Soko „Waldrand“ fahndet nach Schützen im Mordfall Daniel Emminger
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Vier Monate nach dem Mord an Daniel Emminger auf seinem Einödhof im Unterallgäu fehlt vom Täter weiter jede Spur. Nach der Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY“ bittet die Polizei erneut um Hinweise. Für entscheidende Informationen wurden 5.000 Euro Belohnung ausgelobt.
33-Jähriger auf Einödhof erschossen
Fast vier Monate nach dem gewaltsamen Tod von Daniel Emminger suchen die Ermittler weiterhin nach dem Täter. Der Fall wurde am 29. Juli 2026 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ vorgestellt. Staatsanwaltschaft Memmingen und die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen hoffen nun auf neue Hinweise aus der Bevölkerung.
Für entscheidende Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, wurde eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt.
Leiche auf abgelegenem Hof entdeckt
Der 33-jährige Daniel Emminger wurde am 3. April 2026 tot auf seinem abgelegenen Einödhof bei Bedernau nahe Breitenbrunn im Unterallgäu gefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann bereits in der Nacht vom 31. März auf den 1. April getötet worden war.
Nach den Erkenntnissen der Ermittler wurde Emminger mit einem großkalibrigen Gewehr erschossen. Die Tatwaffe konnte bis heute nicht gefunden werden.
Opfer lebte als Selbstversorger
Daniel Emminger lebte allein auf seinem abgelegenen Hof und hatte sich vollständig der Selbstversorgung verschrieben. Er betrieb eine solidarische Landwirtschaft, hielt Tiere, erzeugte seinen eigenen Strom und veranstaltete regelmäßig Kurse rund um nachhaltiges Leben.
Über seinen Verein „Autarkia-naturnah“ vermittelte er unter anderem Wissen über Pflanzenalchemie, Gerberei, Wünschelrutengehen, Astrologie und den Bau technischer Anlagen zur autarken Versorgung. Zudem bot er auf seinem Grundstück Stellplätze für durchreisende Camper sowie kleinere Veranstaltungen und Workshops an.
Nach Angaben aus der Sendung „Aktenzeichen XY“ war Emminger geschieden und kümmerte sich regelmäßig um seinen fünfjährigen Sohn.
Ermittler gehen von persönlichem Bezug aus
Die Sonderkommission „Waldrand“ geht nach derzeitigem Ermittlungsstand davon aus, dass sich Täter und Opfer kannten. Bereits kurz nach der Tat wurde das Anwesen eines damals 50-jährigen Tatverdächtigen durchsucht. Auch Spezialkräfte kamen dabei zum Einsatz. Zu einer Festnahme führte die Maßnahme jedoch nicht.
Bis heute konnte kein Täter ermittelt werden.
Auffällige Spur: Täter könnte Hörschaden erlitten haben
Nach Angaben der Ermittler wurde Daniel Emminger mit einem großkalibrigen Gewehr erschossen. Die Schüsse sollen innerhalb des Wohnhauses abgegeben worden sein. Nach Einschätzung der Kriminalpolizei erzeugte die verwendete Waffe einen Schalldruck, der deutlich über der menschlichen Schmerzgrenze lag und mit der Lautstärke eines startenden Düsenjets vergleichbar gewesen sein soll.
Experten gehen deshalb davon aus, dass der Schütze ohne geeigneten Gehörschutz mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest vorübergehende Hörschäden oder ein sogenanntes Knalltrauma erlitten haben könnte.
Deshalb suchen die Beamten gezielt nach Personen, die kurz nach dem 1. April 2026 wegen eines plötzlichen Hörschadens auffielen oder sich deshalb in ärztliche Behandlung begaben.
Großkalibriges Gewehr im Fokus der Ermittlungen
Welche Waffe genau verwendet wurde, geben die Ermittler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass die Tatwaffe bis heute verschwunden ist. Die Polizei vermutet, dass sie nach dem Mord versteckt, entsorgt oder anderweitig beseitigt wurde.
Deshalb richtet sich der Zeugenaufruf auch an Personen, denen nach dem 1. April aufgefallen ist, dass jemand plötzlich ein Gewehr verkaufen wollte oder eine Schusswaffe aus seinem Besitz verschwunden ist. Darüber hinaus interessieren sich die Ermittler für Personen, die legal oder illegal über ein Gewehr verfügen und im Umgang mit einer solchen Waffe geübt sind.
Polizei bittet um Hinweise
Die Kriminalpolizei sucht weiterhin Zeugen, die zwischen dem 31. März und 1. April 2026 im Bereich Bedernau und Kunzach verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder ortsfremde Personen beziehungsweise Fahrzeuge bemerkten.
Für die Polizei ist die Beantwortung folgender Fragen von Bedeutung:
- Haben Sie zwischen dem 31.03.2026 und 01.04.2026 im Bereich Bedernau/Kunzach verdächtige Beobachtungen gemacht?
- Sind Ihnen in diesem Zeitraum ortsfremde oder verdächtige Personen sowie Fahrzeuge aufgefallen?
- Kennen Sie Personen aus dem Umfeld des Getöteten oder des Tatorts, die über ein legales oder illegales Gewehr verfügen und im Umgang mit diesem geübt sind?
- Kennen Sie Personen aus dem Umfeld des Getöteten oder des Tatorts, die nach dem 01.04.2026 versucht haben, ein legal besessenes Gewehr zu veräußern?
- Kennen Sie Personen aus dem Umfeld des Getöteten oder des Tatorts, die nach dem 01.04.2026 wegen eines Hörschadens aufgefallen sind oder sich deshalb in ärztliche Behandlung begeben haben?
Die Ermittler hoffen, dass insbesondere die Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ neue Hinweise liefert und der bislang ungeklärte Mord an Daniel Emminger doch noch aufgeklärt werden kann.
Zeugenaufruf
Wir bitten Sie, Ihre Hinweise telefonisch unter +49 (0) 83 31-10 04 99 oder per Mail an pp-sws.memmingen.kpi.soko@polizei.bayern.de oder jeder anderen Polizeidienststelle mitzuteilen.