Florian R. kommt wieder frei. Gleichzeitig äußern die Ermittler erstmals öffentlich ihre Annahme: Rebecca könnte Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein.

Mit diesem Bild wurde Rebecca damals gesucht (Polizei Berlin)
4.–6. März 2019 – Untersuchungshaft und neue Spuren
Nur wenige Tage später wird Florian R. erneut festgenommen. Die Staatsanwaltschaft erlässt Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts.
Kriminaltechniker untersuchen sein Fahrzeug. Medien berichten über mögliche Haarspuren und eine verschwundene Decke.
Hinzu kommt ein entscheidendes Detail: Das Auto des Schwagers wird auf der Autobahn A12 Richtung Frankfurt (Oder) erfasst, am Tag von Rebeccas Verschwinden und erneut am Folgetag.
Florian R. kann oder will die Fahrten nicht erklären.
Der Fall wird bundesweit bekannt, als er Thema bei „Aktenzeichen XY… ungelöst“ wird. Hunderte neue Hinweise gehen ein.
7.–8. März 2019 – Die Suche im Wald
Ein Hinweis führt die Ermittler in ein Waldgebiet südöstlich von Berlin. Hunderte Beamte durchkämmen das Gelände bei Kummersdorf und Wolzig.
Doch sie finden nichts.
März 2019 – Die Spur ins Internet
Familienangehörige berichten von einer möglichen Internetbekanntschaft der Jugendlichen. Ein „Max“ oder „Maxi“ soll eine Rolle gespielt haben.
Die Ermittler prüfen die Spur, später gilt sie als nicht tragfähig.
22. März 2019 – Entlassung aus der U-Haft
Nach knapp drei Wochen endet die Untersuchungshaft. Die Justiz sieht nicht mehr genug Grundlage für die U-Haft.
Florian R. bleibt dennoch Tatverdächtiger.
2019–2020 – Ermittlungen ohne Durchbruch
Wochenlange Suchaktionen bleiben erfolglos. Im Mai 2019 werden aktive Geländesuchen eingestellt.
2020 wird bekannt: Die Ermittler suchen sogar im Ausland nach Rebeccas Handy, auch wegen der Fahrten des Verdächtigen Richtung Polen.
Oktober 2025 – Neue Spur nach sechs Jahren
Mehr als sechs Jahre später kommt Bewegung in den Fall: Die Polizei durchsucht Grundstücke in Brandenburg, die mit der Familie des Verdächtigen in Verbindung stehen (wir berichteten).
Es werden Spuren gesichert, deren Auswertung Wochen dauern soll.
Februar 2026 – Sieben Jahre ohne Antwort
Am siebten Jahrestag teilt die Staatsanwaltschaft mit: Rund 3.500 Hinweise sind eingegangen, allein 150 nach dem Großeinsatz 2025.
Die Ermittlungen laufen weiter.
Rebecca Reusch bleibt verschwunden.