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Totes Baby „Victoria“ in Potsdam – Erneute DNA-Reihenuntersuchung

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Eine lange Reihe von Garagen in einer stillen Umgebung mit Bäumen im Hintergrund.
Foto des Garagenkomplexes, wo das neugeborene Mädchen 2011 tot aufgefunden wurde. (Bildquelle: Polizei Brandenburg)

Fast 15 Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines neugeborenen Mädchens in Potsdam startet die Polizei eine neue DNA-Reihenuntersuchung. Rund 1.500 Frauen werden angeschrieben. Die Mutter von „Victoria“ ist bis heute unbekannt.

Fast 15 Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines neugeborenen Mädchens in Potsdam startet die Polizei eine neue groß angelegte DNA-Reihenuntersuchung.
Das Mädchen wurde am 23. Dezember 2011 tot in Potsdam-West gefunden. Die Ermittler gaben ihm später den Namen „Victoria“. Trotz jahrelanger Ermittlungen, Tausender DNA-Abgleiche, neuer genetischer Untersuchungsmethoden und einer Belohnung von 10.000 Euro ist bis heute ungeklärt, wer die Mutter ist und was genau zu der Tat führte.

Neugeborenes kurz vor Weihnachten gefunden

Am 23. Dezember 2011 wurde das leblose neugeborene Mädchen zwischen einem Garagenkomplex an der Kantstraße und dem angrenzenden Bahndamm in Potsdam-West entdeckt.
Das Kind war in ein Handtuch gewickelt. Nach den Ermittlungen war das Mädchen lebensfähig gewesen und wies Spuren von Gewalt auf. Die Polizei behandelt den Fall deshalb als Tötungsdelikt.
Da die Identität des Kindes unbekannt war, gaben die Ermittler ihm den Namen „Victoria“.
Einfaches blaues Handtuch mit dem Wort 'FITNESS' und mehreren rostbraunen Flecken, auf einem Maßband liegend.
In diesem blauen Handtuch war das tote Neugeborene in Potsdam eingewickelt. (Bildquelle: Polizei Brandenburg)

Mutter bleibt unbekannt

Schon früh konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Suche nach der Mutter und möglichen Zeugen.
Die Polizei wollte insbesondere wissen, wer Ende 2011 eine schwangere Frau kannte, die nach der Geburt plötzlich kein Kind bei sich hatte. Auch Beobachtungen rund um den Garagenkomplex sowie Hinweise zu dem Handtuch, in das Victoria eingewickelt war, waren und sind für die Ermittler von Bedeutung.
2012 setzte die Staatsanwaltschaft Potsdam eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung der Tat führen. Sie gilt weiterhin.

Mehr als 1.600 DNA-Profile untersucht

2014 führte die Polizei bereits eine groß angelegte DNA-Reihenuntersuchung durch.
Dabei wurden mehr als 1.600 DNA-Identifizierungsmuster ausgewertet. Ein Treffer zur Mutter des Kindes gelang nicht.
Nach späteren Angaben wurden im Laufe der Ermittlungen insgesamt bereits mehr als 2.000 Speichelproben mit den gesicherten Spuren abgeglichen.

DNA am Handtuch liefert neue Hinweise

Einen wichtigen neuen Ansatz brachte Jahre später die technische Entwicklung in der DNA-Analyse.
An dem Handtuch, in das das tote Mädchen eingewickelt war, hatten Ermittler genetische Spuren der Mutter sichern können.
Auf Grundlage neuer gesetzlicher Möglichkeiten und moderner Untersuchungsmethoden wurde dieses Spurenmaterial erneut ausgewertet. Gemeinsam mit dem Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Köln konnten die Ermittler daraus Rückschlüsse auf bestimmte äußerliche Merkmale der gesuchten Frau ziehen.
Detailkarte von Potsdam-West mit markiertem Fundort eines Babys nahe einem Garagenkomplex und Bahndamm.
Eine Karte zeigt den Fundort des 2011 toten Babys in Potsdam-West. (Bildquelle: Redaktion Polizeiticker)

So könnte die Mutter aussehen

Die Analyse ergab, dass die Mutter von Victoria mit hoher Wahrscheinlichkeit:
  • blaue Augen,
  • naturblonde Haare,
  • helle Haut hat.
Auch das mögliche Alter ließ sich eingrenzen. Nach den 2022 veröffentlichten Ergebnissen dürfte die Frau im Dezember 2011 etwa 25 bis 35 Jahre alt gewesen sein.
Die Polizei richtete ihren damaligen Aufruf deshalb gezielt an Personen, die eine Frau mit diesen Merkmalen kannten, die Ende 2011 schwanger war, danach jedoch kein Kind hatte.

Neue DNA-Reihenuntersuchung im November

Nun startet die Polizei einen weiteren großen Versuch, die Mutter zu identifizieren.
Rund 1.500 Frauen werden schriftlich kontaktiert. Ausgewählt wurden sie aufgrund ihres Alters sowie ihres damaligen Wohnortes oder eines zeitlichen Bezugs zum relevanten Untersuchungsgebiet.
Dabei können auch Frauen angeschrieben werden, die heute nicht mehr in Potsdam leben. Die Teilnahme ist freiwillig.
Die Ermittler hoffen, möglichst viele Frauen als mögliche Mutter ausschließen und dadurch den Kreis weiter eingrenzen zu können.

Polizei sucht weiterhin Zeugen

Unabhängig von der DNA-Aktion bittet die Kriminalpolizei weiterhin um Hinweise.
Gesucht werden Menschen, die sich an Frauen erinnern, die Ende 2011 schwanger waren und später kein Kind hatten.
Auch Beobachtungen rund um den Fundort zwischen dem Garagenkomplex an der Kantstraße und dem angrenzenden Bahndamm können noch wichtig sein.
Ebenso interessieren sich die Ermittler weiterhin für das Handtuch, in das Victoria eingewickelt war.
Ein Fahndungsaufruf der Polizei Brandenburg sucht Hinweise zur Mutter eines 2011 getöteten Säuglings in Potsdam. Eine Belohnung von 10.000 Euro wird angeboten.
Die Polizei Brandenburg bietet 10.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Mutter eines 2011 getöteten Säuglings in Potsdam. (Bildquelle: Polizei Brandenburg)

10.000 Euro Belohnung

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Tötungsdelikts führen, hat die Staatsanwaltschaft Potsdam eine Belohnung von 10.000 Euro ausgelobt.
Hinweise nimmt die Mordkommission unter 0331 / 5508-2766 oder per E-Mail an mordkommission.pdwest@polizei.brandenburg.de entgegen.
Fast 15 Jahre nach dem Fund von Victoria hoffen die Ermittler damit erneut auf einen Durchbruch. Entscheidend ist weiterhin die Frage, wer die Mutter des Kindes ist – und was in den Stunden vor seinem Tod geschah.
Quelle der Polizeimeldung: Polizei Brandenburg

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