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Schlag gegen Kokain-Mafia – Sieben Festnahmen in Brasilien

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Eine Gruppe von Polizisten, alle in Uniformen mit unterschiedlichen Aufdrucken, steht mit dem Rücken zu einem modernen Gebäude.
Gemeinsamer Schlag gegen die Kokainroute zwischen Brasilien und Europa (Bildquelle: Europol)

Bei einer groß angelegten Operation gegen internationalen Kokainhandel und Geldwäsche sind in Brasilien sieben Personen festgenommen worden. Das von Europol unterstützte Netzwerk soll tonnenweise Kokain nach Europa geschmuggelt haben und Verbindungen zur italienischen ’Ndrangheta unterhalten.

Am 16. September 2026 schlugen die Ermittler in São Paulo zu. Brasilianische Behörden führten gemeinsam mit italienischen Strafverfolgungsbehörden und mit Unterstützung von Europol einen koordinierten Aktionstag im Rahmen der Operation „EREDITÀ“ durch.
Sieben italienische und brasilianische Staatsangehörige wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, an internationalem Drogenhandel und Geldwäsche beteiligt gewesen zu sein.

Immobilien und Bankkonten beschlagnahmt

Die Ermittler durchsuchten fünf Wohnhäuser sowie zwei Geschäftsräume. Zudem wurden neun Immobilien, zwei Unternehmen und weitere Vermögenswerte beschlagnahmt. Mehrere Bankkonten wurden eingefroren.
Bei den Durchsuchungen stellten die Behörden außerdem physische und digitale Beweismittel sicher. Diese sollen nun dabei helfen, weitere Verbindungen zwischen südamerikanischen Kokainlieferanten und kriminellen Netzwerken in Europa aufzudecken.

Tonnenweise Kokain in legaler Fracht versteckt

Nach Angaben von Europol soll das Netzwerk Kokain im industriellen Maßstab von Brasilien nach Europa geschmuggelt haben. Dafür wurden Frachtschiffe und wichtige maritime Umschlagplätze in Brasilien genutzt.
Die Drogen sollen unter anderem in legalen Lieferungen mit Keramik, Holz, Sanitärartikeln und Lebensmitteln versteckt worden sein. Auf diesem Weg gelangten tonnenweise Kokain über den Atlantik zu europäischen Logistikzentren.

Verbindungen zur italienischen ’Ndrangheta

Dem kriminellen Netzwerk sollen Mitglieder der italienischen ’Ndrangheta sowie in Brasilien ansässige Komplizen angehört haben. Nach den Ermittlungen bestanden über Jahre enge familiäre und geschäftliche Verbindungen zwischen Italien und Brasilien.
Neben dem Drogenschmuggel verfügte die Organisation laut Europol über professionelle Strukturen zur Geldwäsche. Dazu gehörten spezialisierte Finanzdienstleister für verdeckte internationale Geldtransfers sowie Methoden zur Verschleierung von Vermögenswerten.
Ein erheblicher Teil der Erlöse aus dem Kokainverkauf in Europa soll wieder in neue Drogengeschäfte investiert worden sein.

Netzwerk setzte auf verschlüsselte Kommunikation

Die Ermittler stellten nach eigenen Angaben einen hohen Professionalisierungsgrad fest. Mitglieder des Netzwerks nutzten verschlüsselte Kommunikationsplattformen und technische Maßnahmen, die eine Überwachung erschweren sollten.
Selbst nachdem italienische Mitglieder der organisierten Kriminalität bereits 2019 in Brasilien festgenommen worden waren, soll das Geschäft weitergelaufen sein. Familienmitglieder und Komplizen übernahmen demnach bestehende Kontakte zu Lieferanten sowie Logistik- und Finanzstrukturen.

Europol unterstützte Ermittlungen

Europol unterstützte die mehrjährigen Ermittlungen unter anderem mit operativen Analysen, Lageberichten und Finanzanalysen. Beim Aktionstag in Brasilien war ein Europol-Finanzexperte mit einem mobilen Büro vor Ort und konnte gewonnene Informationen unmittelbar mit den Europol-Datenbanken abgleichen.
Die Operation „EREDITÀ“ baut auf den früheren Einsätzen „SAMBA“ und „MAFIUSI“ auf. Bei diesen waren insgesamt bereits 28 Personen in Italien und Brasilien festgenommen worden.
An den aktuellen Ermittlungen waren unter anderem die italienischen ROS Carabinieri und die brasilianische Bundespolizei beteiligt. Unterstützt wurde die Untersuchung zudem durch das EU-finanzierte und von der italienischen Anti-Mafia-Ermittlungsdirektion DIA geleitete @ON Network.
Quelle der Polizeinachricht: Europol

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Ausland

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