Stade – Illegale Pyrotechnik und zahlreiche Brände
Stade – Illegale Pyrotechnik und zahlreiche Brände
01.01.2026 | 12:47
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Brand am Ziegelkamp. (Bildquelle: Polizeiinspektion Stade)
Der Jahreswechsel 2025/2026 hat Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Landkreis Stade stark gefordert. Zahlreiche Brände, Verstöße gegen das Sprengstoffrecht sowie mehrere Evakuierungen hielten die Einsatzkräfte über Stunden in Atem.
Der Jahreswechsel 2025/2026 hat den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Stade viel Arbeit beschert. Insgesamt mussten rund 50 Einsätze mit direktem Bezug zur Silvesternacht abgearbeitet werden.
Neben Störungen und Sachbeschädigungen durch Feuerwerkskörper registrierte die Polizei Körperverletzungen, Brandstiftungen an Müllbehältern sowie vier Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz.
Illegale Pyrotechnik und Waffenverstöße
In Buxtehude stellten Einsatzkräfte Feuerwerkskörper in einer Wohnung sicher, nachdem ein 46-jähriger Mann in Bremen Pyrotechnik der Kategorien F3 und F4 erworben und diese seinem 12-jährigen Sohn überlassen hatte. Der Junge bewahrte die Pyrotechnik in seinem Kinderzimmer auf.
In Stade nahm eine Streifenwagenbesatzung auf dem Penny-Parkplatz in Hahle eine extrem laute Explosion wahr. Eine kontrollierte Personengruppe junger Erwachsener führte 16 nicht zugelassene Feuerwerkskörper mit sich, die sichergestellt wurden.
In Himmelpforten wurde ein 44-Jähriger kontrolliert, der pyrotechnische Gegenstände auseinandergebaut und anschließend gezündet hatte. In Wiepenkathen schoss ein bislang unbekannter Täter mit einer Schreckschusspistole in die Luft und flüchtete anschließend mit einer größeren Personengruppe. Zudem missachteten ein 18- und ein 24-Jähriger in Assel und Himmelpforten beim Abbrennen von Feuerwerk die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zu Reetdachhäusern.
Zahlreiche Brände mit teils hohem Schaden
Im Verlauf der Silvesternacht kam es zu mehreren Brandeinsätzen. Unter anderem wurden Matratzen und eine Waschmaschine auf der Mittelnkirchener Straße in Brand gesetzt. Neben Mülltonnenbränden und brennenden Feuerwerksresten ereigneten sich auch größere Schadensfeuer.

Brand in Horneburg. (Bildquelle: Polizeiinspektion Stade)
In Horneburg warfen mehrere Jugendliche gegen 17:20 Uhr Böller in den Kriechkeller eines ungenutzten Schuppens auf dem Bahnhofsgelände. Holzmaterial geriet in Brand, es kam zu starker Rauchentwicklung. Rund 40 Feuerwehrleute aus Horneburg und Dollern konnten eine Ausbreitung verhindern.

Brand Ellerbruch. (Bildquelle: Polizeiinspektion Stade)
Im Ziegelkamp in Stade geriet der rückwärtige Bereich eines Carports in Brand. Das Feuer griff auf das gesamte Carport sowie auf das Satteldach eines angrenzenden Einfamilienhauses über. Etwa 150 Einsatzkräfte aus Stade, Wiepenkathen und Bützfleth waren im Einsatz. Der Schaden wird auf rund 200.000 Euro geschätzt.

Brand am Ziegelkamp. (Bildquelle: Polizeiinspektion Stade)
Gegen 02:00 Uhr wurde zusätzlich ein Brand in einer Tiefgarage in der Dankersstraße gemeldet. Dabei wurde auch ein geparkter Pkw beschädigt. 39 Personen mussten vorsorglich evakuiert werden. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 50.000 Euro. Rund 60 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz.
In der Lindenstraße in Stade brannte gegen 04:30 Uhr eine Garage. Böllerreste und Abfall vor Ort deuten auf Pyrotechnik als mögliche Brandursache hin. Der Schaden liegt im unteren fünfstelligen Bereich.

Brand Ellerbruch. (Bildquelle: Polizeiinspektion Stade)
In Buxtehude-Ellerbruch schoss ein unbekannter Täter gegen 00:45 Uhr ein Seenotsignal ab. Der brennende Signalkörper landete auf dem Dach eines Wohnhauses und setzte eine Photovoltaikanlage in Brand. Das Feuer griff auf den Dachstuhl über. Das Haus ist derzeit unbewohnbar, der Schaden wird auf etwa 250.000 Euro geschätzt. Rund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Feuerwehr und Rettungsdienst stark gefordert
Insgesamt wurden die Ortsfeuerwehren im Landkreis zu 26 Brandeinsätzen alarmiert, darunter elf Kleinbrände und acht Brände in Gebäudenähe. Der Rettungsdienst und die Notärzte rückten in der Silvesternacht 54-mal aus. Zwei Patienten erlitten durch Feuerwerkskörper so schwere Verletzungen, dass sie in ein Hamburger Universitätsklinikum transportiert werden mussten.
Die örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst des Landkreises war bei den Bränden im Ziegelkamp und in der Dankersstraße zusätzlich im Einsatz und koordinierte die medizinische Versorgung vor Ort.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeiinspektion Stade