Schleusernetzwerk auf Balkanroute zerschlagen – Sieben Festnahmen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Europol und Behörden aus Griechenland, Bulgarien, Rumänien und den Niederlanden haben ein internationales Schleusernetzwerk zerschlagen. Sieben Tatverdächtige wurden festgenommen. Die Gruppe soll Migranten über die Balkanroute mithilfe von Fahrzeugen nach Italien geschleust haben.
Ermittlungsbehörden aus Bulgarien, Griechenland, den Niederlanden und Rumänien haben mit Unterstützung von Europol ein international agierendes Schleusernetzwerk zerschlagen.
Die Täter sollen Migranten mithilfe von Mietwagen, gestohlenen Fahrzeugen und unter falschen Identitäten zugelassenen Autos über die Balkanroute in Richtung Italien geschleust haben.
Die von den griechischen Behörden geleiteten Ermittlungen richteten sich gegen eine überwiegend aus syrischen und ägyptischen Staatsangehörigen bestehende kriminelle Organisation. Diese steht im Verdacht, die illegale Beförderung von Migranten von Griechenland über Bulgarien und Rumänien organisiert und anschließend deren Weiterreise nach Italien ermöglicht zu haben.
Sieben Tatverdächtige festgenommen
Der koordinierte Zugriff fand am 16. Juli 2026 in Thessaloniki und Athen (Griechenland), Sofia (Bulgarien), Bukarest (Rumänien) sowie Etten-Leur (Niederlande) statt.
Dabei wurden insgesamt sieben Tatverdächtige festgenommen. Fünf Personen gingen in Griechenland, eine in Bulgarien und eine weitere in den Niederlanden ins Netz.
Nach bisherigen Erkenntnissen steht die Gruppierung mit zwölf Schleusungsfällen zwischen Februar und Juli 2026 in Verbindung. Vier weitere frühere Fälle werden derzeit untersucht und könnten ebenfalls dem Netzwerk zugeordnet werden. Bei den geschleusten Personen handelte es sich überwiegend um Staatsangehörige Ägyptens, des Irak und Syriens.
Professionell organisierte Schleusungsrouten
Die Ermittlungen ergaben, dass die Täter ihre Transportwege gezielt anpassten, um polizeiliche Kontrollen zu umgehen. Die Migranten wurden zunächst in kleineren Fahrzeugen durch Griechenland, Bulgarien und Rumänien transportiert und anschließend für die letzte Etappe nach Italien auf Lastwagen umgeladen.
Für die Transporte nutzte die Gruppe nach Erkenntnissen der Ermittler Mietwagen, die mit echten oder gefälschten Ausweisdokumenten angemietet und anschließend nicht zurückgegeben wurden. Darüber hinaus sollen Fahrzeuge auf Strohmänner oder Scheinfirmen zugelassen sowie gestohlene Autos, überwiegend aus Griechenland, eingesetzt worden sein.
Nach Einschätzung der Ermittler verfügte das Netzwerk über eigene Zellen in Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Die Mitglieder reisten regelmäßig zwischen den Ländern, um die Schleusungsrouten zu koordinieren.
Europol unterstützte die Ermittlungen
Europol unterstützte die nationalen Behörden während der gesamten Ermittlungen beim Austausch und der Analyse operativer Erkenntnisse. Dadurch konnten Zusammenhänge zwischen verschiedenen Verfahren erkannt und ein umfassendes Lagebild der kriminellen Organisation erstellt werden.
Am Einsatztag entsandte Europol zudem einen Experten mit einem mobilen Büro nach Griechenland. So konnten Einsatzinformationen in Echtzeit mit den Europol-Datenbanken abgeglichen, neue Ermittlungsansätze entwickelt und die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden unterstützt werden.
An der internationalen Operation beteiligt waren die Grenzpolizei Bulgariens, die griechische Polizei, die niederländische Koninklijke Marechaussee sowie die rumänische Direktion zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität.
Quelle der Polizeinachricht: Europol